Gemeinsamer Haushalt – Versicherungen und Hauskauf
Wenn zwei Personen zusammenziehen, ist es sinnvoll, die Hausrat- und Haftpflichtversicherungen sowie die Rechtsschutzversicherung zu überprüfen und wenn möglich zusammenzulegen. So lassen sich unnötige Doppelversicherungen vermeiden.
Wollen Sie ein gemeinsames Eigenheim, sollten Sie klären, wie die Eigentumsverhältnisse geregelt werden. Trotz gemeinsamen Zukunftsplänen sollten Sie beim Kauf das Vorgehen für einen möglichen Trennungsfall schriftlich festhalten. Darin wird festgelegt, wer das Haus übernimmt oder dort weiterhin wohnen wird. Auch die Verantwortlichkeiten für Hypothekarzinsen sowie für den Unterhalt werden dabei geregelt.
Kinder – gemeinsame Nachkommen und Stiefkinder
Mit der Geburt des gemeinsamen Kindes entsteht das gesetzliche Kindesverhältnis bei Konkubinatspaaren nur zur Mutter. Zum Vater gibt es ohne besondere Vorkehrungen kein rechtliches Kindesverhältnis. Die Eltern können zudem erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben möchten. Dazu müssen die Eltern entweder beim Zivilstandsamt oder bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden KESB eine schriftliche Erklärung abgeben. Seit 2018 kann eine Person das Kind des Partners via Stiefkindsadoption adoptieren. Dafür müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein. Genauere Informationen finden Sie bei ch.ch. Nicht gemeinsame Kinder behalten den bisherigen Nachnamen, gemeinsame Kinder erhalten standardmässig den Nachnamen der Mutter. Allerdings kann auch der Nachname des Vaters beim Zivilstandsamt beantragt werden.
Im Krankheitsfall – medizinische Versorgung und Informationen
Im Krankheitsfall haben Personen im Konkubinat nicht automatisch dieselben Rechte wie Ehepaare. Mit einer Vollmacht oder Patientenverfügung können Sie frühzeitig regeln, wer Sie in bestimmten Situationen vertreten oder bei medizinischen Entscheidungen einbezogen werden soll.
Vorsorge, AHV und Pensionskasse
Bei Paaren im Konkubinat werden die AHV-Renten separat berechnet. Anders als bei Ehepaaren werden die beiden Renten nicht gemeinsam begrenzt.
Bei einer Trennung gibt es keinen Ausgleich des Guthabens. Im Todesfall besteht für die hinterbliebene Person im Konkubinat kein Anspruch auf eine AHV-Witwen- oder Witwerrente.
Bei der Pensionskasse (2. Säule) und der Säule 3a kann eine Begünstigung der Partnerin oder des Partners möglich sein. Prüfen Sie frühzeitig, welche Voraussetzungen dafür gelten. Prüfen Sie deshalb auch in der privaten Vorsorge, ob und wie Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner begünstigen möchten.
Testament und Erbrecht
Konkubinatspartnerinnen und -partner haben keinen gesetzlichen Erbanspruch. Wenn Sie möchten, dass Ihre Partnerin oder Ihr Partner erbt, müssen Sie dies beispielsweise in einem Testament festhalten. Die Pflichtteile der Kinder der verstorbenen Person müssen dabei berücksichtigt werden. Je nach Kanton kann zudem eine Erbschaftssteuer anfallen. Eine Todesfallversicherung kann die finanzielle Absicherung der Partnerin oder des Partners ergänzen.
Der Konkubinatsvertrag
Ein Vertrag klingt unromantisch, kann das Leben aber vereinfachen. Ein Konkubinatsvertrag regelt verschiedene dieser Aspekte. Er hilft auch, damit bei einer allfälligen Trennung keine Streitigkeiten entstehen.
Der Vertrag sollte schriftlich erstellt und von beiden Partnern unterzeichnet werden. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht Vorschrift. Ergänzen sollte den Vertrag ein Inventar. Im Vertrag können folgende Punkte geregelt werden:
- Beteiligung an den Haushaltskosten (Miete, Versicherungen, Lebensmittel etc.)
- Inventar
- Mietverhältnis (was gilt bei einer allfälligen Trennung?)
- Unterhalt
- Vermögen bzw. Schulden
Fazit
Ein allgemein geltendes Fazit ist nicht möglich. Wichtig ist, dass Sie als Paar eine Lebensform wählen, die für Sie stimmt. Ihr Leben wird einfacher, wenn Sie gemeinsame Entscheide für alle Fälle (z. B in einem Konkubinatsvertrag) festhalten.











