TWINT-Betrug

Twint-Betrug

Wie Sie Twint-Betrugsmaschen entlarven

Im Jahr 2025 verzeichnete das Bundesamt für Cybersicherheit fast täglich neue Meldungen zu Twint-Betrug. Die gemeldeten Verluste erreichten eine Höhe von bis zu 20 000 Franken pro Person. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie sich vor Twint-Betrug schützen können.

  • Lesezeit: 13 Minuten
  • Letztes Update: Februar 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Twint-Betrüger:innen versuchen, Sie entweder zur Überweisung von Geld zu bewegen oder zur Herausgabe Ihrer Twint-Zugangsdaten.
  • Prüfen Sie Angebote auf Verkaufsplattformen sorgfältig und bezahlen Sie den Artikel wenn möglich erst bei der Abholung vor Ort.
  • Prüfen Sie bei jeder Twint-Überweisung sowie bei der Bezahlung von QR-Code-Rechnungen, ob der Empfänger bzw. die Empfängerin und die Höhe des Rechnungsbetrags korrekt sind.
  • Wenn Sie in der Twint-App eine Transaktion bestätigen, wird in der Regel Ihr Konto belastet. Prüfen Sie deshalb vor jeder Bestätigung, ob die Forderung berechtigt ist (Zahlungsempfänger:in und Höhe des Betrags).
  • Geben Sie Ihre Twint-Zugangsdaten niemals ausserhalb der Twint-App ein. Und geben Sie auf keinen Fall einen Verifizierungscode weiter, der an Ihr Handy geschickt wurde. Das gilt besonders dann, wenn Sie vermeintlich von einem Kontakt darum gebeten werden.
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Was sind häufige Betrugsmaschen mit Twint?

Twint-Betrüger:innen versuchen, Sie entweder zur Überweisung von Geld oder zur Herausgabe Ihrer Twint-Zugangsdaten zu bewegen. Twint-Betrug kann daher nur gelingen,

  • wenn Sie versehentlich Geld überweisen,
  • wenn Sie Geld an die falsche Person bzw. an die falsche Firma überweisen,
  • wenn Sie die Überweisung eines angeforderten Betrags bestätigen,
  • oder wenn Sie Ihre Twint-Zugangsdaten preisgeben.

Lesen Sie in den folgenden Abschnitten, wie die einzelnen Betrugsmaschen genau aufgebaut sind.

Haben Sie Ihre Twint-Zugangsdaten preisgegeben?

  1. Lassen Sie den betroffenen Twint-Account sowie die verknüpften Konten und Karten sofort sperren. 

    Zu diesem Zweck müssen Sie je nach Anbieterin neben Twint auch Ihre Bank für die Sperrung des E-Bankings und Ihr Kreditkarteninstitut für die Sperrung der Kreditkarte anrufen. Wenn Ihr Finanzinstitut nicht erreichbar ist, geben Sie sowohl bei Ihrem Twint-Account als auch bei Ihrem E-Banking-Konto das Passwort so lange falsch ein, bis das Konto gesperrt wird.

  2. Melden Sie verdächtige Aktivitäten unter Cybercrimepolice.ch.
     
  3. Wenn sich der Verdacht auf Twint-Betrug bestätigt, bringen Sie das Cyberdelikt bei der Polizei zur Anzeige.

Haben Sie per Twint Geld an eine:n Betrüger:in überwiesen?

  1. Sichern Sie möglichst viele Beweise.

    Twint-Zahlungsbestätigung, Transaktionsnummer, Fotos des QR-Codes oder der Rechnung mit dem gefälschten QR-Code, allfällige Angebote und Chatverläufe

  2. Melden Sie den Vorfall sowohl Twint als auch Ihrer Bank.

    Wenn Sie sicher sind, dass Sie keine Twint-Zugangsdaten herausgegeben haben, ist es nicht nötig, Ihr Twint-Konto und E-Banking sperren zu lassen.

  3. Melden Sie den Vorfall auf Cybercrimepolice.ch und zeigen Sie das Cyberdelikt bei der Polizei an.

Twint-Betrug auf Verkaufsplattformen wie Tutti, Ricardo und Facebook Marketplace

Betrüger:innen schalten auf Verkaufsplattformen wie Tutti, Ricardo und Facebook Marketplace einerseits Fake-Angebote gegen Vorauszahlung mit Twint (Käufer-Falle). Andererseits versuchen sie, Verkäufer:innen zu einer Twint-Überweisung oder zur Herausgabe ihrer Twint-Zugangsdaten zu bewegen (Verkäufer-Falle).

