
Was braucht es für eine erfolgreiche Wiedereingliederung?
Damit eine Reintegration positiv verläuft braucht es Transparenz und Vertrauen. Wie lässt sich das herstellen?
Olivier Desponds Lesezeit: 3 Minuten Letztes Update: Juli 2026 1
Das Wichtigste in Kürze
- Transparenz ist die Voraussetzung für ein vertrauensvolles Miteinander aller Beteiligten
- Der REP-Standard kann als Basis für einen offenen, vertrauensvollen Austausch dienen
- Wichtig für den Integrationsprozess ist ein gemeinsames Verständnis bezüglich der gewünschten, möglichen und zumutbaren Tätigkeiten der betroffenen Person
- Insgesamt erzielen noch zu viele Reintegrationsprojekte nicht den gewünschten Erfolg: Die Teamleiterinnen und Teamleiter spielen eine Schlüsselrolle für eine erfolgreiche Wiedereingliederung
Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer:in und Arbeitgeber:in
Eine erfolgreiche Eingliederung beginnt für mich mit der Vereinbarung zwischen der zu reintegrierenden Person (mit ärztlicher Unterstützung), dem durch die Personalabteilung vertretenen Unternehmen sowie dem Abteilungsleiter, der die betroffene Person wieder eingliedert. Dabei geht es darum, die Bedürfnisse der beteiligten Parteien offenzulegen, Verbindlichkeiten zu schaffen und insgesamt das Vertrauen zu stärken.

REP-Standard
Hierbei kann der Standard «Ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil» (REP) eine transparente Diskussionsbasis liefern. Erfahrungsgemäss verlaufen Eingliederungen entlang von klaren und offen kommunizierten Massnahmen wesentlich erfolgreicher, als wenn es keine Kommunikation zwischen der einzugliedernden Person und dem Arbeitgeber gibt.
In der Praxis haben wir den REP-Standard bereits in einigen Fällen angewendet. Einerseits erhielten wir so jeweils detailliertere Informationen über den Gesundheitszustand der Mitarbeitenden. Andererseits war festzustellen, dass die Zusammenarbeit mit den betroffenen Personen sehr gut verlief und sie die getroffenen Massnahmen voll unterstützten. Dabei war es für den positiven Prozessverlauf entscheidend, sich gemeinsam auf die gewünschten, möglichen und zumutbaren Tätigkeiten zu einigen. Die Basis dafür war jeweils ein offenes Gespräch, damit sich die Betroffenen aktiv beteiligen konnten.
Teamleiter:innen als Schlüsselelement für positive Wiedereingliederung
Abgesehen von solchen Erfolgsgeschichten fällt das Zwischenfazit für den gesamten Bereich der beruflichen Integration eher ernüchternd aus – trotz der vielen Energie, die von Personalabteilungen und Case Managern aufgebracht wird, um Mitarbeitende wieder in den Beruf integrieren zu können. Einer der Gründe, weshalb viele Reintegrationen harzig verlaufen, liegt bei den eingangs erwähnten Teamleiterinnen und Teamleitern. Nach meiner Ansicht sind sie ein Schlüsselelement für einen positiven Integrationsverlauf. Allerdings nehmen noch viel zu wenige ihre diesbezügliche Verantwortung wirklich wahr. Zu ihrer Verteidigung lässt sich sagen, dass die Teamleiterinnen und Teamleiter nicht immer über die Mittel und Möglichkeiten verfügen, die für eine solche Aufgabe erforderlich wären. Umso notwendiger sind die Entwicklung und der Einbezug von neuen Massnahmen, damit so viele Rentenfälle wie möglich vermieden werden können.
Tool für die schrittweise Rückkehr
Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeit werden zunehmend herausfordernd für alle Beteiligten. Das reWork Profil hat die schrittweise Rückkehr zum Ziel und ist für KMU kostenlos.
Eingliedern statt ausschliessen
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Drei Fragen an Jérôme Cosandey von Avenir Suisse zur Wiedereingliederung von Mitarbeiter:innen mit Handicap.
Unter der Leitung von Jérôme Cosandey, Directeur romand und Forschungsleiter Sozialpolitik, hat Avenir Suisse eine neue Studie zur beruflichen Wiedereingliederung erstellt. Beim Vergleich der Eingliederungsbemühungen in den einzelnen Kantonen zeigen sich indes beträchtliche Unterschiede. Jérôme Cosandey macht konkrete Vorschläge, wie die berufliche Wiedereingliederung optimiert werden kann – zum Wohle der direkt Betroffenen sowie der privaten und staatlichen Leistungsträger.


