Die Altersrentenproblematik ist hochaktuell

Seit mehreren Jahren wird die Pensionskassenlandschaft von einigen schwierigen und inzwischen wohlbekannten Rahmenbedingungen geprägt. An erste Stelle ist die kontinuierlich steigende Lebenserwartung zu erwähnen. Aber auch andere Faktoren, wie das anhaltende tiefe Zinsniveau sowie die regulatorischen Einflüsse, erschweren den Handlungsspielraum der Vorsorgeeinrichtungen. Von diesen Begleitumständen sind sowohl firmeneigene als auch Sammeleinrichtungen betroffen.

Die meisten Pensionskassen haben darauf reagiert und unter anderen Massnahmen den technischen Zins gesenkt, teilweise sogar unter den momentan geltenden Referenzzinssatz von 2%. Diese Verstärkungen wurden in der Regel durch die verfügbaren Mittel der Stiftung finanziert. Das ging zu Gunsten einer verbesserten zukünftigen Risikofähigkeit, aber auch indirekt zu Lasten der Verzinsung der aktiven Versicherten. Auch zeigt sich, dass sich der Deckungsgrad der meisten Pensionskassen in den letzten Jahren trotz dieser Verstärkungen verbessert hat und im Durchschnitt bei 111.1% liegt.

Sinkender Referenzzinssatz

Vor diesem Hintergrund dürfte es nun ein guter Zeitpunkt sein, sich eingehender mit der Altersrentenproblematik auseinanderzusetzen. Was müssen die Stiftungen dabei beachten? Grundsätzlich sollten die Verzinsung der aktiven Versicherten und der Rentner etwa gleichwertig sein. Das ist zwar noch immer nicht der Fall, aber die Differenz zwischen der Verzinsung der Sparguthaben (im Minimum gemäss BVG 1%) und dem technischen Zinssatz der Rentner (im Maximum gemäss Referenzzinssatz 2%) hat sich deutlich verringert. Des Weiteren sollten in Zukunft die Verstärkungen der Deckungskapitalien der Rentner weniger ausgeprägt sein. Wie die folgende Grafik illustriert, liegen die Aussichten bezüglich dem minimalen Referenzzinssatz ab 2025 bei 1.5%. Und nicht zuletzt entspricht es dem Grundgedanken der beruflichen Vorsorge, die Altersleistungen in Rentenform zu leisten und zusammen mit den aktiven Versicherten zu verwalten. Wir sind der Meinung, dass Altersrentner zusammen mit den Aktiven in die Vorsorge gehören, weil dort die Bedingungen besser sind. In diesem Zusammenhang ist der Trend zu beobachten, die Rentner soweit wie möglich von den aktiven Versicherten zu trennen. Diese Trennung schiebt die Problematik allerdings nur hinaus.

Der Zusammenhang der Rentner der beruflichen Vorsorge mit dem Arbeitgeber ist gegeben und die Rentnerfrage stellt sich bei jeder Änderung des Vorsorgeträgers, respektive spätestens bei der Auflösung der Vorsorgeeinrichtung. Deshalb sind wir meistens zurückhaltend beim Rentenbehalt und wir empfehlen, die Rentner genügend ausfinanziert in der Vorsorgeeinrichtung zusammen mit den Aktiven zu führen.

Rentnerbestand flexibel verwalten

Bei der Mobiliar werden die Deckungskapitalien der Altersrentner seit dem 1. Januar 2018 einheitlich mit einem technischen Zinssatz von 1% bewertet. Je nach Altersstruktur kann es deshalb für die Stiftung, welche ihre Altersrenten bei der Mobiliar führt, interessant sein, diese Rentner in die Stiftung zu übertragen. Wir können dabei weiterhin die Verwaltung des Rentenbestandes und die Auszahlung der Renten auf Dienstleistungsbasis für die Pensionskasse übernehmen. Sofern weiterhin ein Vertrag für die Abdeckung der Risiken Tod und Invalidität der Aktiven besteht, ist es ebenfalls möglich, die bereits bestehenden Altersrenten vorerst bei der Mobiliar zu lassen und nur die in Zukunft entstehenden Neurentner in der Stiftung zu führen. Unser Key Account Manager steht für Fragen in diesem Zusammenhang gerne zur Verfügung.

 

Quellen

  • Durchschnitt der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen, Pensionskassen-Monitor von Swisscanto per 31.03.2018
  • Simulation Referenzzinssatz PPCmetrics