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Ratgeber

Wasserschaden

Frühwarnzeichen erkennen, Wasserschäden vorbeugen, Hilfe erhalten

Ein Wasserschaden kommt immer ungelegen und bringt viel Aufwand mit sich. Können Wasserschäden verhindert werden? Was tun wenn es schon passiert ist und was zahlt eigentlich welche Versicherung? Finden Sie Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Wasserschaden.

  • Lesezeit: 7 Minuten
  • Letztes Update: Mai 2026
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Sie haben eine Hausratversicherung bei der Mobiliar und benötigen Hilfe?

Die 24 h HomeAssistance ist rund um die Uhr für Sie da – entweder online oder unter der Nummer 00800 16 16 16 16.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wasserschaden kann plötzlich auftreten und erhebliche Schäden verursachen. Es ist wichtig, schnell zu handeln, um Folgeschäden zu vermeiden.
  • Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen, im Ernstfall richtig zu reagieren. Von der Schadensbegrenzung bis zur Meldung an die Versicherung unterstützen wir Sie dabei.
  • Erfahren Sie, wie Sie Wasserschäden vorbeugen können, um Ihr Zuhause zu schützen. Praktische Tipps helfen Ihnen, potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen.
  • Wir erklären, welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt und wie Sie Ihren Anspruch geltend machen. So sind Sie im Schadensfall bestens informiert.
Auf dieser Seite

Ursachen von Wasserschäden

Eine der häufigsten Ursachen für Wasserschäden an Gebäuden und Mobiliar war in den letzten Jahren die Alterung oder Durchrostung von Leitungen und Rohren. Möbel, Teppiche und andere Einrichtungsgegenstände wurden am häufigsten durch Rückstau beschädigt. Auch  Regen, Schnee und Schmelzwasser verursachen gerade an Gebäuden häufig Schäden. 

Alterung und Durchrostung

Schäden durch den normalen Alterungs- und Abnutzungsprozess kommen in Schweizer Gebäuden am häufigsten vor. Mit der richtigen Prävention  muss es aber nicht zu grossen Schäden kommen.

Regen, Schnee und Schmelzwasser

Wasser dringt durch das Dach, Dachrinnen oder Aussenablaufrohre in das Gebäude. Dabei können unter anderem die Innenräume mitsamt den Einrichtungsgegenständen beschädigt werden.

Rückstau

Von einem Rückstau sprechen Expert:innen, wenn Wasser aus der Kanalisation in das Gebäude zurückgedrückt wird und dort Schäden verursacht.

Dies kann passieren, wenn die Kanalisation überlastet ist, z.B. durch starke Regenfälle, Verstopfungen oder technische Probleme im Abwassersystem. Das Wasser kann dann durch Abflüsse, Toiletten, Waschbecken oder andere sanitäre Einrichtungen in das Gebäude eindringen und Schäden anrichten.

Frühwarnzeichen für Wasserschäden

Bevor Sie in eine grosse Pfütze treten, können schon kleinere Zeichen auf einen Wasserschaden hindeuten. Steigt zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit in einem Raum ohne ersichtlichen Grund an, kann das ein Hinweis sein. Weitere Zeichen können feuchte Wände, Schimmelbildung oder Wasserflecken sein. Schlägt das Parkett plötzlich Wellen oder fangen sich Fliesen an zu lösen sollten Sie ebenfalls wachsam sein und reagieren.

Präventionsmassnahmen gegen Wasserschäden

Rohre und Geräte sollten regelmässig kontrolliert und gewartet werden. Prüfen Sie ausserdem die Abdichtungen von Fenstern und Türen und erneuern Sie diese wenn nötig. Installieren Sie einen Wassermelder, das kann helfen,, Lecks frühzeitig zu entdecken und grössere Schäden vermeiden. 

Checkliste zur Kontrolle und Wartung von Sanitäranlagen

Die folgenden Unterhalts- und Kontrollintervalle empfehlen wir Ihnen:

Feinfilter (bei der Wasseruhr/beim Wasserzähler):

Filterpatrone auswechseln. Erstes Mal ein Jahr nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise jährlich.

Entkalkungsgerät:

Nach Vorschrift warten. Erste Wartung ein Jahr nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle 5 Jahre.

Wassereinlaufschacht (Sandfang):

Kontrollieren und entleeren. Erste Wartung ein Jahr nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise jährlich.

Sickerleitungen durchspülen

Erste Wartung zwei Jahre nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle fünf Jahre.

Geschirrspüler:

Prüfen, ob Wasser- und Ablaufanschlüsse noch dicht sind oder Knicke haben. Erste Wartung drei Jahre nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle drei Jahre.

