Mehrere Personen besprechen einen Bauplan

Wann macht eine Bauleitung Sinn?

Selbst übernehmen oder lieber dem Profi überlassen?

Bauleiter:innen koordinieren und kontrollieren die Handwerksfirmen und ihre Arbeit. Sie nehmen Ihnen beim Umbau die grössten Sorgen ab – sofern sie gut gewählt sind. 

  • Lesezeit: 6 Minuten
  • Letztes Update: Februar 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine professionelle Bauleitung koordiniert Handwerker und überwacht die Technik, wobei Laien wegen der Komplexität (Statik, Organisation) von der Eigenregie abgeraten wird.
  • Die Bauleitung haftet für Mängel der Unternehmer, wenn diese durch eine sorgfältige Kontrolle ihrerseits hätten vermieden oder frühzeitig erkannt werden können.
  • Zentrale Pflichten wie die Baustellensicherung, die behördliche Antragstellung und die finale Abnahme der Bauphasen bleiben rechtlich in der Verantwortung der Bauherrschaft.
  • Da Bauherren für Unfälle auf der Baustelle haften, wird der Abschluss einer Bauversicherung zum Schutz vor finanziellen Folgen und Haftpflichtansprüchen empfohlen.
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Ein Umbau ist aufwändig, der Weg zum Traumobjekt oft steinig und lang. Und es müssen sehr viele Entscheidungen getroffen werden. Da kann es eine grosse Entlastung sein, wenn Sie einen Teil der Verantwortung jemandem vom Fach abgeben können: einer Bauleiterin oder einem Bauleiter. Sie übernehmen mehrheitlich die Überwachung und Koordination der Arbeiten auf der Baustelle. Nicht umsonst werden sie auch als «Sachwalter des Bauherrn» bezeichnet. 

Je früher in der Bauphase Sie eine Bauleitung wählen, desto besser. Denn die Expert:innen können Ihnen viel Arbeit abnehmen und so können Sie sich auf andere Sachen konzentrieren.

Was sind die Aufgaben einer Bauleitung?

Bauleiter:innen sind Fachleute für Technik, Statik und Funktionalität. Dies ist massgebend für ihre tägliche Arbeit, da sie die Übersicht über die Baustelle haben und dafür zuständig sind, dass alles korrekt und gemäss Zeitplan abläuft.

Wissen Sie, ab wie vielen Personen es auf der Baustelle ein WC oder einen Pausenraum braucht? Oder wo der beste Platz für die Mulde ist? Brauchen Sie für Ihr Projekt Baustrom und einen Bauwasseranschluss? Für unerfahrene Laien ist es sehr komplex, selbst eine grössere Baustelle zu organisieren. Oft helfen die beauftragten Baufirmen mit Ratschlägen oder übernehmen ohnehin viele Aufgaben selbst. Sind aber mehrere Firmen beteiligt, ist die Verantwortung nicht mehr klar geregelt und es kann sein, dass Dinge doppelt oder gar nicht gemacht werden. Hier macht es Sinn, einer Person oder Firma die Organisation zu übertragen. 

Auf dem Bau muss jemand das Zeitmanagement im Griff haben und sicherstellen, dass das Kostenbudget eingehalten wird. Es braucht eine Person, die für Fragen da ist (und davon gibt es viele), die alle Fachexperten koordiniert, Instruktionen gibt und den Bauverlauf sowie die Termine überprüft. Es braucht jemanden, der dafür sorgt, dass Vorgaben, Normen und Regelungen eingehalten werden. Diese Aufgabe ist zentral. Wird sie seriös gemacht, steigen Effizienz und Qualität. 

Sicherheit ist auf Baustellen das A und O. Zuständig für die Arbeitsplatzsicherheit ist zwar grundsätzlich der Arbeitgeber, also die Baufirma. Für Besucher oder falls Sie selbst oder mit Laienhelfern umbauen, sind aber Sie als Bauherr:in verantwortlich. Zudem sollte jemand die Sicherheit auf der Baustelle regelmässig kontrollieren und müssen Bauarbeiten von Anfang an so geplant werden, dass das Risiko von Unfällen und Umweltschäden so weit wie möglich eingedämmt ist. 

Es gibt viele Vorgaben und diese sind nicht immer klar formuliert. Zum Beispiel sollte die Rettungskette sichergestellt und Erste-Hilfe-Material vorhanden sein, selbst wenn nur eine Person arbeitet. Oder es müssen ab einer Absturzhöhe von mehr als 3 Metern Auffangnetze oder Fanggerüste installiert sein. 

Muss die Bauleitung eine Fachperson sein?

Bauleiter:innen haben in der Regel Bauingenieurswesen studiert und weisen praktische Erfahrung vor. Je nach Grösse der Baustelle ist sehr viel Know-how gefragt, um die verschiedenen Stränge zusammenzuhalten und den Durchblick zu wahren. Daher wird Laien bei nur schon halbwegs komplexen Projekten grundsätzlich davon abgeraten, die Bauleitung selbst zu übernehmen oder sie einer Person ohne Erfahrung zu übergeben. 

Wie finden Sie eine geeignete Bauleitung?

Die Bauleitung soll für Sie eine Entlastung sein und ist entscheidend für einen erfolgreichen Umbau.  

Bekanntenkreis

Erkundigen Sie sich in Ihrem Umfeld, ob jemand einen Bauleiter oder eine Bauleiterin weiterempfehlen kann.

Bauunternehmen/Architekturbüro

In der Regel haben diese geeignete Kontakte, mit denen sie bereits zusammengearbeitet haben.

