Rückblick auf das Anlagejahr 2025 & Ausblick (1/2026)

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Das Anlagejahr 2025 in Kürze

Trotz geopolitischer Konflikte, US-Handelsstreit und schwankender Märkte blicken Anlegerinnen und Anleger zufrieden aufs Jahr 2025 zurück. Ein starkes Wirtschaftswachstum, hohe Unternehmensgewinne und der Hype um Künstliche Intelligenz führten zu guten Finanzergebnissen.

US-Präsident Donald Trump verhängte Anfang April, am «Liberation-Day», umfassende Zölle auf Importe in die USA. Dies führte weltweit zu Unsicherheiten in der Handelspolitik und weckte Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung. Der US-Dollar litt stark und verlor gegenüber dem Schweizer Franken um über 10 Prozent. Der Handelskonflikt schürte Rezessionsängste und die Erwartung, dass die US-Leitzinsen bis Ende 2025 deutlich sinken dürften. Doch die US-Wirtschaft zeigte sich resilienter als gedacht und trotzte den Handelszöllen. Die Zölle führten auch zu Inflationssorgen, die sich teilweise bewahrheiteten. Nachdem der US-Arbeitsmarkt aber Schwäche zeigte, senkte die Amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins, obwohl die Inflationsrate weiterhin hartnäckig über 2 Prozent verharrte. Die Schweizerische Nationalbank SNB dagegen senkte ihren Leitzins auf 0 Prozent, um einer drohenden Deflation entgegenzuwirken.

Europa bleibt beschäftigt mit eigenen Angelegenheiten, wie das wiederholte Misstrauensvotum in Frankreich zeigt. Der Trend zu mehr Selbstständigkeit in der Verteidigungspolitik in Europa führte zu höheren geplanten Verteidigungsausgaben und steigenden Zinsen. Wegen der sinkenden Inflationsrate senkte auch die Europäische Zentralbank EZB ihren Leitzins mehrfach.

Die hohe Unsicherheit beflügelte Gold. Es brach Rekord um Rekord. Gründe dafür waren die hohe Investorennachfrage und die anhaltenden Zukäufe von Zentralbanken, die Gold zur Diversifikation ihrer Währungsreserven nutzen. Die Aktien profitierten von starken Unternehmensgewinnen und vom anhaltenden Trend um Künstliche Intelligenz (KI). Die Zinsen in der Schweiz sanken leicht, während die Immobilienwerte weiter stiegen.

Liniendiagramm, das die Entwicklung der Aktienmärkte USA, Schweiz und Europa (ohne Schweiz), Obligationen Schweiz, Immobilienfonds Schweiz und Gold im Jahresverlauf 2025 in Schweizer Franken (CHF) darstellt.

Markteinschätzung und Positionierung

Für die kommenden Monate erwarten wir ein moderates globales Wirtschaftswachstum. Frühindikatoren zeigen eine solide Dynamik. Doch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den US-Strafzöllen könnten die Investitions- und Konsumbereitschaft weiterhin belasten. Die Konsumentenstimmung dürfte vorerst eher verhalten bleiben, während der Aufschwung bei Investitionen in Künstliche Intelligenz anhalten und das Wirtschaftswachstum stützen wird. Fiskalpolitische Impulse, besonders in Europa und vor allem in Deutschland, könnten für positive Überraschungen sorgen.

Die Inflation in den USA liegt weiterhin über dem Zielwert. Das stellt die Fed mit Blick auf die Arbeitslosenraten geldpolitisch vor Herausforderungen. In der Eurozone stabilisiert sich die Inflation im Zielband, während sie in der Schweiz niedrig bleibt und in Japan weiter sinkt.

Insgesamt bleiben die Aussichten für Aktien solide, dank guter Gewinnentwicklung auch bei erhöhter Bewertung. Immobilien zeigen ebenfalls gute Perspektiven, während Anleihen und Liquidität in einem stabilen Marktumfeld weniger attraktiv sind. Wir setzen weiterhin auf eine moderate Übergewichtung in Aktien und Immobilien, da wir hier im Gegensatz zu Anleihen und Liquidität Wachstumschancen sehen. Trotz erkennbarer Preisüberhitzung bewerten wir Gold neutral, da geopolitische Unsicherheiten und eine weniger restriktive Geldpolitik den Goldpreis weiterhin unterstützen könnten. 

