
Phishing
Bedeutung, Beispiele und SchutzmassnahmenDie regelmässige Authentifizierung bei Online-Diensten, sozialen Medien oder Bezahlsystemen gehört für die meisten Menschen zum Alltag. Cyberkriminelle nutzen diese Routine aus, um an sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen zu gelangen. Erfahren Sie, wie Sie Phishing erkennen und sich davor schützen können.
Lesezeit: 11 Minuten Letztes Update: April 2026 1 Neuer Beitrag
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Phishing versuchen Cyberkriminelle mit betrügerischen Nachrichten und gefälschten Websites sensible Daten wie Passwörter und Kreditkarteninformationen zu erschleichen.
- Die jüngsten Phishing-Angriffe sind oft zweistufig aufgebaut: Zunächst gelangen die Betrüger:innen in den Besitz von Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen. Anschliessend melden sie sich noch einmal beim Opfer, um Verifizierungscodes oder Transaktionsfreigaben anzufordern.
- Geben Sie Ihre Kreditkarten- und Zugangsdaten niemals auf einer Webseite ein, die Sie über einen Link in einer Nachricht geöffnet haben. Geben Sie ausserdem niemals Verifizierungscodes weiter und prüfen Sie jede Transaktion sorgfältig, bevor Sie sie freigeben.
Was ist Phishing?
Phishing ist eine Form des Identitätsdiebstahls im Internet. Dabei versuchen Cyberkriminelle mit betrügerischen Nachrichten und gefälschten Websites sensible Daten, wie Passwörter und Kreditkarteninformationen, zu stehlen oder Schadsoftware zu verbreiten.
In den meisten Fällen zielen Phishing-Angriffe auf die Übernahme eines Benutzerkontos ab, um einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Die Methoden reichen von Gelddiebstahl (Twint oder E-Banking) über den Verkauf der Daten und Betrug im sozialen Umfeld des Opfers bis hin zu Erpressung im Fall von Schadsoftware.
Phishing-Nachrichten werden meistens über einen der folgenden Kanäle versendet:
- E-Mail, SMS, WhatsApp oder andere Social-Media-Messenger
- Telefonanruf
- Verkaufsplattformen
- Werbung in Suchmaschinen
- Manipulierte QR-Codes in Briefen oder im öffentlichen Raum
Wie funktioniert Phishing?
In den meisten Fällen senden Ihnen Cyberkriminelle eine Nachricht, in der sie sich als vertrauenswürdige Organisation ausgeben. Durch die Androhung von Nachteilen (Kontosperrung) oder das Versprechen von Vorteilen (Gewinn bei Wettbewerb) sollen Sie auf einen Link oder einen Anhang in der Nachricht klicken und eine bestimmte Aktion ausführen. Die Angreifer:innen erzeugen gezielt (Zeit-)Druck, um ihre Opfer zu einer unüberlegten Handlung zu verleiten.
Wer auf den Link klickt, gelangt in der Regel auf eine gefälschte Login-Seite, auf der Zugangsdaten oder Kreditkartennummern abgegriffen werden. Anhänge in Phishing-Nachrichten dienen in der Regel der Verbreitung von Schadsoftware. Das Öffnen eines solchen Anhangs kann beispielsweise zur Verschlüsselung der Daten des Computers oder des gesamten Netzwerks führen.
Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) kam es im Jahr 2025 häufig zu zweistufigen Phishing-Angriffen. Dabei gelangen die Täter:innen zuerst über Phishing-Nachrichten oder Search-Engine-Phishing in den Besitz von Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen. Anschliessend melden sie sich telefonisch beim Opfer, um es zur Herausgabe eines Verifizierungscodes oder zur Freigabe einer Transaktion zu bewegen.
Wie erkenne ich Phishing?
Bei den meisten Phishing-Angriffen werden Sie auf eine gefälschte Website geleitet, auf der Sie beispielsweise Ihre Kreditkartendaten oder Ihre E-Banking-Zugangsdaten eingeben sollen. Geben Sie Ihre Zugangsdaten niemals auf einer Webseite ein, die Sie über einen Link in einer Nachricht geöffnet haben.
Ein Vorhängeschloss-Symbol zeigt lediglich an, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Website seriös ist. Bei folgenden Anzeichen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine gefälschte Website:
- Subdomains: «post.ch.sicherheit-check.com» ist nicht die Post-Webseite, sondern «sicherheit-check.com». Die echte Adresse steht immer direkt vor dem letzten Punkt und der Endung (zum Beispiel «.ch» oder «.com»).
- Buchstabendreher: «ubs-e-banking.ch» statt «ubs.com/e-banking»
- Kryptische Endungen: Behörden nutzen in der Schweiz als Domain meistens «admin.ch», zum Beispiel «https://ncsc.admin.ch». Phishing-Seiten imitieren diese Adressen häufig mit Domain-Endungen wie «.net», «.info» oder «.xyz» (Beispiel: «https://ncsc-admin.net»), da die offiziell anmutenden Domains mit den kryptischen Endungen günstiger registriert werden können.
- Tote Links: Klicken Sie versuchsweise auf das Impressum, die AGB, Social-Media-Icons oder den Sprachwechsel. Bei Fake-Seiten passiert oft nichts oder Sie werden wieder zur Login-Maske geleitet.
- Kreditkarte beim Login: Keine Schweizer Bank verlangt direkt beim E-Banking-Login Ihre Kreditkartennummer inklusive CVC-Code.
Aktuelle Fälle von Cyberbetrug finden Sie auf Cybercrimepolice.ch, Verbraucherzentrale.de und auf der Website des Bundesamts für Cybersicherheit BACS. Da sich Phishing schon lange nicht mehr nur auf E-Mails beschränkt, zeigen wir Ihnen im Folgenden auch, wie Sie Phishing-Versuche über SMS oder Messenger, per Telefonanruf, in Suchmaschinen oder über QR-Codes erkennen können.