Leistungspaket eines Bauunternehmens

Fragen Sie nach, ob eine Bauleitung inkludiert ist. Sollte dies der Fall sein, erkundigen Sie sich unbedingt nach den praktischen Erfahrungen der eingesetzten Fachperson.

Architekt:innen

Auch sie kommen in Frage. Erkundigen Sie sich aber über entsprechende Qualifikationen. Zudem müssen sich Architekt:innen in der Doppelrolle wohlfühlen.

Haftet die Bauleitung für Fehler eines Unternehmers?

Der Bauleiter oder die Bauleiterin haftet dann für den Fehler eines Unternehmers, wenn dieser durch die korrekte Ausführung ihrer Tätigkeit hätte vermieden werden können.  

Sollte die Bauleitung im Laufe des Projekts feststellen, dass die Leistung der Bauunternehmer nicht den vereinbarten Anforderungen entspricht, ist sie verpflichtet, frühzeitig einzugreifen, damit Korrekturen vorgenommen werden können.  

Führt die Bauleitung ungenügende Kontrollen durch und übersieht daher einen Mangel, den man bei sorgfältiger Kontrolle hätte feststellen können, so verletzt sie ihren mit der Bauherrschaft geltenden Bauleitungsvertrag und kann für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.  

Im Zweifelsfall: Kontrolle durch Spezialist:in 

Sind die Fachkenntnisse der Bauleitung in einem Bereich für eine Kontrolle ungenügend, so sollte sie das dem Bauherrn melden und beantragen, dass diese Kontrolle durch Spezialist:innen durchgeführt werden kann, um so allfällige Mängel zu verhindern. 

Welche Aufgaben und Pflichten bleiben bei Bauherr:innen?

Trotz des Einsatzes einer Bauleitung bleiben einige grundlegende Pflichten in der Hand der Bauherr:innen. Die Wichtigsten sind: 

  • Sicherung der Baustelle: Die Bauleitung kann dabei zwar behilflich sein, die Haftung übernehmen aber Sie als Bauherr:in. Sollte es einen Unfall geben, liegt die Meldepflicht zudem bei Ihnen. Hier lohnt es sich, eine Bauversicherung abzuschliessen. 
  • Antragsstellung: Die Anträge, um das Bauvorhaben zu genehmigen, müssen Sie stellen. Dies muss vor Baubeginn geschehen und bei Bedarf muss hierfür auch ein Sicherheits- oder Gesundheitsschutzplan beigelegt werden. Die Anträge können Sie zwar gemeinsam mit Architekt:innen oder Bauleiter:innen einreichen, verantwortlich bleiben aber Sie. 
  • Prüfung: Es empfiehlt sich, dass Sie bei allen Leistungsphasen vor Ort sind und überprüfen, dass es keine Schäden oder Mängel gibt. 
  • Abnahmepflicht: Nach jeder Leistungsphase sind Sie als Bauherr:in für die Abnahme verantwortlich und müssen zum Schluss auch die Fertigstellung des Objekts anmelden. 

Fragen & Antworten

Wir beantworten die häufigsten Fragen zum Thema Bauleitung. 

Sie erkennen professionelle Bauleiter:innen unter anderem an einer aufgeräumten Baustelle, auf der die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Eine gute Bauleitung zeichnet zudem aus, dass sie Ihnen ein aktuelles Terminprogramm zustellt, ihre Termine einhält und Ihnen regelmässige Updates zum Projekt zustellt. 

Bauherr:in: Die Person, die den Auftrag für eine Baustelle erteilt. Dies kann eine Privatperson oder eine Institution sein. 

Bauleiter:in: Sie werden von der Bauherrschaft für die Leitung und Überwachung des Bauprojekts eingesetzt. 

Bauführer:in: Bauführer:innen sind bei Bauunternehmen angestellt und verantworten die Bauarbeiten gegenüber der Bauleitung oder der Bauherrschaft. 

Grundsätzlich steht es Ihnen frei, die Bauleitung selbst zu übernehmen. Dies ist bei kleineren Renovierungsarbeiten an einem Raum meist kein Problem. Handelt es sich aber nur schon um ein halbwegs komplexes Projekt, sollten Sie auf jeden Fall eine Fachperson engagieren. 

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Es hängt von der Komplexität und den abgemachten Aufgaben ab. Bei Architekten beträgt der durchschnittliche Stundensatz 100 bis 170 Franken. Hier gilt die Faustregel, dass das Gesamthonorar 10 bis 20 Prozent der Bausumme beträgt. Davon entfällt rund die Hälfte auf die effektive Bauphase. Bei einem Umbau für 200'000 Franken kostet die reine Bauleitung also grob geschätzt 10'000 bis 20'000 Franken. 

Wird die Projektkoordination gar nicht oder schlecht gemacht, stocken die Arbeiten. Es besteht die Gefahr, dass einzelne Handwerker:innen unkoordiniert vor sich hinwerkeln, dass Arbeitsschritte nicht abgestimmt sind und es zu Leerzeiten kommt. Noch schlimmer ist es, wenn ganze Arbeiten neu gemacht werden müssen oder rechtliche Abklärungen vergessen gingen. Dann drohen grössere Verzögerungen und höheren Kosten. 

Eine gute Bauleitung verhindert durch eine laufende Kontrolle zudem grössere Schäden und Mängel. Bei der Arbeitssicherheit und dem Umweltschutz gilt eine Nulltoleranz. Hier können Fehler gravierende Konsequenzen haben. 

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