Das Signal: Auf einer Verkaufsplattform finden Sie ein attraktives Produkt, etwa ein Smartphone oder eine Spielkonsole, zu einem sehr guten Preis. Der Verkäufer verlangt die Zahlung per Twint im Voraus.

Die Realität: Sobald Sie das Geld überwiesen haben, wird der Facebook-Account gelöscht oder Sie werden blockiert. Das Geld ist weg, da Twint-Zahlungen an Privatpersonen nicht rückgängig gemacht werden können.

Red Flags: Generell sollten Sie auf Verkaufsplattformen keine QR-Codes oder fünfstellige Twint-Zahlungscodes nutzen, die Sie von privaten Verkäufer:innen erhalten haben. Dahinter verbirgt sich oft eine Zahlung an einen Online-Shop. Mit anderen Worten bezahlen Sie dann den Einkauf, den ein:e Betrüger:in bei einem Online-Shop getätigt hat.

Holen Sie den Artikel wenn möglich persönlich ab und überweisen Sie den Kaufpreis erst, nachdem Sie den Artikel erhalten und geprüft haben. Wenn Sie den Artikel nicht persönlich abholen können, prüfen Sie Angebote und Verkäufer:innen sorgfältig auf folgende Punkte:

  • Kaufpreis: Ist das Angebot zu gut, um wahr zu sein?
     
  • Alter des Accounts der Verkäuferin bzw. des Verkäufers, Bewertung, Anzahl Angebote: Wenn der Account erst seit Kurzem existiert oder auf Facebook nur wenig Freunde hat, ist Vorsicht geboten.
     
  • Artikel-Fotos: Laden Sie einen Screenshot des Artikels in die Google-Bildersuche hoch. Wenn dasselbe Bild auch in anderen Ländern auftaucht, ist das Angebot wahrscheinlich ein Fake.
     
  • Abholung: Fragen Sie, ob Sie den Artikel heute gegen Barzahlung abholen können. Betrüger:innen weichen bei dieser Frage meistens aus (Ferien, Umzug, Arbeit im Ausland etc.).
     
  • Twint-Telefonnummer: Rufen Sie die Nummer an und sagen Sie, dass Sie sich wegen des ausgeschriebenen Artikels auf Plattform X melden. Wenn die Nummer nicht vergeben ist, obwohl sie bei Twint registriert ist, oder wenn Ihnen die Person am Telefon keine Auskunft zum Artikel geben kann, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Betrugsmasche.

Bei Ricardo sollten Sie den «MoneyGuard»-Service nutzen. Mit diesem Service wird Ihre Twint-Zahlung zuerst auf ein Treuhandkonto überwiesen und erst freigegeben, wenn Sie den Erhalt der Ware bestätigen.

Zahlung statt Gutschrift

Das Signal: Eine angebliche Käuferin schickt Ihnen einen Screenshot mit einem fünfstelligen Twint-Code und fordert Sie auf, diesen Code in Ihrer Twint-App einzugeben, um «die Zahlung zu bestätigen / erhalten».

Die Realität: Der fünfstellige Twint-Code ist ein normaler Zahlungscode. Die Betrüger:innen spekulieren darauf, dass Sie eine Twint-Zahlung auslösen, in der Annahme, den Empfang einer Gutschrift zu bestätigen. Die Zahlung ist meistens für den Kauf von Online-Gutscheinen bestimmt, die sich leicht wieder in Bargeld umwandeln lassen.

Phishing nach Twint-Zugangsdaten

Das Signal: Der Käufer behauptet, er habe Ihnen das Geld bereits geschickt. Sie müssten nur noch auf einen Link klicken oder einen QR-Code scannen, um den Betrag zu erhalten.

Die Realität: Bei Twint müssen Sie nie eine Aktion bestätigen, um Geld zu empfangen. Wenn Sie den Link öffnen oder den QR-Code scannen, gelangen Sie in der Regel auf eine gefälschte Login-Seite. Dort werden Ihre Zugangsdaten zu Twint oder Ihrem E-Banking abgegriffen. Unter «Phishing nach Twint-Zugangsdaten» weiter unten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.

