Überraschung bei der Festlegung des BVG-Mindestzinssatzes: Am Ende bezahlen die Vorsorgeeinrichtungen die Rechnung.

Gemäss altbewährter Formel, welche seit Jahren für die Festlegung des BVG-Mindestzinssatzes Gültigkeit hatte, hätte der Satz für 2019 0.5% betragen. Die BVG-Kommission hat dieses Jahr eine neue Berechnungsformel entwickelt, welche nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern sogar von Monat zu Monat einen stark variierenden Mindestzins ergibt. Gemäss dieser neuen Formel beläuft sich der Zins auf 0.75%.

Der Bundesrat hat nun den definitiven Satz für 2019 auf 1% festgelegt, indem er sich auf einen anderen Monat bezogen hat. Seine Wahl fiel weder auf den historischen Monat Juli, noch auf den letzten verfügbaren Monat, sondern auf September.

Die Rechnung müssen nun die Vorsorgeeinrichtungen bezahlen, indem sie ihren Versicherten überhöhte Zinsen garantieren müssen. Dies kann nur über das Eingehen von Risiken geschehen. Es bleibt fraglich, ob dies mit einer langfristigen Entwicklung zu Gunsten der Versicherten vereinbar ist. Eine Festlegung durch das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtungen wäre deshalb dringend nötig.