Die Grafik zeigt die aktuelle Positionierung in den einzelnen Anlageklassen, welche Aktien, Obligationen, indirekte Immobilien, Gold und Liquidität einschliessen, an. Die Positionierung wird durch Pluszeichen (Übergewicht), Minuszeichen (Untergewicht) und Gleichzeichen (neutral) dargestellt. Die aktuelle Positionierung sieht wie folgt aus: Plus bei Aktien, Minus bei Obligationen, Plus bei indirekten Immobilien, Gleichzeichen bei Gold und ein Minus bei Liquidität.

Nützliches Anlagewissen

Warum Durchhalten sich auszahlt

Im Frühling 2025 erschütterte der «Liberation Day» in den USA die Finanzmärkte. Innerhalb weniger Tage erlebten die globalen Börsen eine signifikante Korrektur, gefolgt von einer schnellen Erholung. Solche Kurskorrekturen sind typisch für die Finanzmärkte. Leider verkaufen viele Anlegerinnen und Anleger in solchen Situationen überstürzt ihre Anlagen. Das führt zu Frust über realisierte Verluste. Da es statistisch reiner Zufall ist, den perfekten Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg zu finden, ist es sinnvoller, auch bei Korrekturen investiert zu bleiben. Denn die folgende Erholung bringt oft die besten Tage mit sich.

Chancen nach schlechten Börsentagen nutzen

Ein erheblicher Teil der langfristigen Rendite hängt von nur wenigen Börsentagen ab. Wer an diesen Tagen nicht investiert ist verpasst Rendite. Die Krux ist, dass die besten Tage immer dann auftreten, wenn man sie am wenigsten erwartet. In den letzten 20 Jahren fanden die zehn besten Börsentage am Schweizer Aktienmarkt (Swiss Performance Index, SPI) während der Finanz- und Coronakrise statt. Oft unmittelbar oder kurz auf die schlechtesten Tage folgend.

10 beste Tage

 

10 schlechteste Tage

DatumTagesrendite DatumTagesrendite
19.09.20085.69% 06.10.2008-5.84%
13.10.200810.58% 08.10.2008-5.29%
14.10.20084.74% 10.10.2008-7.25%
17.10.20085.80% 15.10.2008-5.40%
29.10.20085.92% 02.03.2009-5.17%
31.10.20084.80% 15.01.2015-8.58%
24.11.20085.80% 16.01.2015-5.80%
08.12.20084.88% 09.03.2020-5.31%
19.03.20205.56% 12.03.2020-9.11%
24.03.20206.20% 23.03.2020-5.11%

Um die Bedeutung der besten Tage zu verdeutlichen, betrachten wir folgendes Beispiel: Wer 2005 Ende November 10 000 Franken in den Schweizer Aktienmarkt (SPI) investierte und in schwierigen Zeiten wie der Finanzkrise 2008 oder der Corona-Krise nicht verkaufte, hatte 20 Jahre später 31 513 Franken. Das ist ein Plus von 315 Prozent. Wer jedoch die zehn besten von über 5 000 Börsentagen verpasste, steigerte seine Anlage nur auf 17 622 Franken (+76 Prozent). Wer die 20 besten Tage verpasste, kam auf einen Ertrag von 11 796 Franken (+18 Prozent). Und wer die 30 besten Tage verpasste, erlitt gar einen Verlust.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der langfristigen Rendite in CHF von 2005 bis 2025 unter verschiedenen Szenarien. Dargestellt sind vier Linien: die Rendite bei einer Investition an allen Tagen, sowie die Rendite ohne die 10, 20 und 30 besten Börsentage. Es wird deutlich, dass das Auslassen der besten Börsentage zu einer signifikant niedrigeren Rendite führt.

Fazit

Beim Anlegen ist es wichtig, konsequent und diszipliniert an der Anlagestrategie festzuhalten und sich nicht von Emotionen fehlleiten zu lassen, selbst in Krisenzeiten. Dies und ein langfristiger Anlagehorizont helfen dabei, Kursschwankungen auszusitzen und die besten Tage an der Börse nicht zu verpassen.