Zwei Menschen stossen mit Champagner an.

Seit 2000

Die Mobiliar feiert den 175. Geburtstag, übersteht Krisenjahre erfolgreich und investiert in die Zukunft.

2000 - 2009

Erfolgreich startet die Gruppe Mobiliar ins 21. Jahrhundert: Die Umstrukturierung der Gruppe wird im Jahr 2000 abgeschlossen. Ein Trend zu häufigeren und grösseren Elementarereignissen wird spürbar. 

2001 feiert die Mobiliar ihren 175. Geburtstag mit einem grossen Mitarbeiterfest. Sowohl 2001 als auch 2002 sind weltweit Krisenjahre und die Mobiliar muss negative Geschäftsergebnisse bekannt geben. Trotz gestiegenem Prämienvolumen wiegen hohe Schadenkosten auf der einen, ein enttäuschendes Finanzergebnis auf der anderen Seite schwer.

Die Providentia konzentriert sich ab 2002 im Geschäft der beruflichen Vorsorge auf die Rückversicherung von Personalvorsorgeeinrichtungen. Im Herbst 2002 lanciert sie erstmals ein Fonds-Produkt unter dem Namen MobiFonds.

Ab 2003 wird die Mobiliar operativ von Urs Berger geführt. Sein Vorgänger Albert Lauper wird Verwaltungsratspräsident. Nach zwei Jahren mit einem negativen Geschäftsergebnis gibt sich die Mobiliar eine einfachere Führungsstruktur, integriert den Bereich Lebensversicherungen, reduziert Stellen und verkleinert ihr Vertriebsnetz. Trotzdem verfügt sie weiterhin über das dichteste Agenturnetz der Schweiz. Dank dieser Massnahmen, freundlicher gestimmten Finanzmärkten und dem Ausbleiben grosser Elementarschäden findet die Mobiliar zurück auf die Gewinnstrasse.

Während in der ganzen Zeitperiode seit 1998/1999 jedes Jahr eine Ausschüttung aus dem Überschussfonds entweder an Privat- oder Geschäftskunden erfolgt –2015 sind es 144 Millionen – muss 2003/2004 darauf verzichtet werden.

Am 1. September 2003 wird unter dem Namen MobiCasa Multirisk ein innovatives Haushalt-Angebot lanciert, das Hausrat, Privathaftpflicht, Gebäude, Wertsachen und Vertragsrechtsschutz in einer einzigen Police vereint. Zudem enthält es weitere Service- und Dienstleistungen für die Versicherten. Das Baustein-Konzept wird auch auf andere Angebote ausgeweitet.

Die Mobiliar schliesst 2004 wieder mit einem guten Ergebnis ab. Sie gründet die Xpert Center AG, ein auf Expertisierung und Schadenbearbeitung spezialisiertes Kompetenzzentrum, das auch Leistungen für Dritte anbietet.

2005 wird aus der Providentia die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, kurz Mobiliar Leben. Der Hauptsitz ist weiterhin in Nyon.

Starke Regenfälle im August 2005 führen zu den grössten Überschwemmungen seit den Pfingst-Hochwassern von 1999. Betroffen sind vorab die Zentralschweiz, das Berner Oberland und die Stadt Bern, aber auch weitere Gebiete entlang von Flüssen und Bächen. Allein für die Mobiliar resultiert aus rund 16'000 Schadenmeldungen ein Brutto-Schadenaufwand von ca. 485 Millionen Franken – das mit Abstand grösste Schadenereignis in der über 175-jährigen Geschichte der Mobiliar.

Mit 10 Millionen Franken aus dem Überschussfonds der Genossenschaft entschliesst sich die Mobiliar dazu, konkrete Massnahmen und -projekte der Gemeinden zur Prävention von Naturgefahren zu unterstützen.

2006 beginnt eine andauernde Phase kontinuierlichen Wachstums über dem Markt. Die Gruppe Mobiliar aktualisiert ihr Leitbild: Sie bekräftigt und verankert darin ihre genossenschaftlichen Werte. Die Gesellschaft stärkt die Pensionskassen der Gruppe finanziell. Erstmals seit längerer Zeit schafft sie wieder neue Arbeitsplätze, insgesamt über 65.

Zwei Personen diskutieren an einem Tisch vor einem Laptop.

Erste Präventionsprojekte werden 2006 bereits erfolgreich zu Ende geführt und andere neu in die Evaluation einbezogen. Bis 2015 werden so 87 Projekte mitfinanziert.

