mobi__icon--right Created with Sketch.

die Mobiliar

""
""

Nur transparente Lösungen machen Sinn

Gemischte Lebensversicherungen verbinden Risikoleistungen mit einem Sparteil. Worauf sollten potenzielle Kundinnen und Kunden achten? Und welche Lösung ist die richtige? Mobiliar-Vorsorgeexperte Marco Comugnaro erklärt.

Was sind eigentlich «gemischte» oder «Spar- Lebensversicherungen»?

Sie verbinden ein Sparziel mit der finanziellen Absicherung der Risiken Tod und Invalidität. Sie werden auch «kapitalbildende Lebensversicherungen» genannt. Die Idee dahinter ist, dass man sich langfristig vornimmt, regelmässig Prämien zu zahlen. Solche Produkte bestehen aus drei Teilen: der Sparkomponente, der Risikokomponente (Erwerbsunfähigkeit, Tod und Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit) und den Kosten für Verwaltung und den Abschluss. Diese Lebensversicherungen gibt es als gebundene Vorsorge (3a) oder als freie Vorsorge (3b).

Was werfen Kritiker den kapitalbildenden Lebensversicherungen vor, und warum?

Im Zentrum steht die Transparenz: Es sei jeweils nicht klar ausgewiesen, welcher Teil der Prämie für den Spar- und welcher für den Risikoteil verwendet wird und wie hoch die Gebühren sind. Daraus ergibt sich der zweite Punkt: Weil im Fall einer frühzeitigen Vertragsauflösung durch die Versicherten die nicht amortisierten Abschlusskosten verrechnet werden, resultieren in den ersten Jahren keine oder sehr niedrige Rückkaufswerte. Dasselbe passiert auch bei erzwungenen Einzahlungspausen, etwa durch Erwerbsausfall. Die langjährige Verpflichtung zur Prämienzahlung kann so zum Korsett werden.

Wie geht die Mobiliar damit um?

Wir haben unsere Produktpalette bereits vor längerer Zeit vollständig überarbeitet und den veränderten Kundenbedürfnissen nach mehr Transparenz angepasst. Wir weisen die Prämienkomponenten Sparen, Risiko und Kosten separat aus – analog der bekannten Prämienaufteilung in der Pensionskasse. Auch der zweite Punkt trifft so bei der Mobiliar nicht zu. Denn, unabhängig von der Vertragsdauer, ist bei der Mobiliar die Liquidität des Spargefässes jederzeit während der gesamten Vertragsdauer gegeben. Bei einem Rückkauf werden lediglich Saldierungsgebühren fällig, ähnlich wie bei einer Bankkontosaldierung. Bei der Mobiliar fliesst der ausgewiesene Sparfranken stets zu 100 Prozent in den Spartopf. So haben auch kurzfristige Planänderungen wie Prämienpausen oder Rückkäufe keine einschneidenden finanziellen Einbussen zur Folge. Nicht zurückerstattet erhält man die bezahlten Prämien für die Risiko- und Kostenkomponenten, da im Ernstfall der Risikoschutz gegriffen hätte.

Wo liegt der Nutzen einer Prämienbefreiung bei Sparversicherungen?

Spart man über ein reines Bank- oder Wertschriftenkonto, läuft der Sparvorgang nur, solange die versicherte Person die Einzahlung leistet. Eine langfristige Erwerbsunfähigkeit kann finanzielle Einbussen mit sich bringen, was das Sparvorhaben gefährdet. Kann aufgrund einer Invalidität kein Erwerbseinkommen mehr generiert werden, ist zudem die Weiterführung von 3a-Sparvorhaben nicht mehr möglich. Wählt man für das Sparvorhaben eine 3a-Sparversicherungslösung, wird bei einer langfristigen Erwerbsunfähigkeit die Prämienzahlung von der Versicherungsgesellschaft übernommen und das finale Sparziel trotzdem erreicht. Zudem müssen die Leistungen aus der Prämienbefreiung nicht versteuert werden, wie das etwa bei Leistungen aus reinen Erwerbsunfähigkeitsrenten der Fall ist.

Was bedeuten die Zusatzleistungen Todesfallkapital und Erwerbsunfähigkeitsrente?

Das Todesfallkapital wird beim Tod der Versicherten ausbezahlt, und das auch bereits nach kurzer Vertragslaufzeit; es ist also eine Leistung für die Hinterbliebenen. Bei 3a-Versicherungen ist klar geregelt, wer das ist; bei 3b-Lösungen können die Begünstigten frei bestimmt werden.

Die Erwerbsunfähigkeitsrentenversicherung hingegen garantiert eine Rentenauszahlung nach einer vorgängig definierten Wartefrist, falls die versicherte Person infolge Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise erwerbsunfähig wird. Dies als Ergänzung der Rentenleistungen der ersten und zweiten Säule.

Wichtig ist auch hier die Kostentransparenz und eine genaue Bedarfsabklärung. Wie bei einem Baukastensystem versichern die Kunden nur das, was sie brauchen, und erhalten Transparenz zu den Kosten.

Was ist von «hohen Renditechancen» zu halten?

Es sind Chancen, aber keine Garantien. Denn Renditen, etwa in Form von Dividenden oder Kauf- und Verkaufsgewinnen, sind nicht prognostizierbar. Als gesichert gilt nur: Ein langfristiger Anlagehorizont, möglichst mit breiter Diversifizierung, senkt die Volatilität, also starke Schwankungen. Grundsätzlich bewegt man sich bei der Geldanlage und Vorsorge immer in einem Dreieck: Rendite, Flexibilität und Sicherheit stehen in einem Spannungsverhältnis. Renditeträchtige Investitionen sind mit höheren Risiken verbunden. Wer stattdessen aufgrund langfristiger Sparziele auf Liquidität verzichtet, erzielt mehr Rendite bei grösserer Sicherheit.

Wie muss man sich weiter informieren?

Es lohnt sich, bei solch langfristigen Entscheidungen alle Unterlagen einzufordern, alle offenen Fragen zu klären und sich schriftlich bestätigen zu lassen.

""

Quelle: Interview aus der Handelszeitung 19.11.2020