Verantwortungsvolle Unternehmensführung rückt immer stärker ins Rampenlicht: Kundinnen und Kunden sowie Investierende verlangen zunehmend nach nachhaltigen Produkten und Geschäftsmodellen. Auch seitens des Gesetzgebers steigt der Druck, Nachhaltigkeitsaspekte in den Geschäftsalltag zu integrieren und transparent darüber zu berichten.
Rund 1'800 Unternehmen geben Einblick in Nachhaltigkeitsbemühungen
Wie gehen Schweizer Firmen mit den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit um – heute auf operativer und zukunftsgerichtet auf strategischer Ebene? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Diese Fragen beantwortet die nationale Studie «Swiss Sustainability Gap 2024». Rund 1'800 Unternehmen aus verschiedenen Branchen – 96 % davon KMU – haben teilgenommen. Die Fragen waren nach den drei ESG-Faktoren ausgerichtet. ESG steht für „Environmental“ (Umwelt), „Social“ (Gesellschaft) und „Governance“ (gute Unternehmensführung).

Louisa Hugenschmidt - Studienleiterin
Die 5 Hauptaussagen der Studie
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit und Performance bilden keinen Widerspruch.
Breit verankert
Nachhaltigkeitsaspekte fliessen bei vielen Unternehmen bereits in unterschiedliche Bereiche der Unternehmensführung ein.
Luft nach oben
Es besteht ein deutliches Potenzial für einen stärkeren Einbezug von Nachhaltigkeitsaspekten – operativ wie strategisch.
Viele Herausforderungen
Strategisch stehen die Unternehmen im Thema Nachhaltigkeit besser da als operativ – der Bedarf wird gesehen, die Umsetzung ist herausfordernd.
KMU im Fokus
KMU haben es schwer – es fehlen Ressourcen (Stichwort Governance). Aber: Ihr Beitrag ist zentral. Best-Practices und Hilfestellungen können Orientierung geben.
Die wichtigsten Studienresultate als Grafik




«Es bleibt noch viel zu tun.»
«Die Schweizer Wirtschaft ist auf dem richtigen Weg», sagt Studienleiterin Louisa Hugenschmidt von BAK Economics. «Aber es bleibt noch viel zu tun.» Erfahren Sie mehr über die Resultate der Studie im Interview mit Louisa Hugenschmidt.
Laden Sie die komplette Studie herunter
Die repräsentative Studie wurde vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics im Auftrag der Mobiliar durchgeführt. 1800 Unternehmen nahmen Teil - davon 96 % KMU.
Fragen und Antworten rund um die Studie
- Der Sustainability Gap bezeichnet die Differenz zwischen dem möglichen Einbezug von Nachhaltigkeit und dem tatsächlichen Einbezug. Dabei geht es einerseits um die Strategie – also um den Blick in die Zukunft –, andererseits um das operative Geschäft.
- Der mögliche Wert des Gaps liegt zwischen 0 und 100. Je kleiner der Wert, desto nachhaltiger sind die Unternehmen aufgestellt.
- Der Swiss Sustainability Gap 2024 liegt über alle Unternehmen betrachtet bei 44.8. Dieser Wert ist der Durchschnittswert zwischen der strategischen Komponente (Gap 38.3) und der operativen Komponente (Gap 51.4).
- Strategisch werden Nachhaltigkeitsgrundsätze bereits stärker einbezogen als sie operativ umgesetzt werden.
- Nach Sprachregionen ausgewertet ist der Gap bei nicht deutschsprachigen Kantonen tiefer (41.9) als bei deutschsprachigen (45.3).
- KMU haben in Sachen Nachhaltigkeit den grössten Aufholbedarf. Je grösser die Unternehmen, desto kleiner ist der Sustainability Gap (36.4 bei Grossunternehmen, 39.6 bei mittleren, 44.4 bei kleinen und 46.0 bei Mikrounternehmen).
- KMU fehlt es vor allem an Ressourcen und Orientierung, um sich Nachhaltigkeitsaspekten stärker zu widmen.
- Dabei wird unterschätzt, dass Nachhaltigkeit auch dazu beitragen kann, Kosten im Betrieb zu senken.
- Die Mobiliar unterstützt KMU beispielsweise mit Initiativen wie dem Mobiliar Forum dabei, sich fit für eine nachhaltige Zukunft zu machen.
- Der CO2-Manager erlaubt es KMU, den CO2-Fussabdruck präzise zu messen, Massnahmen zur Emissionsreduktion zu evaluieren und Fortschritte zu verfolgen. Mobiliar Kunden profitieren von einem Rabatt auf Jahresabonnements.
- Massnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (soziale Nachhaltigkeit) senken Absenzen und Kosten.
- Solaranlagen produzieren Strom ökologisch und reduzieren längerfristig die Stromkosten. Abgesichert werden sie im Rahmen der Gebäudeversicherung.
- Die «Toolbox Agenda 2030» des Bundes gibt Unternehmen praktische Hilfen, um sich im Sinne der Agenda 2030 aufzustellen und auszurichten.