Die Mobiliar übertrifft 2007 das ausgezeichnete Ergebnis des Vorjahres und gewinnt Marktanteile. Es werden wichtige Weichen für den Mehrkanalvertrieb gestellt: Die Mobiliar will rund um die Uhr über alle Kanäle für ihre Kunden erreichbar sein und gleichzeitig die persönliche Betreuung über die lokale Generalagentur sicherstellen. Einzelne Angebote können bereits online berechnet und abgeschlossen werden. In den folgenden Jahren wird der Internetauftritt kontinuierlich als Vertriebskanal weiterentwickelt und die Online-Services ausgebaut. Gleichzeitig werden bei Mobi24 die Fähigkeiten erweitert, um die Generalagenturen ausserhalb der Öffnungszeiten noch besser zu unterstützen.

Die Schadenskizze-Kampagne wird 2007 zehnjährig und wird vom breiten Publikum zur "Kampagne des Jahres" gewählt. Auch die «Liebe Mobiliar»-Spots sind beliebt:  In einem internationalen Wettbewerb klassiert sich der Spot «Fotograf» unter den 75 besten der Welt.

Eine weltweite Wirtschaftskrise treibt 2008 die Börsenkurse in historische Tiefen. Während das Versicherungsgeschäft erfreulich verläuft, kippt das finanzielle Ergebnis ins Minus.

2009 wächst die Mobiliar im fünften aufeinanderfolgenden Jahr über dem Markt, es resultiert ein Gewinn von 393,5 Mio. Franken (Vorjahr 27,6 Mio.). Auch das grösste Hagelereignis in der Geschichte der Mobiliar vermag das Bild nicht zu trüben. Die Haustierversicherung wird eingeführt. Und die Mobiliar investiert: Im Mittelpunkt stehen grosse Informatikprojekte.  

2010 - 2015

Das von der Mobiliar entwickelte Geografische Informationssystem MobiGIS erhält 2010 den Innovationspreis der Schweizer Assekuranz; MobiGIS verknüpft Gefahrenkarten und versicherte Objekte und ermöglicht so Analysen und Prognosen. Eindruck macht auch der kontinuierliche Erfolg des Geschäftsmodells: Die Schweizerische Gesellschaft für Marketing vergibt der Mobiliar den renommierten GfM-Preis. Die Leserinnen und Leser der Zeitschrift K-Tipp zeichnen die Mobiliar mit dem Prix K-Tipp aus.

Trotz Schäden aus Elementarereignissen von über 100 Mio. Franken und einem schwierigen Finanzmarktumfeld erreicht die Mobiliar 2011 ein ausgezeichnetes Jahresergebnis. An der Delegiertenversammlung vom 26. Mai 2011 tritt Albert Lauper nach achtjährigem Wirken als Verwaltungsratspräsident zurück. An seine Stelle wählt die Versammlung den bisherigen CEO Urs Berger. Dessen Nachfolger als CEO wird Markus Hongler.

2012 bringt grosse Frost- und Unwetterschäden, beträchtliche Feuerschäden und hohe Leistungen aus Erwerbsunfähigkeits-Versicherungen. Die Mobiliar wächst mehr als doppelt so stark wie der Markt. Im Nicht-Lebengeschäft ist die Mobiliar sogar dreimal so schnell unterwegs wie die Branche im Schnitt. Mit ausserordentlichen Zuwendungen an die Pensionskassen der Mitarbeitenden von 190 Mio. Franken werden Strukturmassnahmen finanziert. Die Haushaltversicherung erhält einen neuen Baustein Gebäudeversicherung.

Die Mobiliar beschliesst eine Kooperation mit der Krankenkasse Concordia, und übernimmt ein Aktienpaket von 11,35 % an der Nationale Suisse. Mit der Nationale besteht bereits eine Zusammenarbeit bei Schadenexpertisen.

Die überdurchschnittlichen Leistungen der Mobiliar kommen in ihrem positiven Image zum Ausdruck: Im Reputations-Index des Markforschungsinstituts GfK rangiert die Mobiliar auf Rang 17 (bester Versicherer), mit der Auszeichnung «Most Trusted Brand» bleibt sie auch 2012 der vertrauenswürdigste Sachversicherer. Und sie reiht sich mit einem Markenwert von 241 Mio. Franken unter die 50 wertvollsten Marken der Schweiz.

