Planung energetische Sanierung

Das sollten Sie zur energetischen Sanierung wissen

Solaranlage, Heizung, Fassade

Gut fürs Klima, tiefere Betriebskosten, mehr Wohnqualität: Eine energetische Sanierung hat handfeste Vorteile. Doch hohe Kosten lassen viele Besitzer zögern.

  • Lesezeit: 5 Minuten
  • Letztes Update: Februar 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Energetische Sanierungen bieten grosses Einsparpotenzial bei Heizung (bis 47 %), Fenstern und Fassaden und verbessern gleichzeitig die Luftqualität und Wohnqualität.
  • Zur ersten Analyse dienen Online-Rechner (z. B. EnergieSchweiz, HEV) oder der kostenpflichtige GEAK-Gebäudeenergieausweis, der konkrete Massnahmen und Kosten schätzt.
  • Hohe Initialkosten amortisieren sich langfristig durch tiefere Betriebskosten, staatliche Förderbeiträge und Steuerabzüge.
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Heizen Sie mit Öl und die Umgebung gleich mit, weil die Fenster nicht dicht sind? Oder finden Sie die Luftqualität in Ihrem Daheim nicht gut? Dann sind Sie in guter Gesellschaft: Hunderttausende Personen in der Schweiz besitzen Häuser oder Wohnungen, die energetisch sanierungsbedürftig sind. Insgesamt gelten eine Million Gebäude als schlecht oder gar nicht isoliert. 

Das Einsparpotenzial ist riesig. Alle Gebäude zusammen sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Das ist mehr, als die ganze Industrie ausstösst. Pro Jahr werden zwar rund 7'500 Gebäude isoliert. Fachleute bemängeln diese Modernisierungs-Quote aber als viel zu tief und kritisieren, dass Haus- und Wohnungsbesitzer über mögliche technologische Lösungen und Fördermittel ungenügend informiert seien und Investitionen und Sparpotenzial nicht korrekt bewerten könnten. 

Fakt ist: Sich im Dschungel aus Begriffen und Angeboten zurechtzufinden, ist komplex und aufwändig. Es kostet Überwindung und Zeit. Viele Besitzer:innen warten deshalb, bis sie ohnehin umbauen müssen oder bis das Umweltgewissen sie plagt, ehe sie sich mit der energetischen Sanierung befassen. Wie erhalten Sie hier möglichst rasch den Durchblick? 

Tools helfen beim ersten Schritt

Starten Sie mit einer Ist-Analyse. Es gibt diverse Online-Tools, über die Laien schnell und einfach eine energetische Einschätzung ihrer Liegenschaft bekommen.  

Der Bund listet über sein Förderprogramm EnergieSchweiz weitere Rechner und Analyseseiten auf. Der Hauseigentümerverband HEV verweist auf spezialisierte Tools für Fassadendämmung, Heizung oder Solarenergiepotenzial. Eine gute Inspiration sind auch verschiedenste Referenzobjekte aus der ganzen Schweiz. 

Daneben gibt es diverse auf energetische Sanierung spezialisierte Firmen und Beratende. Je nach Umfang Ihres Projektes lohnt es sich, von Anfang an einen Profi oder gleich einen Architekten beizuziehen. Von den meisten Kantonen und Gemeinden unterstützt wird auch der Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK. Dabei erstellen Ihnen Experten einen ausführlichen Bericht für Ihre Wohnung oder Ihr Haus. Dieser enthält konkrete energetische Modernisierungsmassnahmen inklusive Priorisierung, Hinweise zu Bauetappen sowie eine Schätzung der Umbaukosten, Förderbeiträge und künftigen Einsparungen. Er kostet je nach Aufwand rund 1'400 bis 2'000 Franken. 

 

Hilfreiche Tools für die energetische Sanierung

Diese Links helfen Ihnen bei der Planung Ihrer Sanierung.

Was bringt wie viel?

