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die Mobiliar

Geschäftsjahr in Kürze

Die Mobiliar ist sehr gut am Markt positioniert und hat ihr Wachstum weiter ausgebaut. Für das Geschäftsjahr 2019 weist die Gruppe ein hervorragendes Ergebnis aus. Das gute Resultat ermöglicht es uns, einen freiwilligen Zuschuss an die firmeneigenen Vorsorgeeinrichtungen zu leisten.

Versicherungen decken Risiken ab und erfüllen damit eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe. Der Finanzsektor, der Banken und Versicherungen umfasst, gehört zu den grössten Wirtschaftszweigen der Schweiz. In den letzten 20 Jahren wuchs dieser Sektor leicht stärker als die Gesamtwirtschaft. Dabei erwies sich insbesondere die Versicherungsbranche als stabiler Wachstumstreiber. Wie eine im November 2019 veröffentlichte Studie von BAK Economics AG zeigt, tragen Banken und Versicherungen inzwischen anteilsmässig etwa gleich viel zur direkten Bruttowertschöpfung des Finanzsektors von über 63 Mia. Franken bei. Dies entspricht einem hohen Wertschöpfungsanteil von rund 9% und zeigt die Bedeutung des Schweizer Finanzsektors für die Wirtschaft unseres Landes. 2019 leistete die Mobiliar einen Beitrag von 4.113 Mia. Franken.

Die Gruppe Mobiliar setzte ihren Wachstumskurs im Berichtsjahr nahtlos fort. Diesen Erfolg verdanken wir unserer attraktiven Angebotspalette an qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie der Leistungsbereitschaft und dem Engagement unserer Mitarbeitenden. Sie halten mit ihrem Know-how und ihrer Kompetenz unsere Servicequalität auf dem hohen Niveau, welches unsere Kundinnen und Kunden zu Recht von uns erwarten.

Im Nicht-Lebengeschäft konnten wir unsere bereits starke Position im Markt weiter ausbauen. Mit einem Anstieg von 3.8% konnten wir das Gesamtmarktwachstum von 1.9% einmal mehr klar übertreffen. Wie in den Vorjahren gelang es uns, das Prämienvolumen in allen strategischen Geschäftsfeldern zu steigern. In der Berichtsperiode profitierten wir von einem insgesamt deutlich unterdurchschnittlichen und auch unter dem Vorjahr liegenden Schadenverlauf.

Im Lebengeschäft konnten wir uns im Geschäft mit Risiko-Todesfallversicherungen für Privatpersonen als Marktführerin behaupten und unsere bedeutende Stellung in der Rückversicherung von Vorsorgeeinrichtungen sichern. Mit einer Steigerung von 6.2% bei den periodisch wiederkehrenden Prämien erzielten wir in der privaten Vorsorge erneut ein über dem Markt (0.3%) liegendes Wachstum. In der beruflichen Vorsorge bewegte sich das Volumen der Jahresprämien in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld auf dem Niveau des Vorjahres. Auf der Leistungsseite fielen die Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr tiefer aus.

Obwohl die weltweite Konjunktur im Berichtsjahr an Schwung einbüsste und sich die politische Lage zwischenzeitlich ziemlich fragil präsentierte, legten die Finanzmärkte dank der Unterstützung der Zentralbanken kräftig zu. Wir konnten von diesem guten Marktumfeld profitieren und erzielten ein im Vergleich zum Vorjahr markant höheres finanzielles Ergebnis. Die Mobiliar weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 488.6 Mio. Franken aus. Dieser wäre ohne die geleistete Zuwendung an unsere Vorsorgeeinrichtungen sogar noch höher ausgefallen.

Das anhaltend tiefe Zinsumfeld und die zunehmende Lebenserwartung haben einschneidende Auswirkungen auf die Rentenverpflichtungen. Es ist uns ein grosses Anliegen, die gut ausgebauten Leistungen unserer Pensionskassen zu sichern. Unsere Vorsorgeeinrichtungen haben den technischen Zinssatz für den Umwandlungssatz und die Bilanzierung der Rentendeckungskapitalien per Ende 2019 von 1.75% auf 1.25% gesenkt. Um die damit verbundenen Strukturmassnahmen zu unterstützen, hat der Verwaltungsrat entschieden, einen freiwilligen Zuschuss an die Pensionskassen in Höhe von 73.0 Mio. Franken zu leisten. Mit diesem Betrag können die laufenden Renten ausfinanziert und Quersubventionierungen durch die aktiv im Berufsleben stehenden Versicherten vermieden werden.

Die Mobiliar will auch künftig stärker als der Markt wachsen. Mit den durch uns aufgebauten Ökosystemen «Mieten, Kaufen, Wohnen» und «Dienstleistungen für KMU» begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden zusammen mit unseren Partnern, Beteiligungen und Tochtergesellschaften auch vor und nach dem klassischen Versicherungsgeschäft. Nachdem wir uns 2018 mit dem Kauf von bexio AG in erster Linie auf den KMU-Markt konzentriert hatten, lancierten wir im Berichtsjahr zusammen mit GARAIO REM das Portal «aroov» für Mieter und Immobilienverwaltungen. Mieter können sich künftig über aroov digital für eine Wohnung bewerben, den Mietvertrag unterzeichnen, den Umzug organisieren und allfällige Schäden melden. Zudem können sie von Zusatzdienstleistungen profitieren, wie beispielsweise eine Rechtsberatung buchen, Versicherungsverträge oder eine Mietkaution ohne Bankdepot mit unserer Tochtergesellschaft SC, SwissCaution SA abschliessen. Im Bildteil des vorliegenden Geschäftsberichts stellen wir vor, welche innovativen und interessanten Angebote die Mobiliar ihren Privat- und Unternehmenskunden über ihr klassisches Kerngeschäft hinaus bereits heute zur Verfügung stellt. Ferner konnten wir als Miteigentümerin von Scout24 Schweiz AG unser Versicherungs-Know-how beim Aufbau des im November 2019 lancierten Vergleichsportals FinanceScout24 einbringen. Der neue Vergleichsdienst ermöglicht in einem ersten Schritt den Vergleich von Motorfahrzeugversicherungen, Hypotheken und Privatkrediten.