2012 wird die Schweizerische Asset Management AG in eine Fondsleitungsgesellschaft umgewandelt. Ab 2013 verwaltet die Mobiliar die MobiFonds selber: Wo Mobiliar drauf steht, ist auch Mobiliar drin. Gleichzeitig entwickelt die Mobiliar Leben neue, innovative Sparprodukte zur Ergänzung ihrer Angebotspalette.

Die Mobiliar schliesst mit der Nationale Suisse einen Zusammenarbeitsvertrag für die Kunstversicherung im Schweizer Markt ab. Zudem erhöht sie ihren Anteil an der Nationale Suisse auf 19.17%. 2014 verkauft die Mobiliar ihre Beteiligung.

1.7 Millionen Privat- und Unternehmenskunden schenken der Mobiliar ihr Vertrauen. Neue Technologien und Geschäftsmodelle werden geprüft und Digitalisierungsprozesse vorangetrieben. Mit einem hervorragenden Ergebnis schreibt sie 2014 ihre Erfolgsgeschichte weiter. Erstmals wird ein Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der das verstärkte weitreichende Gesellschaftsengagement der Mobiliar detailliert aufzeigt.

In einem finanztechnisch anspruchsvollen Umfeld setzt die Mobiliar 2015 ihren Wachstumskurs fort. Im Bereich der privaten Vorsorge bringt sie eine erneuerte Sparversicherung mit transparenter Erfolgsbeteiligung auf den Markt. Zur Erweiterung des Angebots in der Beruflichen Vorsorge beschliesst sie die Übernahme der Trianon AG mit 120 Mitarbeitenden in Renens und Zürich. Die Trianon ist ein führendes Schweizer Unternehmen in den Bereichen Berufliche Vorsorge und Personaldienstleistungen. Sie wird im Januar 2016 als Tochterunternehmen in die Gruppe Mobiliar integriert.

Digitalisierungsprozesse werden weiter vorangetrieben: Mit erweitertem Kundenportal und App-Funktionalitäten erhalten Kundinnen und Kunden mehr Möglichkeiten, um Schäden anzumelden und Abfragen zu tätigen. Intern wird weiter in die Erneuerung von Systemen investiert. Dazu kommen eine Vielzahl innovativer Einzelvorhaben, der Ausbau des Vertriebsnetzes über alle Kanäle sowie die Einführung kreativer, offener Bürokonzepte.

2016 - 2020

Um das Übermarktwachstum in den kommenden Jahren zu sichern, investiert die Mobiliar in die technologische Entwicklung und beschleunigt die digitale Transformation. Sie modernisiert das Kerngeschäft und baut Ökosysteme auf und aus mit dem Ziel, neue Ertragsquellen zu erschliessen. Sie setzt dafür seit 2018 in einem Zeitraum von fünf Jahren zusätzlich zum regulären Projektportfolio einen Betrag von rund 250 Mio. Franken ein.

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie kauft die Mobiliar verschiedene Unternehmen oder beteiligt sich an ihnen. Im Frühling 2016 zum Beispiel steigt sie mit 50 % bei der Scout24 ein, dem führenden Netzwerk von Online-Marktplätzen für Fahrzeuge, Immobilien und Kleinanzeigen in der Schweiz. Scout24 wird als Gemeinschaftsunternehmen mit Ringier geführt. 2020 baut die Mobiliar diese Partnerschaft aus und erhält einen Anteil von 25 Prozent der Aktien der Ringier AG.

Junge Leute diskutieren auf einer Terrasse.

2016 übernimmt die Mobiliar mit SwissCaution SA den führenden Anbieter für Mietkautionen ohne Bank­depot für Privat- und Geschäftskunden. Im 2018 erwirbt sie das Unternehmen bexio AG, welches Schweizer Kleinunternehmen, Selbstständigen und Start-ups cloudbasierte Business-Software in den Bereichen Buchhaltung und Fakturierung anbietet.

Aufgrund des stetigen Wachstums überschreitet die Mobiliar 2018 die magische Grenze von zwei Millionen Kundinnen und Kunden.

2019 spannt die Mobiliar mit Garaio REM zusammen, dem führenden Software-Anbieter im Immobilienbereich. Gemeinsam lancieren die beiden Unternehmen unter dem Namen aroov ein Portal für Mieter und Immobilienbewirtschafter.

2020 investiert die Mobiliar in das Start-up Skribble, einem Schweizer Anbieter elektronischer Signaturen. Sie übernimmt das Westschweizer Start-up Buildigo, eine nationale Vermittlungsplattform für Handwerker:innen.

