Achtung Wildtiere: Unfälle nehmen ab Oktober zu

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Zahlen der Mobiliar zeigen: Mit den kürzeren Tagen steigt das Risiko für Wildunfälle auf Schweizer Strassen deutlich. In den letzten fünf Jahren verzeichnete die Mobiliar insgesamt über 10 500 Kollisionen mit Wildtieren, die Motorfahrzeugschäden verursacht haben. Besonders häufig in der Ostschweiz und im Espace Mittelland. Mit erhöhter Aufmerksamkeit und Präventionsmassnahmen lassen sich viele Unfälle vermeiden.

Verkehrskollisionen sind nach der Jagd die zweithäufigste bekannte Todesursache grosser Wildtiere in der Schweiz. Mehr als die Hälfte der Wildtiere, die nicht durch Jagd ums Leben kommen, sterben bei Verkehrsunfällen. Das sagt eine Statistik des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Gerade im Herbst steigt das Risiko. Viele Berufspendelnde sind in der Dämmerung oder Dunkelheit unterwegs, wenn auch Wildtiere besonders aktiv sind. Im Zeitraum von 2021 bis 2025 haben Versicherte der Mobiliar mehr als 10 500 Wildunfälle gemeldet, die Schäden an Motorfahrzeugen verursacht haben. Gegen Jahresende häufen sich die Kollisionen mit Wildtieren: Im letzten Quartal liegt die Zahl der Unfälle rund 12 Prozent über dem Jahresdurchschnitt. Auch im April gibt es besonders viele Unfälle mit Wildtieren, wenn diese auf Nahrungs-, Revier-, und Partnersuche sind. Ausserdem verzeichnete die Mobiliar in der Woche nach der Zeitumstellung im Frühling mehr Unfälle mit Wildtieren als in der Woche davor.

In diesen Regionen geschieht es besonders oft 

Die durchschnittliche Schadenfrequenz in der Schweiz beträgt 1,16 Wildunfälle pro 1000 versicherte Fahrzeuge. Am stärksten betroffen sind die Kantone Thurgau mit 2,05 Schäden pro 1000 Fahrzeuge und Graubünden mit 1,85 Schäden. Dahinter folgen Jura (1,75), Appenzell Innerrhoden (1,58), Solothurn (1,56) sowie Bern, Schaffhausen und die Waadt (je 1,37). 

Am häufigsten kollidieren Fahrzeuglenkende mit Rehen und Hirschen. Zwischen 2021 und 2025 gab es mit diesen Tieren rund 7350 versicherte Schäden. Danach folgen Füchse (1020), Dachse (900), Vögel (580) und Wildschweine (510). Besonders teuer sind Zusammenstösse mit grossen Tieren. Den höchsten durchschnittlichen Schaden verursachen Wildschweine mit rund 3000 Franken pro Unfall, noch vor Rehen und Hirschen mit rund 2700 Franken. 

Warum es gerade im Herbst häufiger Kollisionen gibt 

Wildtiere kennen keinen Unterschied zwischen Sommer- und Winterzeit. Während der Mensch früher im Dunkeln unterwegs ist, bewegen sich die Tiere weiterhin nach ihrem natürlichen Rhythmus. Auch die Brunftzeit bei Hirschen ab Oktober, der Stress der Jagd oder die Nahrungssuche für die Wintermonate sind Gründe.

So lassen sich Wildunfälle vermeiden 

Die Mobiliar empfiehlt Fahrzeuglenkenden erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere auf Überlandstrassen und an Waldrändern. Wer ein Warnschild für Wildwechsel passiert, sollte die Geschwindigkeit reduzieren. Taucht ein Tier am Strassenrand auf, gilt: abbremsen, Licht abblenden. Wichtig ist zudem, auf weitere Tiere in der Nähe zu achten. Rehe, Hirsche oder Wildschweine sind oft in Gruppen unterwegs.  

«Von Ausweichmanövern raten wir ausdrücklich ab», sagt Stefan Schüpbach, Leiter Kompentenzzentrum Fahrzeugschäden bei der Mobiliar. «Sie führen häufig zu schwereren Unfällen als die Kollision mit dem Tier selbst. Sicherer ist es, kontrolliert zu bremsen und das Fahrzeug in der Spur zu halten.» 

Neben einer angepassten Fahrweise helfen auch technische Massnahmen. Besonders wirksam sind Wildwarnanlagen in Meiringen oder Sand-Schönbühl, die Autofahrende vor querenden Tieren warnen und sie zu einer Temporeduktion bewegen. Gemäss Wildhütern der Region hat diese Massnahme die Zahl der Kollisionen an den ausgerüsteten Standorten drastisch reduziert. 

Und wenn es doch zu einem Unfall kommt? 

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Kollision, sollten Fahrzeuglenkende sofort anhalten, den Warnblinker einschalten und die Unfallstelle sichern. Gerade auf Überlandstrassen oder Strassen ohne Beleuchtung ist besondere Vorsicht geboten, da nachfolgende Fahrzeuge die Unfallstelle möglicherweise spät erkennen. Die eigene Sicherheit hat deshalb oberste Priorität.

Wildunfälle sind der Polizei oder dem Wildhüter zu melden. Verletzte Tiere sollten keinesfalls berührt werden, da sie unter Stress stehen und unberechenbar reagieren können. Betroffene warten am besten in sicherer Distanz auf die Einsatzkräfte und melden den Schaden anschliessend ihrer Versicherung. Die Teilkaskoversicherung der Mobiliar übernimmt Schäden am Fahrzeug, wenn dieses mit einem Wildtier kollidiert. Die Vollkasko greift hingegen bei einem Aufprall infolge eines Ausweichmanövers. 

Weitere Informationen im Ratgeber der Mobiliar zu Wildunfällen.

Die Gruppe Mobiliar

Im Jahr 2026 feiert die Mobiliar ihr 200-Jahr-Jubiläum. Damit ist die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz seit zwei Jahrhunderten erfolgreich und Teil der Schweizer Geschichte. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen feiert sein Jubiläum unter dem Motto «Besser zusammen» und zeigt, dass man gemeinsam mehr erreicht. 

Jeder dritte Haushalt und jedes dritte Unternehmen in der Schweiz sind bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2025 ein Prämienvolumen von gut 5.173 Milliarden Franken auf. 80 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den über 2.4 Millionen Kundinnen und Kunden. Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein rund 6600 Mitarbeitende und bietet 356 Ausbildungsplätze an. 

Bild mit Statistik zu kumulierten Wildtier-Kollisionen

Kumulierte Wildtier-Kollisionen 2021-2025: Im April und Ende Jahr häufen sich aufgrund erhöhter Aktivitäten die Wildunfälle. Quelle: Mobiliar

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