Lagebericht der Genossenschaft

Die Statuten der Genossenschaft sehen vor, dass der Verwaltungsrat gewährleisten und sicherstellen muss, dass seine Mitglieder die Möglichkeit haben, Versicherungsverträge mit der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG abzuschliessen.

Überschussfonds

Gesetzliches und regulatorisches Umfeld

Am 12. Februar 2017 hat das Schweizer Stimmvolk die Vorlage zur Unternehmenssteuerreform III abgelehnt. Die ermässigte Besteuerung von Holding-, Domizil- und gemischten Gesellschaften bleibt somit vorerst bestehen. Aufgrund des unvermindert hohen internationalen Drucks ist jedoch davon auszugehen, dass diese Privilegien mittelfristig abgeschafft werden.

Der Bundesrat beabsichtigt eine Modernisierung des Aktienrechts. Er hat dazu in seiner November-Sitzung die Botschaft zuhanden des Parlaments verabschiedet. Im Zentrum steht, die Gründungs- und Kapitalvorschriften flexibler zu gestalten, die Aktionärsrechte zu stärken und Vergütungsvorschriften massvoll zu regulieren. Weiter will der Bundesrat mittels Richtwerten die Gleichstellung zwischen Mann und Frau in der Vertretung im obersten Kader grosser börsenkotierter Gesellschaften fördern.

Unser Engagement

Die Wahrnehmung unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung gegenüber Kunden, Mitarbeitenden und der Schweizer Allgemeinheit ist seit der Gründung der Mobiliar im Jahr 1826 ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Der methodische Ansatz, um diese Verantwortung noch gezielter wahrnehmen zu können, basiert auf dem Zusammenführen von Forschungs- und Praxiserfahrung mit kreativen Prozessen. Ein besonderes Anliegen ist uns dabei die persönliche Nähe zu den Menschen in allen vier Sprachregionen der Schweiz. Diese Nähe hilft uns, ihre Bedürfnisse zu identifizieren und unser Gesellschaftsengagement auch auf lokale Gegebenheiten auszurichten. So unterstützen wir unter anderem Forschungsprojekte, ermöglichen neue Dialoge zwischen Kunst und Gesellschaft, fördern Präventionsprojekte zum Schutz vor Naturgefahren in verschiedenen Landesregionen und stärken die Innovationskraft von Schweizer Unternehmen im Mobiliar Forum Thun.

Das Gesellschaftsengagement der Mobiliar hat gegenüber anderen Unternehmen und Mitbewerbern ein hohes Differenzierungspotenzial und stärkt die Marke Mobiliar. Eine ideale Kommunikationsplattform bildete beispielsweise die Partnerschaft der Mobiliar mit den SBB zu «Gottardo 2016». Um unser Engagement glaubwürdig zu vermitteln, realisierten wir eine Kampagne, mit welcher wir schweizweit ein breites Publikum ansprechen konnten.

Die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft verfügt über eine genügend hohe Eigenmittelausstattung und ist nicht auf die Aufnahme von fremden Mitteln am Kapitalmarkt oder bei Dritten angewiesen. Dementsprechend weist sie einen sehr tiefen Verschuldungsgrad aus. Die im Fremdkapital ausgewiesene grösste Position beinhaltet den Überschussfonds, der beispielsweise für Präventionsprojekte, die Finanzierung von Lehrstühlen oder die Unterstützung weiterer Innovationsthemen eingesetzt wird. Rund 40% der Mittel sind im Überschussfonds konkreten Themen zugeteilt.

Finanzierung von Investitionen

2016 erhielt die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft von ihrer Tochtergesellschaft, der Schweizerischen Mobiliar Holding AG, eine Dividende von CHF 25.0 Mio. Die Genossenschaft investiert in Bilder und weitere Kunstobjekte. Dafür wendete sie im Berichtsjahr einen Betrag von CHF 677000 auf. Es wurden keine weiteren Investitionen getätigt.

Daneben engagiert sich die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft in sozialen und gesellschaftlichen Themen wie beispielsweise der Prävention, indem substanzielle Beiträge als Teil- oder Anschubfinanzierung für Bauprojekte zur Verhinderung respektive Minderung von Schäden durch Naturgefahren geleistet werden. Weitere kulturelle, soziale und gemeinnützige Themen unterstützt die Genossenschaft mit der Zuwendung eines Betrags aus dem Gewinn an die Jubiläumsstiftung und an den Vergabungsfonds. Zudem bestehen verschiedene Kooperationsverträge mit der Universität Bern, der ETH Zürich, der EPFL Lausanne und der Schlossberg Thun AG (für das Mobiliar Forum Thun).

