Fakten auf einen Blick
Nicht jede Zahl erzählt eine Geschichte. Diese schon. Die wichtigsten Erkenntnisse der Cyberstudie 2026 auf einen Blick.
81%
Vier von fünf Schweizer KMU erwarten, dass Künstliche Intelligenz Cyberangriffe verstärkt. Neue Technologien schaffen Chancen. Gleichzeitig entstehen neue Risiken.
35'000+
So viele Schweizer KMU waren in den letzten drei Jahren von einem schwerwiegenden Cyberangriff betroffen. Cyberkriminalität ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr.
52%
Mehr als die Hälfte der KMU schätzt das Risiko eines Cyberangriffs mit Betriebsausfall als eher gering ein. Die grösste Gefahr ist oft nicht fehlendes Wissen, sondern ein falsches Gefühl von Sicherheit.
90% / 27%
Fast alle KMU erstellen Backups. Doch nur rund jedes vierte Unternehmen testet regelmässig, ob die Daten im Ernstfall auch wiederhergestellt werden können.
23%
Cyberkriminalität gehört zu den grössten strategischen Risiken für Schweizer KMU. Sie wird gleich häufig genannt wie Inflation und Kostensteigerungen und sogar häufiger als Fachkräftemangel.
31%
Nur rund jedes dritte KMU schult seine Mitarbeitenden regelmässig zu Cyberrisiken. Dabei gehören informierte Mitarbeitende zu den wirksamsten Schutzmassnahmen.
Cybersicherheit ist mehr als ein IT-Thema

