Millionenschaden nach Brand in Affoltern

Freitag, 17. Juli 2015

Der Anruf erreicht die Mobiliar kurz vor Mitternacht. Bei der Bieri Schreinerei in Affoltern i.E. brennt es. Das Feuer zerstört die Existenz von Stefan Bieri. Die Mobiliar steht ihm vor Ort bei.

«Es ist ein trauriger Anblick», sagt Schreiner Stefan Bieri. Wo einst das zweistöckige Haus stand, liegt jetzt alles in Trümmern. Anstelle des Hausdachs ragen am Tag nach dem Brand verkohlte Balken in alle Himmelsrichtungen. Feuerwehrschläuche liegen wild durcheinander und der Boden ist von schwarzer Asche übersät. Am Strassenrand steht noch immer das Warnsignal «Feuerwehr». In der Luft liegt der beissende Geruch von Rauch.

Feuer und Vaterglück

Am Montagabend bricht in der Bieri Schreinerei Feuer aus. «Ich war noch bei der Arbeit, als mich ein Motorradfahrer um 19.30 Uhr auf Rauch im ersten Stock aufmerksam machte», sagt Stefan Bieri. Die Feuerwehr ist schnell da. Doch das Feuer breitet sich aus, die Schreinerei brennt bis auf die Grundmauern nieder. «Ich bin selber in der Feuerwehr. Von daher war mir schnell klar, dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist», sagt Stefan Bieri. Er versucht sofort, seine Mitarbeiter zu erreichen. «Den einen konnte ich am nächsten Morgen noch vor der Arbeit abfangen, um es ihm schonend beizubringen», erzählt Bieri. «Der andere ist in der Brandnacht Vater geworden. Er weiss zwar vom Brand, soll jetzt aber zuerst einmal sein Vaterglück geniessen».

Mobiliar rechnet mit Millionenschaden

Bieri hatte seit dem Brand keine ruhige Minute mehr: Gespräche mit der Polizei, der Feuerwehr und Versicherungsmitarbeitenden reihen sich aneinander. Um ihn zu unterstützen, ist Schadeninspektor Hansruedi Birrer vom Hauptsitz der Mobiliar nach Affoltern i.E. gefahren. Er begutachtet den Schaden – zusammen mit Sandra Rindlisbacher, Schadenleiterin der Mobiliar Burgdorf, und Versicherungsberater Urs Iseli von der Agentur Sumiswald. Die Zeichen scheinen eindeutig: «So wie es heute aussieht, gehen wir von einem Totalschaden aus. Wir rechnen mit Kosten von rund 1,5 Millionen Franken», schätzt Schadeninspektor Birrer. Die Brandursache war ein technischer Defekt in der elektrischen Hausinstallation im Dachstock der Schreinerei.

Wiederaufbau braucht Geduld und Geld

Bis Stefan Bieri seine Schreinerei wieder eröffnen kann, dauert es rund zwei Jahre. «Die Zeit braucht es für den Aufbau des Gebäudes und weil die Maschinen lange Lieferfristen haben», erklärt Schadeninspektor Hansruedi Birrer.
Während einer gewissen Zeit werden die Einnahmen ausbleiben. Kosten wie Löhne oder die vorübergehende Miete von Gebäude und Maschinen fallen trotzdem an. «Es ist für ein Unternehmen wie eine Schreinerei enorm wichtig, den Betriebsunterbruch zu versichern», sagt Birrer. «So ist die Existenz im Schadenfall gesichert».

Familie und Angestellten gehts gut

Stefan Bieri ist dankbar für die rasche Arbeit der Mobiliar und froh, dass er gut abgesichert ist. Doch für ihn steht zurzeit im Vordergrund, «dass es meiner Familie und meinen Angestellten gut geht». Bieri ist erst vor drei Monaten in das Gebäude gezogen, ob die Schreinerei aber wieder am gleichen Ort aufgebaut wird, ist noch offen. Er muss zuerst das Geschehene verarbeiten.