Ebenfalls 2020 gründet die Mobiliar das Insurtech-Unternehmen Companjon mit Sitz in Dublin. Das neue Unternehmen bietet digitale und markenunabhängige Add-on-Versicherungen für Partnerunternehmen und deren Produkte im EU-Raum an.

Im Rahmen ihrer vielfältigen Engagements setzt sich die Mobiliar immer wieder mit dem Klimawandel und seinen Folgen auseinander: Seit 2006 unterstützt sie Forschungsprojekte und fördert Präventionsmassnahmen zum Schutz vor Naturgefahren in der ganzen Schweiz. Bis im April 2020 werden insgesamt 141 Präventionsprojekte mitfinanziert und dafür mehr als 37 Mio. Franken bereitgestellt.

2008 ermöglicht die Mobiliar der Universität Bern die Einrichtung einer ausserordentlichen Professur für Klimafolgenforschung im Alpenraum. 2013 wird das Mobiliar Lab für Naturrisiken gegründet. 2020 werden beide Verträge um weitere vier Jahre verlängert.

Die Entwicklung der Geschäftsergebnisse

Geschäftsjahr 2016: Gewinn von 439.5 Mio. Franken
Geschäftsjahr 2017: Gewinn von 440.5 Mio. Franken
Geschäftsjahr 2018: Gewinn von 443.5 Mio. Franken
Geschäftsjahr 2019: Gewinn von 488.6 Mio. Franken
Geschäftsjahr 2020: Gewinn von 437.8 Mio. Franken

Zwei Personen schauen auf einen Bildschirm.

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich 2020 auf die Wachstumsentwicklung, das technische Ergebnis und insbesondere auf das Anlageergebnis der Mobiliar aus. Allein 530 Mio. Franken zahlt die Mobiliar für Schäden im Zusammenhang mit der Pandemie.  Um ihre KMU-Kunden im schwierigen Marktumfeld zu unterstützen, wird der Beitrag von 175 Mio. Franken aus dem Überschussfonds um zusätzliche 45 Mio. Franken erhöht.

Das Prämienvolumen überschreitet erstmals 4 Mia. Franken. 

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist neu Marktleader im Schweizer Rechtsschutzversicherungs-Markt.

Ab 2021

Als neue CEO übernimmt Michèle Rodoni die Führung von Markus Hongler, der in den Verwaltungsrat gewählt wird. Unter ihrer Führung wächst die Mobiliar weiter. Die Gruppe erzielt 2021 einen Gewinn von 474.9 Mio. Franken.

Schlimme Unwetter führen im Sommer zu 72'000 Schadenmeldungen und 340 Mio. Franken Schadenaufwand – eines der grössten Schadenereignisse in der Geschichte der Mobiliar. Zwei mobile Deichsysteme, mit denen die Mobiliar fünf Feuerwehr-Stützpunkte ausgestattet hat, stehen im Juli im Einsatz und helfen, Schlimmeres zu verhindern. 2022 erhalten fünf weitere Feuerwehren mobile Deiche, alle an Orten, die vom Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern als Hochwasser-Hotspots identifiziert worden sind.

Seit anfangs 2021 kooperieren die Mobiliar und Raiffeisen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft. Sie vermitteln einander Produkte und arbeiten an neuen, gemeinsamen Angeboten. Dazu gehört die Wohneigentümerplattform Liiva, die 2021 gemeinsam startet und 2022 von der Mobiliar ganz übernommen wird. Auch die neue Handwerkerplattform Buildigo ist eines von mehreren digitalen Angeboten, mit denen die Mobiliar auf Kundenbedürfnisse rund um Wohnen und KMU fokussiert.

Ende 2021 wird die Mobiliar Partnerin der Klimastiftung Schweiz und unterstützt damit KMU-Klimaschutzprojekte. Gleichzeitig verstärkt sie ihre eigenen Anstrengungen: So will sie bis 2030 ihren betrieblichen CO2-Fussabdruck um 50 Prozent gegenüber 2018 reduzieren, davon mindestens die Hälfte aus eigener Kraft.

Im März 2022 wird Stefan Mäder zum nächsten Verwaltungsratspräsidenten der Mobiliar gewählt. Er ersetzt Urs Berger, der im Frühling 2023 von seiner Funktion zurücktritt.

Im Juni 2022 verursachen heftige Hagelstürme und Überschwemmungen wiederum hohe Unwetterschäden, die bei der Mobiliar mit 92 Mio. Franken zu Buche schlagen.