Arbeiter entfernt alten Teppichboden beim Umbau eines Wohnzimmers

Der erste Umbau – so gelingt er

Ein gelungener Umbau ist weder Glückssache noch reine Routine. Damit er bereits beim ersten Mal gelingt, sollten Sie gut planen. Wir helfen Ihnen dabei.

  • Lesezeit: 5 Minuten
  • Letztes Update: Oktober 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Klären Sie Ihr Zielbild: Was soll warum anders werden, was kann bleiben und welche Prioritäten setzen Sie bei Budget und Wünschen?
  • Prüfen Sie den Bestand gemeinsam mit Fachleuten, damit Feuchtigkeit oder andere Bauschäden frühzeitig erkannt werden und nicht erst während der Bauphase zu hohen Kosten führen.
  • Klären Sie Bewilligungen und Eigenleistungen: Feste Bauten sind bewilligungspflichtig, im Innenbereich meist nur bei Nutzungsänderung. DIY spart Kosten, erfordert aber eine gute Koordination.
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1. Schritt: Klare Vorstellung, was umgebaut werden soll

Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung umbauen wollen, stehen Sie zuerst einmal vor einem scheinbar unbezwingbaren Berg und der Weg ist gespickt mit Hürden, falschen Abzweigungen und Fallen. Die wichtigste Frage, die Sie sich jetzt stellen müssen: Will ich wirklich auf diesen Berg und muss es gleich bis zum Gipfel sein? Anders gesagt: Was genau will ich warum umbauen und wie soll es danach werden? 

Dieser erste Schritt ist zentral, auch wenn er banal klingt. Denn nicht selten scheitern Umbauvorhaben an den diffusen Vorstellungen der Bauherrschaft. Fragen Sie sich also, was sie wirklich verändern möchten. Was stört Sie an Ihrer aktuellen Situation und was muss sich verändern, damit Sie sich wieder wohl fühlen? Braucht es gleich die Kernsanierung oder reicht es, einigen Zimmern einen neuen Look zu verpassen? 

2. Schritt: Bestandesaufnahme machen

Als zweites lohnt es sich, eine ausführliche Bestandsanalyse Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung zu machen. Dabei sollten Sie Fachleute zu Rate ziehen, denn Fehler bei der Bestandsaufnahme können Sie teuer zu stehen kommen. 

Oftmals weisen schon Kleinigkeiten auf grössere Bauschäden hin. So können beispielsweise rostige Nagelköpfe im Boden ein Indiz für zu hohe Luftfeuchtigkeit sein oder Feuchtigkeitsflecken auf eine mangelnde Abdichtung der Fensterrahmen hindeuten. Wer solche Mängel früh genug erkennt, kann ihre Behebung im Vornherein einkalkulieren und verhindert so ein böses Erwachen während der Bauphase. 

3. Schritt: Unterstützung von Profis holen

Gerade beim ersten Umbau kann Ihnen die Zusammenarbeit mit einem Profi viele schlaflose Nächte ersparen. Ein Architekt oder erfahrener Handwerker ist bei der Planung eine grosse Hilfe: Er kann Ihre Ideen und deren Machbarkeit beurteilen, sie in Pläne umsetzen, die Kosten abschätzen und Offerten einholen. Er ist zudem in Timing-Fragen, Koordination und Materialentscheidungen eine grosse Hilfe. 

4. Schritt: Bewilligung einholen

Es klingt absurd, aber grundsätzlich darf man in der Schweiz nicht bauen. Zumindest nicht ohne entsprechende Bewilligung. Will man sich eine solche einholen, sieht man sich rasch einer Flut an Paragrafen und Bestimmungen gegenüber, die von Kanton zu Kanton variieren. Sich selbst übers Internet schlauzumachen, ist alles andere als einfach und oft finden Sie die nötigen Unterlagen gar nicht. Sie sollten sich deshalb über Ihren Architekten oder direkt beim Bauamt informieren. 

Fast alle Bauten sind bewilligungspflichtig

Ein paar Grundsätze können Sie sich aber merken. Im Prinzip sind in der Schweiz alle Bauten, die eine feste Verbindung zum Boden aufweisen, bewilligungspflichtig. Dies gilt auch für Umbaumassnahmen wie den Bau eines Wintergartens oder den Anbau eines Zimmers. Umbauvorhaben im Gebäudeinneren benötigen in den meisten Fällen nur eine Bewilligung, wenn es sich um eine Nutzungsänderung handelt oder wenn sie einen Einfluss auf die Brandsicherheit des Hauses haben. 

5. Schritt: Selbst mit anpacken? Ja, aber…

«Schnell, gut und günstig» sind auch beim Bauen Zielkonflikte. Bauen ist Handarbeit und die Arbeitsstunden sind ein grosser Kostenpunkt. Je exakter ein Handwerker arbeiten soll, desto mehr Zeit wird er benötigen und umso höher werden auch die Kosten ausfallen. 

Da ist es verlockend, selbst oder mit Laienhelfern anzupacken. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Die Planung und Koordination der Reihenfolge der Arbeiten wird dabei aber noch anspruchsvoller. Darum sollten Sie sich beim ersten Umbau gut überlegen, wie viel Sie effektiv selbst machen können und wollen. Seien Sie im Zweifel lieber zurückhaltend. Nicht, dass am Ende auch Sie den berüchtigten Satz mit dem ersten und zweiten Umbau aufsagen müssen. 

Die richtige Vorbereitung fürs Umbauprojekt

Stellen Sie sich diese Fragen, bevor Sie den Umbau in Angriff nehmen. 

Was stört Sie an der aktuellen Situation?

Was ist Ihre Traumvorstellung?

Was kann bleiben oder wiederverwendet werden (z.B. Geräte und Installationen)?

Was wollen Sie neu haben?

Was ist Ihr Budget?

Was sind Ihre Prioritäten?

Was können und wollen Sie selbst umbauen?

Hat Ihnen dieser Ratgeber geholfen?