Boiler:

Innenkontrolle/Entkalken, Schutzanode (Opferanode) ersetzen; Kontrollintervalle hängen von der Wasserqualität ab (Kalk) erstes Mal drei Jahre nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle drei Jahre.

Kalt- und Warmwasserleitungen:

Hahnen, Ventile, Verteilbatterie und Gesamtinstallation auf Dichtheit prüfen. Erste Wartung fünf Jahre nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle fünf Jahre.

Dusch- und Badewannen: 

Zustand der Platten- und Abdichtungsfugen kontrollieren und, wo nötig, ausbessern oder ersetzen. Erste Wartung fünf Jahre nach Inbetriebnahme, bei einem Neubau ein bis zwei Jahre. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle fünf Jahre.

Kanalisationsleitungen (Grundleitungen): 

Im Gebäude durchspülen erstes Mal fünf Jahre nach Inbetriebnahme. Danach, nach Absprache mit einer Fachperson, üblicherweise alle fünf Jahre.

Dilatationsfugen/Verbindungsfugen (meist aussen am Gebäude):

Anschlüsse von Terrasse zu Fassade, regelmässig (alle fünf Jahre) kontrollieren. 

Haushaltsversicherung

Ob ein undichter Ablauf in der Badewanne oder der Keller unter Wasser. Die Haushaltsversicherung kombiniert alle Versicherungen rund ums Wohnen ob Sie zur Miete wohnen oder ein eigenes Haus haben.

Erste Schritte bei einem Wasserschaden

Wasserschaden? Das sollten Sie sofort tun: 

Wasser und Strom abstellen

Stellen Sie den Hauptwasserhahn oder die betroffene Wasserquelle sofort ab, um weiteren Wasseraustritt zu verhindern. Besteht die Gefahr von elektrischen Schäden oder Kurzschlüssen, stellen Sie den Strom im betroffenen Bereich aus.

Dokumentieren des Schadens

Fotografieren Sie den Schaden aus verschiedenen Perspektiven und machen Sie sich Notizen dazu. Diese sind wichtig um später die Schadenhöhe und Ursachen einschätzen zu können.

Schaden melden

Melden Sie den Schaden umgehend Ihrer Versicherung. So kann Ihnen schnell geholfen werden.

Schadenminderung

  • Tun Sie nun alles um den Schaden so gut es geht zu mindern.
  • Entfernen Sie so viel Wasser wie möglich durch Abpumpen oder mit Hilfe von Eimern.
  • Öffnen Sie Fenster und Türen um die Luftzirkulation zu fördern und die Trocknung zu unterstützen.
  • Entfernen Sie betroffene Möbel und Gegenstände.
  • Stellen Sie empfindliche Gegenstände in die Höhe.

Professionelle Hilfe

Ziehen Sie, wenn nötig, Fachpersonen hinzu um den Wasserschaden zu beseitigen.

Veränderungen vermeiden

Verändern Sie nur was nötig ist um den Schaden zu mindern. So können die Schadenursache und der Schadenumfang korrekt festgestellt werden.

Professionelle Hilfe

Haben Sie einen Umfangreichen Schaden und können die Ursache nicht sofort erkennen oder beheben? Dann sollten Sie eine Fachkraft hinzuziehen. Wurden elektrische Installationen in Mitleidenschaft gezogen oder sind andere komplexe Reparaturen, zum Beispiel an Wasserleitungen, nötig? Auch dann lassen Sie sich besser durch Fachpersonen helfen. Ihre Versicherung kann ebenfalls fordern, Fachleuten hinzuzuziehen, um den Schaden korrekt zu dokumentieren und regulieren.

Im Schadenfall rund um die Uhr für Sie da

Fragen und Antworten

Finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Wasserschaden.

Die Versicherung zahlt den Wasserschaden nicht, wenn er, unter anderen, durch folgende Ereignisse verursacht wurde:

  • Wartungs- und Revisionsarbeite
  • Vermischung von Flüssigkeiten
  • Eindringen von Wasser durch offene Dachluken
  • Rückstauschäden, für die
  • der Eigentümer der Kanalisation haftbar ist.
  • allmähliches Ausfliessen zum Beispiel aus Aquarien oder Wasserbetten
  • Feuer- oder Elementarschäden
  • Baugrund- und Konstruktionsmängel
  • kriegerische Ereignisse
  • Ausfall der öffentlichen Energieversorgung
  • elektromagnetische Ereignisse
  • kantonale Versicherungspflichten
  • Erdbeben und Vulkanausbrüche 

 

Weitere Informationen zu allfälligen Ausschlüssen finden Sie in den Allgemeinen Versicherungsbedinungen. Ihr:e Versicherungsberater:in hilft Ihnen ebenfalls gerne weiter.

