Zwei junge Frauen tragen Kisten aus dem Auto zur neuen gemeinsamen Wohnung
Ratgeber

Zusammenziehen in der Schweiz

Der Guide für die erste gemeinsame Wohnung

Der erste gemeinsame Haushalt ist ein grosser Schritt –ob als Paar oder mit Freund:innen in einer WG. Neben Vorfreude auf die neue Wohnung kommen auch viele Fragen auf. In diesem Guide finden Sie praktische Tipps rund um Budget, Organisation und gemeinsame Finanzen – damit der Start ins Zusammenleben möglichst stressfrei gelingt.

  • Lesezeit: 8 Minuten
  • Letztes Update: Juni 2026
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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um zusammenzuziehen?

Den einen richtigen Zeitpunkt, der für alle gilt, gibt es wohl nicht. Die Entscheidung, mit dem Kumpel eine WG zu gründen ist bestimmt schneller gefasst, als der Beschluss als Paar zusammenzuziehen. Gerade das Zusammenziehen in einer romantischen Beziehung ist für viele ein grosser Schritt. Die Meinungen sind hier ganz verschieden. Die einen sehen es als Härtetest für die Beziehung, andere wollen nicht zu jung zusammenziehen und sich zuerst ganz sicher sein. Der richtige Zeitpunkt ist also individuell. Wichtig ist, dass sich beide bereit fühlen und finanziell dazu in der Lage sind.

Typische Fehler beim zu frühen Zusammenziehen

Erst nach dem Zusammenzug bemerkt, dass die andere Person nicht so viel von Aufräumen und Putzen hält wie Sie? Haben Sie beim Möbelkauf festgestellt, dass sie Ihre Liebe zum Broki-Charme überhaupt nicht teilt und es lieber clean und modern hätte ? Ob der Umzug in die gemeinsame Wohnung zu früh war, hängt weniger von der Zeit ab als von guter Kommunikation. Typische Fehler sind daher ungeklärte oder falsche Erwartungen und somit unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben.

Beziehung, Alltag und Erwartungen realistisch einschätzen

Egal ob WG oder Konkubinat*: stellen Sie sicher, dass Sie einige Dinge schon vor der Wohnungssuche klären.
Wir haben Ihnen ein paar Fragen zusammengestellt, die helfen können:

  • Welche Idee haben wir vom Zusammenleben?
  • Warum wollen wir zusammenziehen?
  • Wie gross sollte die Wohnung sein?
  • Müssten alle Möbel neu gekauft werden, oder wer bringt was mit?
  • Wenn neue Möbel angeschafft werden: neuwertig oder Occasion?
  • Haben wir beide denselben oder einen ähnlichen Sinn für Ordnung?
  • Wie werden die Finanzen geregelt

*Wenn Menschen in einer Eheähnlichen Gemeinschaft zusammenleben ohne verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft zu sein.
 

Was kostet das Zusammenziehen in der Schweiz wirklich?

Wer hier gerne eine konkrete Zahl vorgefunden hätte, wird leider enttäuscht. Wie immer kommt es darauf an. Machen Sie alles selbst und mit Freund:innen, engagieren Sie ein Zügelunternehmen für den Umzug und die Reinigung oder eine Mischung daraus? Wir haben ein paar mögliche Posten und die Preise dazu aufgeführt, damit Sie sich ein Bild machen können.

Brauchen Sie noch Umzugskartons?

Auf der Generalagentur in Ihrer Nähe erhalten Sie nicht nur eine gute Beratung zu den nötigen Versicherungen, wer es braucht, erhält auch gleich Zügelkisten für den Umzug.

Fixkosten: Miete, Nebenkosten, Versicherungen

Mit den Umzugskosten ist es natürlich noch nicht getan. Als kleiner Reminder oder für alle, die gerade das Hotel Mama verlassen, das sind die Fixkosten, mit denen Sie rechnen sollten:

Internet

Spar-Tipp: mit einem guten Mobile Abo können Sie auch einfach einen Hotspot machen und sich die Kosten für ein WLAN-Abo sparen.

TV/Streaming

Ein Abo pro Haushalt reicht aus.

Mietkaution

bis zu drei Monatsmieten, mit einer Mietkautionsversicherung zahlen Sie jährlich eine Gebühr, statt das Geld auf einem Konto zu blockieren.

Hausrats- und Privathaftpflichtversicherung

Diese Versicherungen können pro Haushalt abgeschlossen werden.

Miete

Die Miete sollte inklusive Nebenkosten pro Person maximal ein Drittel des Nettogehalts betragen.

 

Dazu kommen noch variable Kosten wie Lebensmittel, Freizeit und Haushalt.

