Versicherungsberater auf Welttournee

Er tritt als Gitarrist von DJ Bobo vor Tausenden von Fans auf. Versicherungsberater Andreas Sigrist (41) schafft die Balance zwischen Familie, Mobiliar und Musikbusiness.

Familienvater, Versicherungsberater und Musiker: Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

Die Balance muss stimmen – und das ist eine Organisationsfrage. Ich mache 40 % Musik und arbeite 60 % als Versicherungsberater. Daneben schaue ich, dass ich genügend Zeit für die Familie habe. Diese richtige Balance zu finden, war ein langer Prozess.

Kommen Ihnen die neuen Arbeitsformen dabei entgegen?

Absolut. Zu Beginn nahm ich unbezahlten Urlaub, um auf Tournee zu gehen. Heute ist das anders. Auf Tour hat man viel freie Zeit – die nutze ich für die Arbeit. Um 8.30 Uhr ist Tagwache im Hotel, dann setze ich mich an den Laptop, bearbeite E-Mails und telefoniere mit Kunden.

Stichwort Tourneen: Sie sind seit über zehn Jahren als Gitarrist mit DJ Bobo unterwegs. Wie kam es dazu?

2002 spielte ich mit Gölä im Hallenstadion. Parallel war ich mit meiner Band Aextra unterwegs. Damals erhielt ich einen Anruf des musikalischen Leiters von DJ Bobo. Er fragte mich, ob ich für ein Konzert als Gitarrist aushelfen könne. Ich habe zuerst gezögert, ob sich der grosse Aufwand für eine Show lohnt, habe aber schliesslich zugesagt. Weil sich DJ Bobo dann von seinem Gitarristen getrennt hat, wurden aus dieser einen Show fünf, dann zehn. Und dann kam die Anfrage, ob ich auf Tour gehen möchte.

Wie erleben Sie DJ Bobo?

Er ist sehr menschlich. Und sehr direkt. Streng. Hochprofessionell. Er weiss, was er will. Vor einer Tour proben wir jeweils während zwei Wochen im Europa-Park. Da gibt’s einen strikten Ablauf mit geregelten Arbeitszeiten. Jeder einzelne Ton wird analysiert, jeder Song wird aufgenommen.

Welches sind die grössten Shows, die Sie mit DJ Bobo gespielt haben?

Das waren zwei Auftritte im Olympiastadion Berlin vor 64 000 Leuten. Für mich ging ein Kindheitstraum in Erfüllung. Morgens um halb acht war Soundcheck. Ich stand auf der Bühne und blickte in dieses riesige Stadion mit den vielen Lautsprechern. Ein unvergessliches Erlebnis.

Stand je zur Debatte, nur noch auf die Karte Musik zu setzen?

Nie. Das Gefühl ist für mich das gleiche – ob ich auf der Bühne stehe oder als Versicherungsberater unterwegs bin. Ich liebe den Kundenkontakt und die Möglichkeit, mir meinen Alltag selber einteilen zu können. Ob ich für die Mobiliar oder für DJ Bobo arbeite, macht keinen Unterschied. Ich bin jeden Morgen gleich motiviert.

Die Musikbranche war in den letzten Jahren stark im Umbruch. Wie nehmen Sie die Versicherungswelt wahr?

Die ganzen technologischen Entwicklungen spürt man in unserer Branche extrem. Als ich 1992 angefangen habe, hatten wir nur den Host. Heute haben wir viel mehr Tools zur Verfügung für unsere Arbeit. Aber ich habe mich schon immer für Online-Themen interessiert und habe keine Angst vor digitalen Trends.