
Das sollten Sie zur energetischen Sanierung wissen
Solaranlage, Heizung, FassadeGut fürs Klima, tiefere Betriebskosten, mehr Wohnqualität: Eine energetische Sanierung hat handfeste Vorteile. Doch hohe Kosten lassen viele Besitzer zögern.
Lesezeit: 4 Minuten Letztes Update: November 2025
Heizen Sie mit Öl und die Umgebung gleich mit, weil die Fenster nicht dicht sind? Oder finden Sie die Luftqualität in Ihrem Daheim nicht gut? Dann sind Sie in guter Gesellschaft: Hunderttausende Personen in der Schweiz besitzen Häuser oder Wohnungen, die energetisch sanierungsbedürftig sind. Insgesamt gelten eine Million Gebäude als schlecht oder gar nicht isoliert.
Das Einsparpotenzial ist riesig. Alle Gebäude zusammen sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Das ist mehr, als die ganze Industrie ausstösst. Pro Jahr werden zwar rund 7'500 Gebäude isoliert. Fachleute bemängeln diese Modernisierungs-Quote aber als viel zu tief und kritisieren, dass Haus- und Wohnungsbesitzer über mögliche technologische Lösungen und Fördermittel ungenügend informiert seien und Investitionen und Sparpotenzial nicht korrekt bewerten könnten.
Fakt ist: Sich im Dschungel aus Begriffen und Angeboten zurechtzufinden, ist komplex und aufwändig. Es kostet Überwindung und Zeit. Viele Besitzer:innen warten deshalb, bis sie ohnehin umbauen müssen oder bis das Umweltgewissen sie plagt, ehe sie sich mit der energetischen Sanierung befassen. Wie erhalten Sie hier möglichst rasch den Durchblick?
Tools helfen beim ersten Schritt
Starten Sie mit einer Ist-Analyse. Es gibt diverse Online-Tools, über die Laien schnell und einfach eine energetische Einschätzung ihrer Liegenschaft bekommen.
Der Bund listet über sein Förderprogramm EnergieSchweiz weitere Rechner und Analyseseiten auf. Der Hauseigentümerverband HEV verweist auf spezialisierte Tools für Fassadendämmung, Heizung oder Solarenergiepotenzial. Eine gute Inspiration sind auch verschiedenste Referenzobjekte aus der ganzen Schweiz.
Daneben gibt es diverse auf energetische Sanierung spezialisierte Firmen und Beratende. Je nach Umfang Ihres Projektes lohnt es sich, von Anfang an einen Profi oder gleich einen Architekten beizuziehen. Von den meisten Kantonen und Gemeinden unterstützt wird auch der Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK. Dabei erstellen Ihnen Experten einen ausführlichen Bericht für Ihre Wohnung oder Ihr Haus. Dieser enthält konkrete energetische Modernisierungsmassnahmen inklusive Priorisierung, Hinweise zu Bauetappen sowie eine Schätzung der Umbaukosten, Förderbeiträge und künftigen Einsparungen. Er kostet je nach Aufwand rund 1'400 bis 2'000 Franken.
Hilfreiche Tools für die energetische Sanierung
Diese Links helfen Ihnen bei der Planung Ihrer Sanierung.
Was bringt wie viel?

Beim Entscheid, was Sie sanieren wollen, ist die Wirkung der Massnahme eine der wichtigsten Messgrössen. eValo hat ein durchschnittliches Einsparpotenzial für einzelne energetische Massnahmen berechnet. Dieses gibt zwar nur einen groben Bereich an, ist aber als Erstinformation allemal hilfreich:
- Heizung 12 - 47%
- Fenster 14 - 21%
- Fassade 11 - 20%
- Photovoltaik 10 - 20%
- Dach 7 - 15%
- Kellerdecke 7 - 11%
Die Kosten
Dem Einsparpotenzial gegenüber stehen die Kosten. Sie hängen von der Grösse der Liegenschaft, ihrem Zustand, der gewählten Umbaulösung und den Förderbeiträgen ab. Pauschale Aussagen sind hier deshalb fast nicht möglich. So unterscheiden sich die Beiträge, die auf Websites und in Studien zu finden sind, teilweise deutlich. Als Milchbüechli-Rechnung lässt sich sagen: Der Ersatz einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe kostet zwischen 30'000 und 70'000 Franken, ein neues Dach zwischen 25'000 und 60'000 Franken und eine Solaranlage gibt es ab 10'000 Franken. Diese Zahlen können jedoch bei jeder Sanierung anders aussehen und sind darum mit Vorsicht zu geniessen.
Langfristige vs. Kurzfristige Rechnung
Beim Einsparpotenzial sollten Sie nicht nur auf die jährlichen Minderkosten achten, sondern langfristig rechnen. Wie hoch das Einsparpotenzial über 30 Jahre sein kann, zeigt das Solothurner Amt für Wirtschaft am Beispiel eines Mehrfamilienhauses in Ostermundigen BE auf: Es lag bei 269'000 Franken – dies bei Sanierungskosten von 310'000 Franken und Abzügen durch Förderbeiträge von 31'500 Franken. Das macht deutlich, dass sich auch eine hohe Investition langfristig lohnen kann. Die Wertvermehrung der Liegenschaft und das Plus an Wohnqualität durch die Sanierung sind in der Rechnung nicht berücksichtigt.
Fragen & Antworten
Wir beantworten Ihnen die häufigsten Fragen zur energetischen Sanierung.