Beispiel-Budget für junge Paare und Studierende (Schweiz)

Es lohnt sich, vor dem Zusammenziehen ein Budget zu erstellen. Online finden Sie praktische Beispielbudgets, die Sie nur für sich anpassen müssen und schon haben Sie einen Überblick.

Spartipps für Studierende und Berufseinsteiger

Bei folgenden Budgetposten können Sie sich den ein oder anderen Franken sparen:

  • Streaming-Dienste und Musikplattformen:
    Anstatt, dass jede Person für sich ein Abo hat, wechseln Sie auf geteilte Abos und reduzieren  Sie so die Kosten pro Person. 
  • Internet:
    Wenn Sie sowieso ein Handy-Abo mit unbeschränkten Daten haben, statt WLAN zuhause einfach einen Hotspot mit dem Smartphone machen. 
     

Erste gemeinsame Wohnung: Wer zahlt was?

Diskussionen über Geld sind schwierig und können Freundschaften sowie Beziehungen auf die Probe stellen. Auch hier ist der Schlüssel eine gute Kommunikation. Werden Sie sich am besten schon vor dem grossen Umzug klar, wie Sie die Kosten aufteilen möchten.

Kosten fair aufteilen – diese Modelle gibt es

Sozialistischer Ansatz: 
Das Paar / die Wohngemeinschaft sieht sich als Einheit, das heisst, egal, wer was rein gibt, beiden bleibt am Schluss gleich viel übrig.
Diese Variante eignet sich gut für Familien, wenn eine Person reduziert arbeitet und die andere weiterhin Karriere macht, so kann die unbezahlte Care-Arbeit etwas ausgeglichen werden. 

 

Einkommen

Einzahlung Haushaltsbudget

«Sackgeld»

Person A

4 500

3 150

1 350

Person B

6 200

4 850

1 350

Total

10 700

8 000

 

 

 

50:50: 
Wie es der Titel schon sagt, werden bei dieser Methode einfach alle Kosten halb-halb aufgeteilt, egal wer wie viel verdient. Dieser Ansatz eignet sich gut, wenn alle ungefähr gleich viel  verdienen.

 

Einkommen

Einzahlung Haushaltsbudget

«Sackgeld»

Person A

4 500

3 000

1 500

Person B

4 700

3 000

1 700

Total

9 200

6 000

 

Prozentual: 
Jede Person bezahlt prozentual so viel in das Haushaltsbudget ein, wie sie sich leisten kann. Diese Variante eignet sich gut, wenn nicht alle gleich viel verdienen. Hier hat jedoch die Person, die mehr verdient auch mehr für sich übrig.

 

 

Einkommen

Prozent

Einzahlung Haushaltsbudget

«Sackgeld»

Person A

4 500

42

3  360

1 140
Person B

6 200

58

4 640

1 560
Total

10 700

100

8 000

 

Gemeinsames Konto: sinnvoll oder nicht?

Ein gemeinsames Konto für Haushaltsausgaben und gemeinsame Fixkosten ist vor allem für Paare praktisch. Das Konto läuft auf beide Namen und Sie machen ab, wer wie viel monatlich darauf einzahlt. So ist das Geld auf dem eigenen Konto immer zur freien Verfügung und die Rechnerei, wer wem noch wie viel schuldet, fällt weg. 

Geld als Konfliktfaktor vermeiden

Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten mit dem gemeinsam erarbeiteten Plan einverstanden sind. Denken Sie daran, dass fair nicht unbedingt «alle zahlen genau gleich viel» bedeutet. Bleiben Sie immer offen und ehrlich miteinander. Gerade in einer Beziehung hat der Streit um Geld oft einen tieferen emotionalen Grund, fragen Sie sich deshalb zuerst selbst, ob es wirklich die Finanzen sind oder ob das Thema gerade als Stellvertreter für ein anderes tieferliegendes Problem herhalten muss.

Versicherungen beim Zusammenziehen: Das müssen Sie wissen

Eine Hausrat- und eine Privathaftpflichtversicherung sind empfehlenswert, die Hausratversicherung ist in manchen Kantonen sogar obligatorisch. Sie brauchen diese aber nicht alle einzeln abzuschliessen, eine Versicherung pro Haushalt reicht aus.

Organisation: So klappt der Umzug stressfrei

Zusammenziehen bringt mehr Aufwand mit sich als nur Kisten zu packen. In einer gemeinsamen To Do Liste können Sie festhalten, wer welche Aufgaben übernimmt. Legen Sie fest, wer welche Möbel mitbringt und was Sie doppelt haben. Apropos doppelt: prüfen Sie frühzeitig, welche Abos Sie beide haben, die zusammengelegt werden könnten, damit Sie keine Kündigungsfristen verpassen.

Checkliste

In unserem Ratgeber zur ersten eigenen Wohnung finden Sie weitere, hilfreiche Infos und Checklisten. 

Fragen & Antworten

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