Fussgängerbrücke aus Kastanienholz in Odogno fertiggestellt
In der Gemeinde Capriasca (TI) wurde eine neue Fussgängerbrücke aus Kastanienholz saniert und kürzlich eingeweiht. Sie erschliesst einen historischen Wanderweg in der Nähe von Odogno.
Giacomo Cattaneo, Michele Bertini, Davide Schaer
Tiziano Delorenzi, langjähriger Gemeindesekretär von Tesserete und später von Capriasca, gilt als historisches Gedächtnis der Region. 2001 fusionierte Tesserete mit anderen Ortschaften zur Gemeinde Capriasca. Obwohl seit über zehn Jahren pensioniert, engagiert er sich immer noch leidenschaftlich für verschiedene Heimatprojekte und kennt die Gegend wie seine Westentasche. Gemeinsam besuchen wir an diesem Herbstmorgen die neue Fussgängerbrücke auf einem beliebten Wanderweg im Tessin. Der Brückenstandort liegt auf rund 580 Metern über Meer in einem dicht besiedelten Waldstück, knapp 10 Kilometer von Lugano entfernt. Der Steg ist Teil der historischen Wanderlandroute Nr. 7 (Via Gottardo) und von nationaler Bedeutung. Von hier aus geht es hinauf nach Gola di Lago, Isone, Alpe del Tiglio und weiter nach Bellinzona.
Die Umgebung der neuen Brücke ist reich an verschiedenen Baum-, Tier- und Insektenarten. Obwohl es sich nicht um ein klassifiziertes Naturschutzgebiet handelt, erscheint der ökologische Mikrokosmos sehr intakt. Das Projekt ist wichtig für die lokale Bevölkerung, für die Natur und die Region Lugano.
Brücke aus Kastanienholz der Region
Tiziano Delorenzi und Guiliano Frapolli (Projektkoordinator im Auftrag des Technischen Amtes von Capriasca) stellen vor Ort Geoffroy Jolly vor. Er ist stellvertretender Kommandant und Ausbildungsleiter des Zivilschutzes Lugano. Jollys Zivilschutztruppen haben die neue Fussgängerbrücke aus Kastanienholz renoviert. Seit Ende September 2025 ist das Projekt abgeschlossen und die Brücke wieder zugänglich. Da es in dieser Region sehr viele Kastanienbäume gibt, lag es auf der Hand, dass die neue Brücke aus regionalem Kastanienholz gefertigt werden sollte. Ursprünglich stand hier eine befahrbare Steinbrücke mit zwei Bögen. Ende der 1980er Jahre wurde dann erstmals eine Fussgängerbrücke aus Holz über den Abwasserkanal errichtet. Eine vollständige Sanierung des 44-Meter langen Holzstegs nahm in den letzten Jahren an Dringlichkeit zu.
Lokale Experten, Gemeinde und Finanzierungspartner gemeinsam engagiert
Der Ingenieur Giacomo Cattaneo, Stadtrat für öffentliches Bauwesen und der Architekt Sandro Pagnamenta, Leiter des technischen Amtes der Gemeinde, haben die Problematik dem Gemeinderat vorgelegt und den Kredit für die Realisierung des Projekts genehmigen lassen. An der Einweihungsfeier nahmen auch der Inhaber des Holzlieferanten Daniele Nesurini, Juan Poloni und Davide Trippel von Lugano Region, Davide Schaer (Direktor von Ticino Sentieri) und Michele Bertini (Generalagent der Mobiliar in Lugano) teil.
Davide Schaer und Michele Bertini repräsentieren eine Zusammenarbeit zwischen dem Berner Versicherer und den Schweizer Wanderwegen. Gemeinsam engagiert für nachhaltige Brücken- und Stegeprojekte im gesamten Schweizer Wandergebiet, haben die Mobiliar Genossenschaft und der Dachverband Schweizer Wanderwege im Jahr 2019 einen Fonds gegründet, der jedes Jahr Projekte in der ganzen Schweiz finanziell mit unterstützt. Mit dem mit jährlich 350 000 Franken dotierten Fonds hilft die Genossenschaft mit, das Netz der Schweizer Wanderwege attraktiv und sicher zu halten. An die Fussgängerbrücke in Odogno flossen 15 000 Franken.