Bodenheizungsrohre für eine energetische Sanierung im Rohbau

Beim Entscheid, was Sie sanieren wollen, ist die Wirkung der Massnahme eine der wichtigsten Messgrössen. eValo hat ein durchschnittliches Einsparpotenzial für einzelne energetische Massnahmen berechnet. Dieses gibt zwar nur einen groben Bereich an, ist aber als Erstinformation allemal hilfreich: 

  • Heizung 12 - 47% 
  • Fenster 14 - 21% 
  • Fassade 11 - 20% 
  • Photovoltaik 10 - 20% 
  • Dach 7 - 15% 
  • Kellerdecke 7 - 11% 

Die Kosten

Dem Einsparpotenzial gegenüber stehen die Kosten. Sie hängen von der Grösse der Liegenschaft, ihrem Zustand, der gewählten Umbaulösung und den Förderbeiträgen ab. Pauschale Aussagen sind hier deshalb fast nicht möglich. So unterscheiden sich die Beiträge, die auf Websites und in Studien zu finden sind, teilweise deutlich. Als Milchbüechli-Rechnung lässt sich sagen: Der Ersatz einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe kostet zwischen 30'000 und 70'000 Franken, ein neues Dach zwischen 25'000 und 60'000 Franken und eine Solaranlage gibt es ab 10'000 Franken. Diese Zahlen können jedoch bei jeder Sanierung anders aussehen und sind darum mit Vorsicht zu geniessen. 

Langfristige vs. Kurzfristige Rechnung

Beim Einsparpotenzial sollten Sie nicht nur auf die jährlichen Minderkosten achten, sondern langfristig rechnen. Wie hoch das Einsparpotenzial über 30 Jahre sein kann, zeigt das Solothurner Amt für Wirtschaft am Beispiel eines Mehrfamilienhauses in Ostermundigen BE auf: Es lag bei 269'000 Franken – dies bei Sanierungskosten von 310'000 Franken und Abzügen durch Förderbeiträge von 31'500 Franken. Das macht deutlich, dass sich auch eine hohe Investition langfristig lohnen kann. Die Wertvermehrung der Liegenschaft und das Plus an Wohnqualität durch die Sanierung sind in der Rechnung nicht berücksichtigt. 

Fragen & Antworten

Wir beantworten Ihnen die häufigsten Fragen zur energetischen Sanierung. 

  • Sanierung der Wärmedämmung: Förderung durch Bund & Kantone in der ganzen Schweiz 
  • Ersatz von Ölheizungen durch Wärmepumpen, Solaranlagen und Holzenergieanlagen: Subventionierung durch die meisten Kantone 
  • Diverse Massnahmen wie Pelletheizung, Lüftungsanlagen, effiziente Waschmaschinen etc.: Fördermittel von Gemeinden, Energienabietern, Vereine und Banken 

Eine umfassende Übersicht zu den Fördermassnahmen für Ihren Wohnort finden Sie auf EnergieSchweiz

Ja. Lassen Sie sich eine Solaranlage aufs Dach montieren, werden Sie vom Bund mit der sogenannten “Einmalvergütung” unterstützt. Wie hoch der Förderbeitrag ist, unterscheidet sich nach Grösse und Leistung der Anlage.  

Die Kosten für viele energetische Sanierungsmassnahmen können bei den direkten Bundessteuern und in einzelnen Kantonen auch als Liegenschaftsunterhalt vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.  

Informieren Sie sich hier direkt beim jeweiligen Steueramt, die meisten Kantone haben entsprechende Merkblätter aufgeschaltet, wie zum Beispiel Bern oder Zürich

Die Abzugsmöglichkeiten sind nicht auf das Jahr des Umbaus begrenzt. Kosten, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, können seit 2020 auf drei Steuerperioden aufgeteilt werden. 

Ideal geplant, senken Sie mit den Abzügen also für 3 Jahre lang Ihr Einkommen praktisch auf null oder rutschen mindestens mehrere Progressionsstufen hinab. 

Dazu gehören zum Beispiel Investitionen in die Dämmung von Fassade, Böden, Wänden und Dächern, der Einbau neuer Fenster oder der Ersatz von veralteten Heizungen. Abziehen können Sie jedoch nur das, was nicht mit Fördermitteln unterstützt wurde. 

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