Alles, was jemand benötigt, um Ihnen per Twint Geld zu schicken, ist Ihre Handynummer. Sie müssen nur dann etwas bestätigen, wenn jemand Geld von Ihnen anfordert. Seien Sie deshalb sehr misstrauisch, wenn jemand im Zusammenhang mit einer Twint-Überweisung, mehr von Ihnen möchte als Ihre Handynummer. Scannen Sie in dieser Situation keine QR-Codes und geben Sie keine fünfstelligen Codes in Ihrer Twint-App ein.

Geben Sie Ihre Twint-Zugangsdaten niemals ausserhalb der Twint-App ein. Wenn Sie Ihre Zugangsdaten auf einer Website mehrmals eingegeben haben und dabei jedes Mal eine Fehlermeldung erschien, melden Sie den Betrugsverdacht Twint und Ihrer Bank. Geben Sie auf keinen Fall einen Verifizierungscode weiter, der an Ihre Handynummer geschickt wurde. Dieser Code ermöglicht es Betrüger:innen in der Regel, Ihr Twint-Konto zu übernehmen.

Mit der Cyberversicherung der Mobiliar sind Sie auf der sicheren Seite

Die Cyberversicherung der Mobiliar ist für Sie da, wenn Sie Opfer eines Onlinebetrugs werden. Erfahren Sie mehr zur Cyberversicherung oder berechnen Sie direkt und unverbindlich Ihre Versicherungsprämie. Entscheiden Sie danach in aller Ruhe.

Betrugsmaschen, um Sie zu einer Twint-Überweisung zu veranlassen

Die Opfer von Twint-Betrug tätigen Überweisungen in der Regel entweder, weil sie glauben, an eine legitimierte Firma oder Person Geld zu überweisen, oder um einer nahestehenden Person zu helfen. Im ersten Fall setzen die Betrüger:innen häufig manipulierte QR-Codes ein. Im zweiten Fall nutzen sie oft die Identität einer nahestehenden Person und erzählen eine plausible Geschichte.

Manipulierte QR-Codes in der Öffentlichkeit

Das Signal: Sie möchten an einer Parkuhr oder einer Ladestation für Elektroautos bezahlen oder für eine Spendenaktion Geld spenden und scannen zu diesem Zweck mit Ihrer Twint-App den QR-Code.

Die Realität: Der korrekte QR-Code wurde mit dem QR-Code eines Betrügers oder einer Betrügerin überklebt. Sie sind im Begriff, Geld an eine:n Betrüger:in zu überweisen.

Manipulierte digitale Rechnungen (PDFs)

Das Signal: Sie haben via E-Mail oder über einen anderen digitalen Kanal eine vermeintlich legitime QR-Code-Rechnung erhalten, die Sie nun per Twint bezahlen möchten.

Die Realität: Betrüger:innen haben zum Beispiel Ihr E-Mail-Konto oder das eines Rechnungsstellers gehackt, eine Rechnung abgefangen und den QR-Code auf der PDF-Rechnung ausgetauscht. Sie sind im Begriff, Geld an eine:n Betrüger:in zu überweisen.

Die «Hallo Mama»-Nachricht

Das Signal: Sie sind Mutter und erhalten über WhatsApp die folgende Nachricht: «Hallo Mama, ich bin in einem Restaurant. Eben wurde meine Tasche mit Handy und Portemonnaie gestohlen. Kannst du mir bitte 100 Franken an diese Nummer twinten, damit ich das Essen bezahlen kann?».

Die Realität: Diese Geschichte ist natürlich frei erfunden. Bei ähnlichen Betrugsmaschen meldet sich vermeintlich ein:e Bekannte:r, der oder die angibt, in einer Notsituation zu sein und Sie um eine Twint-Überweisung bittet. In Wirklichkeit haben Betrüger:innen den Twint-Account und vielleicht auch den WhatsApp- oder Social-Media-Account der Person übernommen.

Bitte Geld zurücksenden

Das Signal: Eine Person kontaktiert Sie über WhatsApp oder einen anderen Messenger und behauptet, sie habe Ihnen versehentlich per Twint Geld überwiesen. Um die Glaubwürdigkeit der Behauptung zu erhöhen, werden meist Fotos der Twint-Historie mitgeschickt.

