Eine ältere Dame bewässert Pflanzen

Vorsorgeaufteilung im Todesfall

Das im Vorsorgesystem angesparte Guthaben macht für viele einen bedeutenden Teil ihres Vermögens aus. Irgendwann stellt sich die Frage: Wie wird eigentlich mein Vorsorgegeld im Todesfall aufgeteilt? Es ist wichtig, dass Sie sich rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen – selbst wenn dieses Ereignis hoffentlich noch sehr weit in der Zukunft liegt. Schliesslich wollen Sie mit Ihrer Vorsorge und Ihrem Erbe im Todesfall Ihre Familie und Angehörigen absichern. 

Das Wichtigste vorweg: Die Begünstigung aus der Vorsorge ist in der Schweiz nicht dem Erbrecht unterstellt, sondern dem Gesetz der beruflichen Vorsorge (BVG) sowie dem Freizügigkeitsgesetz und der Freizügigkeitsverordnung (FZG und FZV). Das heisst: Die Weitergabe lässt sich nicht mit einem Testament oder Erbvertrag regeln oder ändern. 

Anrecht auf die Hinterlassenenrente der AHV im Todesfall

Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente besteht nur bei Ehe und eingetragener Partnerschaft. Ausserdem ist die Hinterlassenenrente für Männer und Frauen unterschiedlich geregelt. In der eingetragenen Partnerschaft ist die hinterbliebene Person der Witwe / dem Witwer gleichgestellt. 

  • Frauen: Wenn der verstorbene Partner Kinder hinterlässt, erhalten Frauen die Rente bedingungslos. Kinderlose Witwen haben Anspruch auf Witwenrente, wenn sie zum Zeitpunkt des Todesfalls mindestens 45 Jahre alt und mindestens fünf Jahre verheiratet sind. 
  • Männer erhalten die Witwerrente nur dann, wenn sie minderjährige Kinder haben – jeweils so lange, bis das jüngste Kind 18 Jahre alt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Männer zum Zeitpunkt des Todesfalls verheiratet oder geschieden sind.  

Übrigens: Partnerinnen und Partner in einem Konkubinat haben keinen Anspruch auf die Hinterlassenenrente der AHV. 

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Fragen & Antworten zur AHV

Vorsorgegelder aus der 2. Säule im Todesfall

Für die Aufteilung der nach BVG-Gesetz versicherten Gelder, Freizügigkeitskonten und -Policen gelten ähnliche Regelungen und Ansätze wie bei der Witwen-, Witwer- und Waisenrente. Allerdings handhaben Pensionskassen Details unterschiedlich. Wir empfehlen für die genauen Bestimmungen das jeweilige Vorsorgereglement zu lesen. 

Bei einigen Pensionskassen gilt beispielsweise die Voraussetzung, dass die Ehe oder Partnerschaft mindestens fünf Jahre vor dem Todesfall bestand und die Witwe oder der Witwer mindestens 45 Jahre alt ist. Vor allem, wenn keine gemeinsamen Kinder im Spiel sind. Kinder erhalten für gewöhnlich eine Waisenrente zu denselben Bedingungen wie bei der zuvor erklärten AHV. Wir empfehlen Ihnen für detailliertere Informationen das Reglement Ihrer Pensionskasse zu lesen. Denn für überobligatorische Leistungen unterscheiden sich die Pensionskassen und können mildere oder strengere Voraussetzungen für die Erbringung festlegen.  

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Fragen & Antworten zur 2. Säule

Aufteilung der Säule 3a im Todesfall

Das Guthaben der gebundenen Vorsorge (3a) und dessen Auszahlung im Todesfall ist ebenfalls gesetzlich klar geregelt, inklusive der Reihenfolge der Begünstigten. Auch hier lässt sich also nicht per Testament oder durch einen Erbvertrag ändern, wer das Vorsorgeguthaben erhält. 

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Fragen & Antworten zur Säule 3a

Was kann ich sonst noch tun?

Sie möchten sicher sein, dass die Liebsten im Notfall finanziell abgesichert sind? Dann empfehlen wir Ihnen den Abschluss einer Todesfallversicherung. Auf diese Weise können sich auch nicht verheiratete Paare gegenseitig begünstigen. So lässt sich beispielsweise wählen, ob Begünstigte eine einmalige Auszahlung erhalten oder eine regelmässige Rente.