Lehrmeister erklärt in einem Schreinerbetrieb dem Lehrling einen Arbeitsschritt.
Ratgeber

Sparpotenzial und Risiken beim Umbau

Umbau planen: Wo Sparen sinnvoll ist und wo Sie besser mehr ausgeben

Niemand will beim Umbau zu viel bezahlen. Doch sparen Sie am falschen Ort, zahlen Sie am Schluss sogar drauf. Wo Sie beim Umbau sparen können und mit welchen Risiken Sie rechnen sollten.

  • Lesezeit: 6 Minuten
  • Letztes Update: November 2025
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«Ach, hätte ich doch…» Diesen Satz sagt man sich als Bauherrin oder Bauherr nach dem Umbau oft. Im Nachhinein merkt man, dass man viel Geld hätte sparen können. Zum Beispiel findet man seinen neuen Backofen schon kurz nach dem Einbau als Sonderangebot im Web. Oder dann erfährt man, dass der Nachbar einen günstigeren Sanitär engagiert hat, weil er mehr Offerten einholte. 

  

Das «Ach, hätte ich doch» gibt es aber auch umgekehrt: Man merkt, dass man lieber mehr Geld ausgeben hätte. Zum Beispiel wenn das vermeintlich günstige Badmöbel nicht günstig war, sondern billig, und darum schon nach zwei Jahren lottert. Oder wenn man beim Zähneputzen immer die krumme Silikonfuge sieht, die man selbst gezogen hat. 

Sparpotenzial birgt auch Gefahren

Der Entscheid, wo sich Sparen lohnt und wo eine etwas teurere Investition besser ist, ist alles andere als einfach. Das Problem: Jedes Sparpotenzial birgt gleichzeitig eine Gefahr. Ob Chance oder Risiko überwiegt, ist individuell (sonst würden es schliesslich alle gleich machen). Schätzen Sie also sehr bewusst ein, was zu Ihrem Projekt und Ihrer Situation passt.  

  

Ein Beispiel: Eine Gesamtsanierung ist im Grundsatz günstiger als eine Sanierung in mehreren Etappen. Das hängt aber auch davon ab, ob Sie eine preiswerte Wohnalternative für die Bauphase haben. Müssen Sie mit der ganzen Familie über längere Zeit ins Hotel oder in eine Ersatzwohnung, relativiert sich die Ersparnis. Gleiches gilt für das Startdatum Ihres Umbaus. In der Bau-Nebensaison im Herbst und Winter sind Fachpersonal und teilweise auch Material günstiger. Dafür ist die Gefahr von Bauverzögerungen oder Schäden aufgrund der Witterung höher. Sind Sie bereit, dieses Risiko zu tragen? 
 
Es gibt hier keine allgemeingültige Antwort, was richtig oder falsch ist. Aber es gibt ein paar Tipps, die Ihnen helfen können. 

Tipp 1: Recherchieren Sie gründlich

Wer günstiger umbauen will, sollte sich früh informieren und genügend Zeit für die Recherche einplanen. Die grösste Gefahr für Laien ist ihr Unwissen. Nur wenn Sie gründlich recherchieren und sich mit der Materie möglichst gut auskennen, können Sie fundierte Entscheide treffen. Holen Sie mehrere Offerten für die Arbeiten und mehrere Angebote für Geräte und Material ein. Informieren Sie sich über die Preise für Kühlschränke, Boiler oder Badewannen und vergleichen Sie die Preise in Katalogen und im Web. Seien Sie bei grossen Preisdifferenzen kritisch und warten Sie auch mal ab, um von Aktionen profitieren zu können. Das Sparpotenzial ist enorm. Aber Achtung: Billig ist nicht gleich günstig. Alles, das sich im Nachhinein nur mühsam und kostenintensiv austauschen lässt, sollte von ordentlicher Qualität sein. Dazu zählen etwa Fliesen oder der Parkett. Sparen lohnt sich dort, wo Sie etwas notfalls leicht wieder ändern können. Das trifft auf Griffe, Schalter oder Armaturen zu. 