Die Mobiliar als persönlichste Versicherung der Schweiz will auch in der digitalen Welt erfolgreich bleiben. Im Berichtsjahr tätigten wir Investitionen von über 160 Mio. Franken in unser IT-Projektportfolio. In diesem Betrag bereits enthalten sind 50 Mio. Franken zusätzlich gesprochene Mittel zur Beschleunigung der digitalen Transformation. 2019 haben wir verschiedenste Vorhaben gestartet und umgesetzt. Das grösste Projekt konnten wir mit der Produktivsetzung der erneuerten Systeme für die Abwicklung der Rechtsfälle der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG erfolgreich abschliessen.

In den vergangenen Monaten haben wir 150 zusätzliche Mitarbeitende in den Bereichen Software-Entwicklung sowie Business- und Datenanalyse eingestellt. Da die Zahl der gut ausgebildeten IT-Fachkräfte der steigenden Nachfrage nicht standhält, wollen wir mit einem überarbeiteten Ausbildungsprogramm für Lernende den eigenen IT-Nachwuchs sichern. Die Mobiliar ist eine moderne und zukunftsorientierte Arbeitgeberin. So stellen wir unseren Mitarbeitenden eine Arbeitsumgebung mit offenen und dialogfördernden Bürolandschaften zur Verfügung. Wir bieten mobil-flexibles Arbeiten, das heisst zeitliche und räumliche Arbeitsflexibilität wie beispielsweise Home-Office, das Arbeiten an einem externen Standort oder Teilzeitpensen, damit Familie, Beruf und persönliche Weiterentwicklung miteinander im Einklang stehen.

Im Rahmen unseres Gesellschaftsengagements haben wir unsere Positionierungsaktivitäten in den vier Feldern Prävention und Natur, Kunst und Kultur, Unternehmen und Arbeit sowie Wohnen und Zusammenleben konsequent weiterverfolgt und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Im Berichtsjahr konnten wir bereits das 5-Jahr-Jubiläum des Mobiliar Forum Thun feiern. Seit 2014 begleiteten wir rund 2000 Teilnehmende in über 140 Workshops und leisteten damit einen Beitrag zur Förderung der Innovationskompetenz und -kultur von Schweizer KMU. Im Juli 2019 beschäftigten sich über 330 Jugendliche in Fiesch im Atelier du Futur auf kreative Weise mit dem Thema Zukunftsverantwortung. Dabei führten wir das Sommercamp erstmals auch in französischer Sprache durch. Mithilfe der Betreuenden, Workshop-Leitenden und vieler spannender Persönlichkeiten setzten sich die Jugendlichen damit auseinander, wie sie selbst auf einfache Weise einen positiven Beitrag für ihre eigene Zukunft leisten können. Damit die Wissenschaft neue Erkenntnisse in der Hagelforschung gewinnen kann, finanziert die Mobiliar ein Hagelmessnetz. Dieses wird in Zusammenarbeit zwischen dem Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern, MeteoSchweiz und der Firma inNET in besonders hagelgefährdeten Gebieten in der Schweiz aufgebaut. Nachdem 2018 die ersten 25 Sensoren im Napfgebiet in Betrieb genommen werden konnten, wurden im Berichtsjahr 40 weitere Sensoren im Tessin und erneut im Gebiet rund um den Napf aufgestellt. Die restlichen 15 Sensoren werden bis im Frühling 2020 im Jura installiert. Die Mobiliar unterstützt zudem seit Jahren Präventionsprojekte zum Schutz vor Hochwasser. Um bei Unwettern Schäden in besonders exponierten Regionen schneller und besser zu begrenzen, schenkte die Mobiliar den fünf Stützpunktfeuerwehren in Zofingen, Sitten, Locarno, Interlaken-Bödeli und Berneck-Au-Heerbrugg einen neuartigen mobilen Container mit modularen, insgesamt 400 Meter langen Schutzdämmen. An der ETH Zürich und der EPF Lausanne unterstützen wir Forschungsprojekte, um neue Erkenntnisse zu Themen wie künstliche Intelligenz und Städtebau der Zukunft zu gewinnen.

Per 1. September 2019 hat der Verwaltungsrat Jean-Philippe Moser zum Nachfolger von Thomas Boyer als Leiter der Vorsorge und Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Wir wünschen ihm viel Erfolg und Freude bei seiner neuen Aufgabe. Thomas Boyer danken wir für die gute Zusammenarbeit und sein langjähriges Engagement für das Lebengeschäft der Mobiliar.

Wir bedanken uns bei unseren vielen neuen und langjährigen Kundinnen und Kunden herzlich für ihr Vertrauen und freuen uns, gemeinsam mit ihnen unsere Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.

Urs Berger                                       Markus Hongler
Präsident des Verwaltungsrats       CEO