Die Realität: Die Behauptung ist erfunden, das angebliche Beweisfoto ist gefälscht. Diese Betrugsmasche wird gerne am frühen Morgen eingesetzt. Manchmal fordern die Betrüger:innen direkt über Twint Geld an und tarnen die Forderung als Überweisung mit Begleitbotschaften wie «Hier ist das Geld, das ich dir schulde».

Prüfen Sie bei jedem physischen Twint-QR-Code, ob er manipuliert wurde. Vergewissern Sie sich bei jeder Twint-Überweisung sowie bei der Bezahlung von QR-Code-Rechnungen, ob der Zahlungsempfänger bzw. die Zahlungsempfängerin und die Höhe des Rechnungsbetrags korrekt sind. Fragen Sie im Zweifelsfall bei der Rechnungsstellerin nach, bevor Sie Geld überweisen. Der QR-Code auf der Rechnung könnte manipuliert sein.

Denken Sie daran: Wenn Sie in der Twint-App etwas bestätigen müssen, wird in der Regel Ihr Konto belastet. Überprüfen Sie deshalb vor der Bestätigung, ob der Zahlungsempfänger bzw. die Zahlungsempfängerin und die Höhe des Betrags korrekt sind. Wenn eine Person behauptet, Ihnen irrtümlicherweise Geld überwiesen zu haben, überprüfen Sie dies zuerst in Ihrem Twint-Verlauf, bevor Sie «Geld zurückschicken».

Wenn Sie eine Nachricht von einer Person aus Ihrem sozialen Umfeld erhalten, in der diese angibt, sich in einer Notsituation zu befinden und dringend Geld zu benötigen, prüfen Sie die Geschichte zuerst sorgfältig über andere Kanäle, bevor Sie Geld überweisen. Seien Sie besonders misstrauisch, wenn die Person Druck macht und es schnell gehen muss.

Phishing nach Twint-Zugangsdaten per E-Mail, Anruf, SMS, QR-Code, Messaging-App oder Social Media

Das Signal: Sie erhalten vermeintlich von einer vertrauenswürdigen Organisation wie Twint, Ihrer Bank oder der Post eine dringende Aufforderung,

  • die Zugangsdaten zu Ihrem Twint-Konto oder Ihrem E-Banking-Konto zu bestätigen,
  • diese Zugangsdaten aus einem anderen Grund auf einer Website einzugeben oder
  • die Zugangsdaten jemandem am Telefon preiszugeben.

Die Realität: Die Aufforderung ist gefälscht und stammt von Betrüger:innen, die in den Besitz Ihrer Zugangsdaten gelangen wollen.

Die folgenden Nachrichten sind typische Phishing-Beispiele aus der Praxis:

E-Mail (Phishing)

Sicherheits-Update: «Wir haben unsere AGB aktualisiert. Bitte bestätigen Sie Ihr Konto innerhalb von 24 Stunden, um eine Löschung zu vermeiden.»

Inaktivität: «Ihr TWINT-Profil ist inaktiv. Reaktivieren Sie es hier, um die volle Funktionalität zu behalten.»

Gefälschte Rechnungen: Sie erhalten eine Mahnung, zum Beispiel von Swisscom, von der Post oder von Sunrise, mit einem Link zu einem «Zahlungsportal», das nur Ihre Login-Daten abgreift.

SMS (Smishing)

Paketzustellung: «Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte bestätigen Sie Ihre Adresse und zahlen Sie 1,95 Franken Zollgebühr.»

Konto-Sperrung: «Ihr TWINT-Konto wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Verifizieren Sie sich hier, um den Zugriff wiederherzustellen.»

Rückerstattungen: «Sie haben eine Steuerrückerstattung (ESTV) oder eine Gutschrift von einem Provider zugute. Klicken Sie hier für die Auszahlung.»

Telefon (Vishing oder Voice Phishing)

Falsche:r Polizist:in oder Bankmitarbeiter:in: Vermeintliche Polizist:innen oder Bankmitarbeitende behaupten, es gäbe einen Hackerangriff auf Ihr Konto. Um Ihr Geld zu «retten», müssten Sie jetzt einen Code vorlesen, den Sie per SMS erhalten, oder eine Transaktion in der App bestätigen.

Support-Anrufe: «Hier ist der TWINT-Support, wir sehen Unregelmässigkeiten.»