Risikobeurteilung

Die Geschäftsführung der Genossenschaft ist, soweit nicht das Gesetz, die Statuten oder das Organisationsreglement der Genossenschaft anderes vorsehen, an die Holding delegiert. Die strategischen Entscheide zu Positionierungsthemen obliegen dem Verwaltungsrat der Genossenschaft, während die Führung und operative Umsetzung der entsprechenden Aktivitäten an die Holding delegiert sind. Die Konzernleitungsaufgaben über die in der Holding zusammengefassten Konzerngesellschaften, einschliesslich der Positionierung der Mobiliar als Versicherungsgruppe, obliegen ebenfalls der Holding. Mit der Ausgestaltung des unternehmensweiten Risk Managements und des internen Kontrollsystems nimmt der Verwaltungsrat Holding die oberste Verantwortung für das Risk Management der Versicherungsgruppe wahr.

Ein Strategierisiko ergibt sich für die Genossenschaft dadurch, dass der Verwaltungsrat der Holding die Geschäftsführung nicht gemäss dem Gesellschaftszweck der Genossenschaft umsetzen könnte. Um dies zu verhindern, muss der Verwaltungsrat der Genossenschaft, der bei der Generalversammlung der Holding die Aktionärsrechte der Genossenschaft ausübt, bei der Auswahl der Verwaltungsratsmitglieder der Holding die nötige Sorgfalt walten lassen, diesen die nötigen Weisungen erteilen und seinen Kontroll- und Aufsichtspflichten nachkommen. Zur Vorbereitung entsprechender Wahlbeschlüsse unterstützt ihn der aus Verwaltungsratsmitgliedern der Genossenschaft bestehende Governance-Ausschuss. Für die Genossenschaft ergeben sich zudem Marktrisiken aus der Werthaltigkeit der Beteiligung an der Holding sowie des Darlehens an die Holding. Der Verwaltungsrat der Genossenschaft lässt sich daher regelmässig über den Geschäftsgang des Versicherungskonzerns orientieren. Ferner vergewissert er sich im Rahmen der Genehmigung des konsolidierten Abschlusses der Holding, ob die Genossenschafterinnen und Genossenschafter in ihrer Eigenschaft als Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG am Überschuss angemessen beteiligt werden.

Aus der Positionierung der Mobiliar in der Schweizer Öffentlichkeit könnten für die Genossenschaft Strategie- und Reputationsrisiken entstehen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, befasst sich der aus Mitgliedern des Verwaltungsrats der Genossenschaft bestehende Positionierungsausschuss vertieft mit den ausgewählten Positionierungsthemen, bereitet die strategischen Grundsatzentscheide des Verwaltungsrats in diesem Zusammenhang vor und überwacht die aktuellen beziehungsweise in der Vergangenheit ergriffenen Positionierungsmassnahmen. Der Positionierungsausschuss informiert den Verwaltungsrat der Genossenschaft im Rahmen eines halbjährlich erstellten Reportings über seine Tätigkeit.

Veränderungen in der Führung

Da sowohl die Geschäftsführung der Genossenschaft als auch die Konzernleitungsaufgaben an die Schweizerische Mobiliar Holding AG delegiert sind, besteht auf Stufe Genossenschaft keine Geschäftsleitung und damit auch kein Führungskader im eigentlichen Sinn. Zählt man den Verwaltungsrat zum Führungskader, so waren im Berichtsjahr folgende Änderungen zu verzeichnen: Dr. Leana Isler schied per Delegiertenversammlung vom 18. Mai 2016 aus dem Verwaltungsrat aus. Neu in den Verwaltungsrat wurden für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt: Laura Sadis (lic. oec. publ., dipl. Steuerexpertin, Lugano) sowie Carole Hubscher (Präsidentin des Verwaltungsrats der Caran d’Ache SA, Thônex).

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Die Mobiliar unterstützt die Forschung zu Klimarisiken und Naturgefahren an der Universität Bern, jene zur Datenanalytik an der ETH Zürich und die EPFL Lausanne in der Forschung zu Stadtökologie und nachhaltigem Wohnen. Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Forschungsaktivitäten sind im im Berichtsteil Unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung, Kapitel Naturgefahrenprävention sowie Kapitel Wohnen und Zusammenleben wiedergegeben.

Aussergewöhnliche Ereignisse

Im Berichtsjahr gab es keine aussergewöhnlichen Ereignisse.

Zukunftsaussichten

Die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft ist Alleineigentümerin der Schweizerischen Mobiliar Holding AG. Die grössten Aktiva der Genossenschaft bestehen aus der Beteiligung an und dem Darlehen gegenüber der Holding in Höhe von CHF 150 Mio. Eine Änderung ist nicht vorgesehen. Wie im Bericht der Genossenschaft ausgeführt, beträgt die jährliche Dividende seit dem Geschäftsjahr 2016 neu CHF 25.0 Mio. Damit wird sichergestellt, dass der Überschussfonds auch in Zukunft auf einem stabilen Niveau gehalten und weitere Positionierungsaktivitäten finanziert werden können. Voraussetzung für das künftige Wohlergehen und die nachhaltig positive Entwicklung der Genossenschaft ist eine weitere erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Holding.

Für weitergehende Informationen zur Genossenschaft sowie zum Inhalt und Stand der verschiedenen Positionierungsaktivitäten verweisen wir auf den Berichtsteil Unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung.