Aber woher soll dieser Notgroschen kommen? Am besten verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre finanzielle Basis. Wir zeigen Ihnen wie’s geht.
Starten Sie mit einem realistischen Budget
Ein Budget stellt Ihre Einnahmen und Ausgaben einander gegenüber. So sehen Sie, wie viel Geld Sie tatsächlich zur Verfügung haben und welchen Betrag Sie regelmässig zur Seite legen können.
Einnahmen erfassen
Notieren Sie Ihren Nettolohn und weitere regelmässige Einnahmen.
Fixkosten eintragen
Dazu zählen zum Beispiel Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Mobiltelefon, Abonnemente und Mobilität.
Variable Ausgaben einschätzen
Erfassen Sie Lebensmittel, Kleider, Freizeit und andere Ausgaben, die von Monat zu Monat schwanken.
Rückstellungen einplanen
Denken Sie an Steuern, Krankenkassenkosten wie Franchise und Selbstbehalt, Zahnarztkosten, Versicherungsrechnungen oder den Ersatz elektronischer Geräte.
Sparbetrag festlegen
Was nach allen Ausgaben und Rückstellungen übrigbleibt, können Sie für Ihren Notgroschen und weitere Ziele einsetzen.
Budgettipp
Nicht alle Rechnungen kommen monatlich. Teilen Sie Jahresbeträge durch zwölf und Quartalsrechnungen durch drei. So erscheint im Monatsbudget der Betrag, den Sie tatsächlich zurücklegen sollten.
Was ist ein Notgroschen?
Der Notgroschen ist eine finanzielle Reserve für dringende, unerwartete Ausgaben. Er hilft Ihnen, einen Engpass zu überbrücken, ohne sofort einen Kredit aufzunehmen oder die Kreditkartenschulden in Teilzahlungen zurückzuzahlen.
Das neue Handy, die Weiterbildung oder die nächste Reise sind planbar und gehören zu den persönlichen Sparzielen, nicht zum Notgroschen. Für diese oder andere individuelle Sparziele, legen Sie am besten separat Geld zurück.
Wie gross sollte Ihr Notgroschen sein?
Als allgemeine Orientierung werden häufig drei bis sechs notwendige Monatsausgaben genannt. Welche Höhe für Sie passt, hängt von Ihrer Wohnsituation, der Sicherheit Ihres Einkommens und Ihren finanziellen Verpflichtungen ab.
Zu den notwendigen Monatsausgaben gehören alle Kosten, die auch weiterlaufen, wenn Sie einen knappen Monat vor sich haben. Sie können also nichts oder nicht viel einsparen. Dazu gehören Wohnen, Krankenkasse, Lebensmittel, Mobilität, Steuern und sonstige bestehende Verpflichtungen. Mit den Zahlen aus unserem Budget würde die Notgroschenrechnung nun also so aussehen:
CHF 2'815 x 3 = CHF 8'445 / CHF 2'815 x 6 = CHF 16’890
Ob Sie eher einen grösseren oder kleineren Notgroschen benötigen, hängt unter anderem von Ihrer beruflichen Situation ab. Mit einem stabilen Einkommen und tiefen Fixkosten kann das untere Ende der Bandbreite genügen (notwendige Monatsausgaben mal 3). Bei einem befristeten Vertrag, schwankendem Einkommen oder höheren Verpflichtungen kann eine grössere Reserve sinnvoll sein.
Falls Ihnen der errechnete Betrag nun viel zu hoch erscheint und Sie sich doch wieder nur mit Toast und Nudelsuppe sehen, verwerfen Sie nicht gleich alles wieder. Stecken Sie sich am besten zuerst ein Ziel, dass erreichbar scheint und bauen Sie darauf schrittweise auf.
So bauen Sie Ihren Notgroschen auf
- Bestimmen Sie einen festen Betrag. Wählen Sie einen monatlichen Sparbetrag, der auch in einem normalen Monat realistisch bleibt.
- Automatisieren Sie das Sparen. Aus den Augen, aus dem Sinn! Richten Sie einen Dauerauftrag kurz nach dem Lohneingang ein. So wächst die Reserve, bevor das Geld anderweitig ausgegeben wird.
- Nutzen Sie zusätzliche Einnahmen. Ein Teil des 13. Monatslohns, eines Bonus oder einer Rückzahlung kann den Aufbau beschleunigen.
- Füllen Sie die Reserve wieder auf. Mussten Sie auf den Notgroschen zurückgreifen, bauen Sie ihn anschliessend erneut auf.
