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die Mobiliar

Naturgefahrenprävention

Die Mobiliar fördert schweizweit Präventionsmassnahmen, um mögliche Gefahrenpotenziale frühzeitig zu ermitteln und Schäden zu verhindern.

Für einen angemessenen Schutz müssen wir wissen, wo welche Schäden entstehen können. Zudem benötigen wir verlässliche Schutzmassnahmen. Genau hier setzt das Engagement der Mobiliar an. Während die unterstützten Präventionsprojekte Schäden direkt und zuverlässig vermindern, kümmern sich das Mobiliar Lab für Naturrisiken und die Professur für Klimafolgenforschung an der Universität Bern bei den gesellschaftsrelevanten Forschungsprojekten um zukünftige Risiken.

Präventionsprojekte

Bauliche Schutzmassnahmen sind zentral, um die Risiken von Naturgefahren zu reduzieren und Schäden zu verhindern. Seit 2006 hat die Mobiliar insgesamt 130 Präventionsprojekte mitfinanziert und dafür mehr als CHF 35 Mio. bereitgestellt. Im Berichtsjahr haben wir 13 neue Präventionsprojekte unterstützt. Diese Projekte schützen insgesamt rund 8000 Personen in knapp 4000 Haushalten, 5000 Gebäude und rund 1300 Unternehmen. Sämtliche unterstützten Projekte verringern die Überschwemmungsgefahren nachweislich massiv – und damit auch die Schadenerwartung. Einige der Projekte erzielen aber auch dann einen grossen Mehrwert für die Gesellschaft, wenn kein Hochwasser droht. Ein Beispiel dafür ist das umfassende Projekt in der Stadt Delsberg. Nach der verheerenden Überschwemmung 2007 hat sich Delsberg zum Ziel gesetzt, nicht nur den Hochwasserschutz auszubauen, sondern auch das Stadtbild und Naherholungsgebiet zu verbessern. So entstehen nun auf einer Länge von mehreren Kilometern neue Erholungsräume am Wasser. Gleichzeitig wird die Innenstadt im Bereich des Flüsschens Sorne aufgewertet. In dieses Projekt waren wir von Beginn an involviert und unterstützen nun nach den ersten zwei auch die dritte Etappe des Ausbaus. Damit erreichen wir mehr als eine reine Reduktion der Schadenerwartung. Wir fördern zugleich nachhaltig die Lebensqualität in der jurassischen Kantonshauptstadt. Schäden durch Überschwemmungen lassen sich mit baulichen Massnahmen verhindern oder zumindest reduzieren. Bei Hagel ist dies deutlich schwieriger. So kann ein Fahrzeug nur dann vor Hagel geschützt werden, wenn es rechtzeitig an einen sicheren Ort gebracht wird. Vorhersage und Warnung sind mithin zentrale Elemente der Schadenprävention.

Da aber genau hier bis anhin ein wichtiges Mosaiksteinchen fehlte, haben wir damit begonnen, die hierfür notwendigen Informationen und Parameter zu gewinnen. Wetterradardaten müssen mit Bodendaten abgeglichen werden, damit die Vorhersage für Hagel substanziell verbessert werden kann. Dazu werden zum einen die über 60000 Meldungen aus der Bevölkerung verwendet, die seit 2015 über die App der MeteoSchweiz – in Zusammenarbeit mit dem Mobiliar Lab für Naturrisiken – eingegangen sind. Zum anderen unterstützt die Mobiliar den Aufbau des Schweizer Hagelmessnetzes.

Erforschung von Klimarisiken und Naturgefahren

Ein wichtiges Standbein unseres Engagements für die Naturgefahrenprävention ist nach wie vor die intensive Zusammenarbeit mit der Universität Bern, an welcher das Mobiliar Lab für Naturrisiken und eine Professur für Klimafolgenforschung angesiedelt sind. Nebst den laufenden Forschungsprojekten, die Hintergründe, Auftreten und Schadenpotenzial von zukünftigen extremen Naturereignissen analysieren, konnte 2018 auch die «Forschungsinitiative Hochwasserrisiko – vom Verstehen zum Handeln» erste Ergebnisse liefern. Der neue Name der Forschungsinitiative, die bisher den Projektnamen «Schadensimulator» trug, versinnbildlicht ein wichtiges Ziel des Labs, nämlich den Bogen von der Wissenschaft zur Praxis zu spannen. Wir unterstützen nicht nur international anerkannte Forschung, sondern wollen die gewonnenen Erkenntnisse auch der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern als Handlungsgrundlagen zugänglich machen. So stärken wir das Risikobewusstsein, reduzieren längerfristig die Schadenlast und tragen dazu bei, dass Schäden durch Naturgefahren auch in Zeiten des Klimawandels versicherbar bleiben. Damit wir diese gesellschaftsrelevanten Ziele erreichen, wird die  Forschungsinitiative von einer breit abgestützten Gruppe aus Vertretern von Gemeinden, Kantonen, dem Bund, Fachverbänden und der Assekuranz begleitet. 2018 wurden im Rahmen der Forschungsinitiative Hochwasserrisiko verschiedene Produkte für Bevölkerung und Entscheidungsträger fertiggestellt. So publizierte beispielsweise das Mobiliar Lab im Mai 2018 die Website ueberschwemmungsgedaechtnis.ch. Auf einer Schweizer Karte werden Fotos von vergangenen Überschwemmungen punktgenau angezeigt. Die User können dabei auf der Webseite selber Fotos hochladen. Gleichzeitig wurde auch die Website risikodynamik.ch aufgeschaltet. Sie zeigt am Beispiel der Emme, dass sich das Hochwasserrisiko im Lauf der Zeit stark verändert, und zwar in Abhängigkeit von der Siedlungsentwicklung und den Schutzmassnahmen. Beide Websites stärken das Risikobewusstsein und zeigen die Notwendigkeit von Schutzmassnahmen auf. Sie wurden unter Fachleuten sehr gut aufgenommen und stossen auch in der Bevölkerung auf Interesse.