Ein Wasserschaden kann in einigen Fällen von alleine trocknen, jedoch ist dies oft nicht ausreichend und kann zu langfristigen Problemen führen. Faktoren wie die Art des Wasserschadens, die betroffenen Materialien und die Umgebungsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle.

In vielen Fällen bleibt Feuchtigkeit in Wänden, Böden oder Möbeln zurück, was Schimmelbildung und strukturelle Schäden zur Folge haben kann. Daher ist es ratsam, bei einem Wasserschaden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine gründliche Trocknung und Sanierung sicherzustellen.

Bei einem Wasserschaden hängt es von der Art des Schadens und den betroffenen Versicherungen ab, wer die Kosten übernimmt. Folgende Versicherungen können betroffen sein: 

  • Hausratversicherung
    Deckt Schäden am Hausrat, die durch Wasser verursacht wurden, zum Beispiel durch auslaufende Wasserleitungen, Regen-, Schnee- und Schmelzwasser, Rückstau aus der Kanalisation, Grundwasser und Hangwasser sowie Wasserbetten, Aquarien, Zierbrunnen und Luftbefeuchter. 
    Versichert sind auch Schäden durch auslaufende Flüssigkeiten aus Heizungs- und Tankanlagen sowie aus Wärmeaustauscher- und Wärmepumpen-Kreislaufsystemen.
  • Gebäudeversicherung
    Deckt Schäden am Gebäude selbst, die durch Wasser verursacht wurden, z.B. durch auslaufende Wasser- und Gasleitungen, Frostschäden an Wasserleitungsanlagen, Regen-, Schnee- und Schmelzwasser, Rückstau aus der Kanalisation, Grundwasser und Hangwasser sowie Wasserbetten, Aquarien, Zierbrunnen und Luftbefeuchter.
    Versichert sind auch die Kosten für das Freilegen und Reparieren undichter Leitungen sowie die damit verbundenen Suchkosten.
  • Privathaftpflichtversicherung: Deckt Schäden, die Dritten durch das Verhalten der versicherten Person entstanden sind. Wenn z.B. ein Mieter einen Wasserschaden verursacht, der das Eigentum der Vermieterschaft oder von Nachbarn:innen beschädigt, kann die Privathaftpflichtversicherung des Mietenden die Kosten übernehmen.
  • Elementarschäden wie Hochwasser oder Überschwemmungen sind durch die Elementarversicherung abgedeckt.

Die genaue Deckung und der Selbstbehalt hängen von den individuellen Versicherungsverträgen ab. Es ist wichtig, den Schaden umgehend der jeweiligen Versicherung zu melden und die Versicherungsbedingungen zu prüfen, um festzustellen, welche Versicherung für den spezifischen Wasserschaden aufkommt.

 

Je nach dem, wie schwer der Wasserschaden ist und welche Raumgrösse es betrifft, kommt ein anderes Trocknungsgerät in Frage. 

Kondensatsionstrockner / Bautrockner

Diese Trockner entziehen der Luft Feuchtigkeit, indem sie die Luft abkühlen und das Wasser kondensieren. Sie sind für den Einsatz in geschlossenen Räumen geeignet.

Adsorptionstrockner
Diese Trockner nutzen hygroskopische Materialien, um Feuchtigkeit aus der Luft zu ziehen. Sie sind besonders effektiv bei niedrigen Temperaturen und können in unbeheizten Räumen eingesetzt werden. Da die Abluft die entzogene Feuchtigkeit enthält, muss diese unbedingt aus dem Raum abgeführt werden können.

Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten, welche Art Trockner bei Ihnen in Frage kommt.

Ein Wasserschaden sollte so schnell wie möglich gemeldet und behoben werden. Je nach Art und Grösse des Schadens sollten Sie innerhalb von 24 – 48 Stunden reagieren. Je länger das Wasser steht, desto grösser ist das Risiko für strukturelle Schäden und Schimmelbildung. 

Haben Sie Ihrer Vermiterin den Wasserschaden rechtzeitig gemeldet, könnten Sie Anrecht auf eine Mietzinsreduktion haben. Auf jedenfall ist die Vermieterschaft verpflichtet den Schaden zu beheben. Weitere spannende Inhalte finden Sie im Rechtsratgeber zum -Thema Mängel in der Mietwohnung 

Hat Ihnen dieser Ratgeber geholfen?