Der Notgroschen sollte rasch, vollständig und ohne Kursverlust verfügbar sein. Geeignet ist deshalb ein separates Privatkonto oder Sparkonto. Prüfen Sie bei einem Sparkonto die Rückzugslimiten, Kündigungsfristen und möglichen Gebühren.
Wertschriften, Festgeld und die Säule 3a eignen sich nicht als Notgroschen. Wertschriften können kurzfristig an Wert verlieren. Festgeld ist während einer bestimmten Laufzeit gebunden. Guthaben der Säule 3a sind nur in gesetzlich geregelten Fällen vorzeitig verfügbar.
Sind Sie bereit, Ihre Finanzen anzupacken?
Die richtige Reihenfolge
- Budget stabilisieren:
Laufende Kosten und vorhersehbare Rechnungen decken. - Notgroschen aufbauen:
Eine frei verfügbare Reserve für Unerwartetes schaffen. - Sparziele finanzieren:
Ferien, Weiterbildung und Anschaffungen separat besparen. - Langfristig vorsorgen:
Geld einsetzen, das Sie kurzfristig nicht benötigen. Zum Beispiel mit einer Säule 3a. Mit regelmässigen Einzahlungen in die dritte Säule können Sie Steuern sparen. Dieses Geld ist aber gebunden und kein Ersatz für eine frei verfügbare Reserve.
Ein solides finanzielles Fundament entsteht nicht an einem Tag. Beginnen Sie mit einem realistischen Budget, legen Sie einen fixen Betrag für Ihren Notgroschen fest und automatisieren Sie das Sparen. So schaffen Sie Schritt für Schritt mehr finanziellen Spielraum.
Fragen und Antworten
Noch Fragen zum Notgroschen? Zum Glück müssen Sie dafür nicht auch noch eine Reserve anlegen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.
Als allgemeine Orientierung gelten drei bis sechs notwendige Monatsausgaben. Entscheidend sind Ihre Fixkosten, die Sicherheit Ihres Einkommens und Ihre Verpflichtungen. Beginnen Sie bei Bedarf mit einem kleineren Zwischenziel und bauen Sie die Reserve schrittweise auf.
Berechnen Sie den Notgroschen anhand Ihrer notwendigen Monatsausgaben das sind die Ausgaben, die immer weiterlaufen und nicht kurzzeitig weggelassen werden können. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Krankenkasse, Lebensmittel, Mobilität, Steuern und andere laufende Verpflichtungen. Freizeit, Ferien und geplante Anschaffungen gehören nicht dazu.
Bewahren Sie den Notgroschen auf einem separaten Privatkonto oder Sparkonto auf. Das Geld sollte rasch und ohne Kursverlust verfügbar sein. Prüfen Sie bei Sparkonten vorab die Rückzugslimiten, Kündigungsfristen und möglichen Gebühren.
Starten Sie mit einem Betrag, der dauerhaft in Ihr Budget passt. Ein automatischer Dauerauftrag nach dem Lohneingang hilft. Auch kleine Beträge schaffen mit der Zeit eine Reserve. Zusätzliche Einnahmen können den Aufbau punktuell beschleunigen.
Nutzen Sie den Notgroschen für dringende und unerwartete Ausgaben, die Ihr laufendes Budget nicht auffangen kann. Beispiele sind eine notwendige Reparatur oder eine unerwartete Gesundheitsausgabe. Planbare Käufe und Ferien finanzieren Sie besser über ein separates Sparziel.
Ja, sofern Sie kurzfristig auf das benötigte Geld zugreifen können. Achten Sie auf Rückzugslimiten und Kündigungsfristen. Für den Alltag ist ein getrenntes Konto sinnvoll, damit die Reserve nicht versehentlich für normale Ausgaben verwendet wird.
Rückstellungen sind für bekannte Ausgaben bestimmt, etwa Steuern, Versicherungsrechnungen oder den Selbstbehalt. Der Notgroschen deckt dagegen dringende, unerwartete Kosten. Beide Beträge sollten im Budget separat geplant und möglichst auf getrennten Konten geführt werden.
Nein. Guthaben der Säule 3a sind grundsätzlich gebunden und nur in gesetzlich geregelten Fällen vorzeitig verfügbar. Bauen Sie deshalb zuerst eine frei zugängliche Reserve auf. In die langfristige Vorsorge zahlen Sie nur Geld ein, welches Sie nicht kurzfristig benötigen.