QR-Codes (Quishing)

Gefälschte Briefe (auch «Offline-Phishing» genannt): «Aufgrund des neuen Geldwäschereigesetzes sind wir verpflichtet, die Konten unserer Kund:innen zu überprüfen. Bitte verifizieren Sie Ihre Bankverbindung bis zum XX.YY.20ZZ, um eine Kontosperrung zu vermeiden.»

Überklebte QR-Codes: Betrüger:innen kleben eigene QR-Code-Sticker über die echten Codes an Parkuhren, Ladesäulen für E-Autos oder Spendenplakaten (siehe auch «Betrug bei Überweisungen» weiter unten).

Messaging-Apps und Social Media

Code-Weitergabe: Ein vermeintlicher Kontakt bittet Sie: «Ich habe aus Versehen einen SMS-Code an dich schicken lassen. Kannst du mir den kurz weiterleiten?».

Die Realität: Die Betrüger:innen haben das Social-Media-Konto Ihres Kontakts übernommen. Jetzt nutzen Sie es, um an den Aktivierungscode für Ihr Twint-Konto zu gelangen.

Die Betrüger:innen versuchen sich anschliessend mit Ihren Zugangsdaten in Ihr Twint-Konto einzuloggen. Dazu benötigen sie neben den Logindaten einen Verifizierungscode. Zu diesem Zweck melden sie sich noch einmal telefonisch oder via Chat bei Ihnen. Diese Methode wird auch «Real-Time-Phishing» genannt.

Die Betrüger:innen geben sich zum Beispiel als Support-Mitarbeitende der Verkaufsplattform aus und bitten Sie um Herausgabe des Codes. Alternativ erhalten Sie eine Nachricht von jemandem, der behauptet, ein Verifizierungscode sei irrtümlicherweise an Ihre Nummer gesendet worden.

Wenn die Übernahme des Twint-Kontos gelingt, schöpfen die Betrüger:innen, das Tageslimit voll aus. Nachdem die erste Tranche abgebucht wurde, warten sie bis kurz nach Mitternacht, um das Limit für den nächsten Tag erneut zu plündern. Manchmal machen die Betrüger:innen zusätzlich Schulden zu Lasten des Opfers, indem sie online mit der «Später-bezahlen-Funktion» von Twint bezahlen.

Geben Sie Ihre Twint-Zugangsdaten niemals ausserhalb der Twint-App ein. Vergewissern Sie sich jedes Mal, wenn Sie sich in Ihr Twint-Konto einloggen möchten, dass Sie sich in der Twint-App befinden, die Sie selbst auf Ihrem Handy geöffnet haben und nicht über einen Link oder einen QR-Code in einer Nachricht.

Geben Sie auf keinen Fall einen Verifizierungscode weiter, der an Ihr Handy geschickt wurde. Das gilt besonders, wenn Sie vermeintlich von Personen aus Ihrem sozialen Umfeld dazu aufgefordert werden. In den meisten Fällen ist der Verifizierungscode das letzte Puzzleteil, das Betrüger:innen benötigen, um Ihr Twint-Konto zu übernehmen. Aktivieren Sie in Ihrer Twint-App die Benachrichtigungen zu Twint-Transaktionen. So bemerken Sie missbräuchliche Transaktionen frühzeitig und können sofort reagieren.

Seien Sie bei Anrufen, die angeblich von Ihrer Bank oder von der Polizei stammen, sehr misstrauisch. Selbst wenn auf dem Display Ihres Telefons der Name Ihrer Bank oder der Polizei angezeigt wird und die Person am Telefon Dialekt spricht, kann es sich um einen Betrugsversuch handeln. Geben Sie am Telefon keine Informationen preis. Gehen Sie im Zweifelsfall direkt zu Ihrer Bank oder auf den Polizeiposten.

Fragen & Antworten

Nein, in der Regel erhalten Sie bei einem Twint-Betrug Ihr Geld nicht zurück. Denn anders als bei Kreditkarten oder PayPal gibt es bei Twint keinen Käuferschutz. Das bedeutet, Twint-Transaktionen können ohne Einwilligung der Zahlungsempfängerin oder des Zahlungsempfängers nicht rückgängig gemacht werden.