Jesús Pampín - Leiter Kompetenzzentrum Cyber Risk, die Mobiliar

Marc K. Peter - Professor für Digital Business, HES-SO Valais-Wallis School of Management
Cyberkriminalität betrifft längst nicht nur die anderen
Cyberkriminalität ist für Schweizer KMU längst mehr als ein IT-Thema. Die grosse Mehrheit der Unternehmen ist sich der Gefahr bewusst und verfolgt die Entwicklung rund um KI aufmerksam. Gleichzeitig schätzen viele das Risiko für das eigene Unternehmen weiterhin als eher gering ein, obschon die Anzahl von schwerwiegenden Cyberangriffen betroffenen KMU zugenommen hat.
Die Studie zeigt: Cyberangriffe werden heute als reale Bedrohung wahrgenommen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob man sich damit beschäftigt, sondern wie gut man darauf vorbereitet ist.
Viele KMU schützen ihre Technik. Aber vergessen die Organisation.
Viele technische Schutzmassnahmen sind heute in Schweizer KMU etabliert. Software-Updates, Firewalls, Mehrfaktor-Authentifizierung und Backups gehören für viele Unternehmen zum Standard.
Die grössten Schwachstellen liegen häufig an anderer Stelle: bei Prozessen, Zuständigkeiten und der Vorbereitung auf den Ernstfall.
Backup vorhanden. Aber funktioniert es auch?
Neun von zehn KMU erstellen regelmässig Backups. Doch nur rund jedes vierte testet regelmässig die Wiederherstellung der Daten. Dabei zeigt sich oft erst im Notfall, ob ein Backup tatsächlich brauchbar ist.
Ohne Schulung bleibt der Mensch das Einfallstor
Cyberkriminelle nutzen häufig menschliche Fehler aus. Trotzdem führt nur rund ein Drittel der KMU regelmässige Mitarbeiterschulungen durch.
Kein Plan für den Ernstfall
Weniger als ein Drittel der Unternehmen verfügt über einen Notfallplan oder vergleichbare organisatorische Vorkehrungen. Wer vorbereitet ist, kann schneller reagieren und Schäden begrenzen.
Was Cyberangriffe wirklich kosten
Wer an Cyberkriminalität denkt, denkt oft zuerst an Geld. Unsere Studie zeigt jedoch ein anderes Bild: Viele betroffene Unternehmen berichten vor allem von enormem Zusatzaufwand, Betriebsunterbrüchen und persönlicher Belastung. Finanzielle Schäden folgen häufig erst danach.
Die häufigsten Folgen eines Cyberangriffs
- hoher Arbeitsaufwand für die Schadensbehebung
- Belastung für Mitarbeitende und Führungskräfte
- Betriebsunterbrüche
- finanzielle Schäden
- Reputationsverluste
Cyberangriffe kosten also oft vor allem Zeit, Energie und Nerven.
Cyberangriff führt zu Betriebsunterbruch
Wenn Daten nicht mehr verfügbar sind oder E-Mails manipuliert werden, betrifft das schnell den ganzen Betrieb. Davide Russo, Schadeninspektor Cyber bei der Mobiliar, erklärt im Interview, welche Cybervorfälle KMU besonders häufig treffen und wie sie sich darauf vorbereiten können.
Was resiliente KMU anders machen
Die Cyberstudie zeigt klar: Unternehmen mit einer höheren Cyberresilienz verlassen sich nicht nur auf technische Schutzmassnahmen. Sie schaffen klare Verantwortlichkeiten, bereiten Mitarbeitende vor und planen für den Ernstfall.
1. Verantwortung festlegen
Cybersicherheit braucht Verantwortliche. Nicht jedes KMU benötigt eine eigene Cybersecurity-Stelle. Aber jedes Unternehmen sollte wissen, wer Entscheidungen trifft und im Ernstfall handelt.
Immer mehr KMU regeln diese Verantwortung aktiv: Rund 31% verfügen heute über eine interne Zuständigkeit für Cyberrisiken, gegenüber rund 22% im Vorjahr. Gleichzeitig betrachten noch 36% der KMU Cyberrisiken nicht als Priorität. Klare Verantwortlichkeiten helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schneller zu reagieren.
2. Mitarbeitende sensibilisieren
Cyberkriminelle nutzen häufig menschliche Fehler aus. Regelmässige Schulungen helfen, verdächtige E-Mails, Phishing-Versuche oder Social-Engineering-Angriffe frühzeitig zu erkennen.
Trotzdem führen nur 31% der KMU regelmässige Mitarbeiterschulungen durch. Dieser Wert hat sich gegenüber den Vorjahren kaum verändert und zeigt, dass viele Unternehmen beim wichtigsten Schutzfaktor noch Potenzial haben.
3. Den Ernstfall üben
Notfallpläne und getestete Backups erhöhen die Handlungsfähigkeit, wenn etwas passiert.
Zwar erstellen 90% der KMU regelmässig Backups, doch nur 27% testen regelmässig die Wiederherstellung ihrer Daten. Ein Backup schützt nur dann, wenn die Daten im Ernstfall auch tatsächlich zurückgespielt werden können.
4. Risiken regelmässig überprüfen
Sicherheitsaudits, Lieferantenprüfungen und klar dokumentierte Prozesse schaffen zusätzliche Sicherheit.
Genau hier bestehen bei vielen KMU weiterhin Lücken: Nur 28% verfügen über einen Notfallplan, und lediglich 15% führen regelmässige Sicherheitsaudits durch. Organisatorische Massnahmen werden insgesamt deutlich seltener umgesetzt als technische Schutzmassnahmen.
Cybersicherheit wird zur Führungsaufgabe
Cybersicherheit ist heute mehr als ein IT-Thema. Immer mehr Schweizer KMU erkennen, dass Cyberrisiken direkten Einfluss auf Geschäftsbetrieb, Kundinnen und Kunden sowie das Vertrauen in das Unternehmen haben. Deshalb gewinnt das Thema wieder deutlich an Bedeutung.
2025 stuften 33% der KMU Cybersicherheit als wichtig oder sehr wichtig ein. 2026 sind es bereits 46%.
Die wichtigste Erkenntnis der Studie: Erfolgreiche Unternehmen schützen nicht nur ihre Systeme. Sie bereiten auch ihre Organisation auf den Ernstfall vor.
Wissen teilen. Risiken reduzieren.
Anu Anthamatten - Projektleiterin von digitalswitzerland

Romain Geiser - Programmmanager Nationale Cyberstrategie, Bundesamt für Cybersicherheit BACS

Tobias Schlegel - Leiter Tech Intelligence, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW
Alle Studienergebnisse
Laden Sie die Studie «KMU Cybersicherheit 2026» herunter und erfahren Sie alle Resultate der aktuellen KMU-Befragung.
Fragen und Antworten
Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Resultaten der aktuellen Studie.
6% der befragten KMU gaben an, in den vergangenen drei Jahren von einem schwerwiegenden Cyberangriff betroffen gewesen zu sein. Das entspricht hochgerechnet über 35'000 Unternehmen in der Schweiz.
81% der Schweizer KMU erwarten, dass Künstliche Intelligenz Cyberangriffe künftig verschärfen wird. KI wird zunehmend nicht nur als Chance, sondern auch als neues Risikofeld wahrgenommen.
Die Studie zeigt, dass technische und organisatorische Massnahmen gemeinsam den grössten Nutzen bringen. Dazu gehören getestete Backups, geschulte Mitarbeitende, klare Verantwortlichkeiten und Notfallpläne.
Studiendesign 2026
Für die Studie wurden zwischen dem 24. Juni und 10. Juli 2026 insgesamt 507 Geschäftsleitende von Schweizer KMU mit 1 bis 49 Mitarbeitenden befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für rund 614'400 Schweizer KMU.
Die Studie wurde durchgeführt von der Mobiliar in Zusammenarbeit mit BACS, digitalswitzerland, HES-SO, HWZ und SATW.