Tipp 2: Planung ist alles

Planen Laien die Kosten nicht sorgfältig, verschätzen sie sich schnell um hohe Summen. Der Arbeitsaufwand für die Handwerker:innen und das Material sind die grössten Kostenfaktoren. Aber auch die Reihenfolge des Umbaus spielt eine Rolle. Geschickt geplant können Sie Kosten für Mulden, Reinigung oder Bausicherung minimieren. Zudem kostet beispielsweise ein Elektriker weniger, wenn er nur einmal kommt, statt dass er beim Umbau jedes Zimmers den Anfahrtsweg erneut berechnet. So paradox es auf den ersten Blick klingt: Hier sparen Sie oft mehr, wenn Sie am Anfang mehr Geld ausgeben. Eine Fachperson, die Sie bei der Planung berät, kann Gold wert sein. Sie kennt die Produkte und deren Preis-Leistungs-Verhältnis, sie weiss, wo Sie gut selbst Hand anlegen können, sie kennt die Abläufe auf der Baustelle und kann den Aufwand abschätzen. Zudem sind Offerten für eine Fassadensanierung oder eine neue Heizung so komplex, dass ein Laie sie ohne Hilfe kaum bewerten kann. Durch eine professionelle Beratung vermeiden Sie falsche Entscheide und Planungsfehler. Diese kommen Sie schnell um ein Vielfaches teurer zu stehen als das Beratungshonorar. Dabei muss es nicht unbedingt ein Architekt sein. Es kann es schon eine riesige Hilfe sein, wenn Sie Ihren Plan mit Handwerker:innen, denen Sie vertrauen, oder einer anderen Bauherr:in besprechen können. 

Tipp 3: Do it yourself

Dieser Tipp ist so offensichtlich, dass er eigentlich gar nicht erwähnt werden muss. Alles, was Sie beim Umbau selbst erledigen können, kommt Sie günstiger. Auch Bekannte und Familienmitglieder sind eine willkommene Unterstützung, um die Kosten zu senken. Einfachere Arbeiten wie die Baustelle reinigen, Mauern herausbrechen, Wände streichen oder Böden verlegen kann im Prinzip jeder ohne zwei linke Hände. Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten und jene der Helfer aber realistisch ein. Ausführungsmängel ziehen hohe Beseitigungskosten nach sich. Zudem ist bei Hilfsdiensten die Grenze zu Schwarzarbeit fliessend. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im Artikel zum Thema Umbau mit Laien. 

  

Denken Sie auch an die Werkzeuge und Maschinen, wenn Sie selbst anpacken oder mit Laien arbeiten. Müssen Sie diese erst kaufen, macht das die Ersparnis wieder zunichte. 

Risiko 1: Geräte selbst bestellen

Es ist verlockend, möglichst viel Material selbst zu bestellen. Zwar haben Handwerker:innen in der Regel bessere Konditionen als Privatpersonen. Wer aber lange sucht, findet teilweise günstigere Lieferanten aus dem In- oder Ausland. Gerade bei Letzteren ist jedoch Vorsicht geboten: Die Lieferkosten verteuern den Preis und es kann zu Lieferverzögerungen kommen. Im schlechtesten Fall stockt der ganze Baufortschritt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Handwerker:innen kooperieren oft mit bestimmten Herstellern. Sie installieren deshalb ungern Geräte und Material, das sie nicht selbst bestellt haben und für das sie die Haftung übernehmen müssen. Klären Sie das vor dem Kauf mit den Handwerker:innen ab. 

Risiko 2: Baumängel und Stress

Wer am falschen Ort spart, macht Abstriche bei der Qualität. Gerade wenn Sie selbst auf der Baustelle tätig sind, kann es zu Mängeln kommen. Viele Hobby-Handwerker:innen überschätzen die eigenen Fähigkeiten oder das Können, das Tempo und die Motivation der unentgeltlichen Helfer:innen. Hinzu kommt der emotionale Stress: Muss man einem guten Freund sagen, dass seine Arbeit ungenügend oder er zu langsam ist, ist das mehr als unangenehm. Es ist deshalb meistens ratsam, nur einen Teil der Arbeiten selbst auszuführen und für andere auf Profis zurückzugreifen. Auch so sparen Sie am Ende immer noch Geld. 

Fragen & Antworten

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