Wenden Sie sich an Ihre Twint-Herausgeberbank, um die Zahlung zu beanstanden. Die Bank prüft dann, ob sie eine Rückbuchung einleiten kann. In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht möglich. Zeigen Sie den Betrug auf jeden Fall bei der Polizei an. So erhalten Sie Ihr Geld zwar nicht sofort zurück; eine Anzeige ist jedoch die einzige Möglichkeit, um den Kontoinhaber oder die Kontoinhaberin haftbar zu machen.

Wenn ein gedeckter Fall von Cyberbetrug vorliegt und es dem Rechtsschutz nicht gelingt, das Geld zurückzuholen, prüft die Cyberversicherung der Mobiliar eine Entschädigung von maximal 20 000 Franken.

Die Cyberversicherung der Mobiliar kommt bei Twint-Betrug nur dann für den Schaden auf, wenn der Betrüger beziehungsweise die Betrügerin auf illegale Weise in den Besitz der Zugangsdaten zum Twint-Account der versicherten Person gelangt ist. Wenn eine einzelne Zahlung freigegeben wurde, ohne dass Zugangsdaten abhandengekommen sind, ist der Betrug nicht gedeckt.

Anzeichen: Der Preis eines Angebots auf einer Verkaufsplattform erscheint zu gut, um wahr zu sein.
Richtiges Verhalten: Gehen Sie nur auf das Angebot ein, wenn Sie den Artikel persönlich abholen und erst vor Ort bezahlen können, nachdem Sie den Artikel erhalten und geprüft haben.

Anzeichen: Sie werden aufgefordert, den Empfang einer Twint-Überweisung zu bestätigen.
Richtiges Verhalten: Tun Sie nichts. Um Geld mit Twint zu empfangen, müssen Sie nie etwas bestätigen. Sie müssen nur dann etwas bestätigen, wenn eine Person einen Betrag bei Ihnen anfordert.

Anzeichen: Beim Bezahlen einer QR-Code-Rechnung bemerken Sie, dass die Empfängerin gemäss Twint-App nicht mit dem Namen der Rechnungsstellerin übereinstimmt.
Richtiges Verhalten: Fragen Sie zuerst bei der Rechnungsstellerin nach, bevor Sie Geld überweisen. Der QR-Code auf der Rechnung könnte manipuliert sein.

Anzeichen: Eine Person, die sich als Ihr Kind oder ein:e Bekannte:r ausgibt, behauptet in einer Notlage zu sein und bittet Sie um eine Twint-Überweisung.
Richtiges Verhalten: Vergewissern Sie sich zuerst über einen anderen Kanal, dass die Geschichte stimmt, bevor Sie Geld überweisen.

Anzeichen: Sie werden aufgefordert (unter Androhung von Nachteilen), Ihre Zugangsdaten zu Twint ausserhalb von Ihrer Twint-App einzugeben.
Richtiges Verhalten: Geben Sie Ihre Twint-Zugangsdaten niemals ausserhalb der App ein. Vergewissern Sie sich jedes Mal, bevor Sie Ihre Zugangsdaten eingeben, dass Sie sich auch tatsächlich in der Twint-App befinden, die Sie selbst auf Ihrem Handy geöffnet haben und nicht über einen Link oder einen QR-Code.

Anzeichen: Jemand behauptet, ein Verifizierungscode sei versehentlich an Ihre Nummer gesendet worden.
Richtiges Verhalten: Geben Sie diesen Code auf keinen Fall heraus! Sonst könnten Betrüger:innen Ihr Twint-Konto übernehmen.

Um an das Geld zu gelangen, kaufen die Betrüger:innen mit den gekaperten Twint-Konten Produkte, die sich einfach weiterverkaufen lassen. Dazu gehören insbesondere digitale Gutscheine, Kryptowährungen oder Luxuselektronikartikel wie iPhones.

Das Ziel dieser Käufe ist es, die Tageslimite des Twint-Kontos möglichst schnell auszuschöpfen. Meistens versuchen die Betrüger:innen nach Mitternacht erneut, die Tageslimite zu plündern.

Manche Betrüger:innen überweisen das Geld an sogenannte «Money Mules». Das sind Personen, die das Geld auf ihrem Konto empfangen und es gegen eine Provision via Western Union oder in Kryptowährung weiterleiten. Wer fremdes Geld weiterleitet, ohne dessen Herkunft zu kennen, macht sich jedoch strafbar.

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