die Mobiliar

Sehr gutes Jahresergebnis 2021 trotz hoher Unwetterschäden

Dienstag, 5. April 2022

Die Mobiliar setzt den Wachstumskurs fort und weist trotz hoher Schäden aufgrund des Unwettersommers ein sehr gutes Ergebnis aus.

  • Die Gruppe Mobiliar weist für das Geschäftsjahr 2021 einen Gewinn von 474.9 Mio. Franken aus (Vorjahr 437.8 Mio. Franken). 
  • Das Prämienvolumen erhöhte sich insgesamt um 5.2% auf 4.307 Mia. Franken (Vorjahr 4.095 Mia. Franken). 
  • Im Nicht-Lebengeschäft stiegen die Prämieneinnahmen um 4.5% auf 3.440 Mia. Franken. Die Unwetter im Sommer führten zu ausserordentlich hohen Schadenaufwendungen von 340 Mio. Franken. 
  • Im Lebengeschäft stieg das Prämienvolumen um 8.1% auf 867.0 Mio. Franken. In der privaten Vorsorge resultierte im Geschäft mit wiederkehrenden Prämien ein Wachstum von 7.2%. In der beruflichen Vorsorge bewegten sich die Jahresprämien mit 236.6 Mio. Franken leicht unter dem Prämienvolumen des Vorjahres (238.6 Mio. Franken). 
  • Das finanzielle Ergebnis nach Swiss GAAP FER betrug 450.2 Mio. Franken und fiel deutlich höher aus als im Vorjahr (317.4 Mio. Franken). Auf durchschnittlich investierten Kapitalanlagen zu Buchwerten von 19.329 Mia. Franken wurde eine Anlagerendite von 2.3% (Vorjahr 1.7%) erzielt. Die Anlageperformance auf den Kapitalanlagen zu Marktwerten belief sich auf 4.1% (Vorjahr 3.7%).
  • Die Mobiliar verfügt über eine sehr hohe Eigenkapitalausstattung, welche die gesetzlichen Anforderungen um ein Mehrfaches übersteigt. Berechnet mit dem von der FINMA genehmigten internen Modell nach SST-Prinzipien beträgt der Solvenzquotient per 1. Januar 2022 für die Gruppe 516%.
  • Die Mobiliar beteiligt ihre Kundinnen und Kunden auch dieses Jahr am Erfolg. Insgesamt fliessen ab Juli 2022 für die Dauer eines Jahres 180 Mio. Franken an die Versicherten zurück.

Die Mobiliar setzte ihren Wachstumskurs auch im zweiten Pandemiejahr fort und legte mit einem Prämienwachstum von beachtlichen 5.2% erneut zu. Zum anhaltenden Erfolg trugen erneut eine attraktive Angebotspalette mit innovativen und verständlichen Produkten bei sowie die starke Vertriebsorganisation mit 80 Generalagenturen in allen Regionen der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.

«Auch das zweite Jahr mit ausserordentlichen Ereignissen haben wir gut gemeistert. Mit insgesamt 72 000 Unwetterschäden bewältigten unsere Mitarbeitenden fast das fünffache Volumen, das während einer vergleichbaren normalen Periode anfällt. Gerade in solchen Situationen bestätigen wir unseren Kundinnen und Kunden, dass sie auf unseren gewohnten 5-Sterne-Service zählen können und mit uns eine starke Partnerin an ihrer Seite haben.»

Michèle Rodoni, CEO der Mobiliar

Gesamtergebnis

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die Mobiliar einen konsolidierten Gewinn von 474.9 Mio. Franken (Vorjahr 437.8 Mio.). Dabei fiel insbesondere der Beitrag aus dem Finanzgeschäft im Vorjahresvergleich deutlich höher aus.

Eigenkapital und Bilanz

Das konsolidierte Eigenkapital erhöhte sich um 13.9% auf 6.403 Mia. Franken. Zum Anstieg führten neben dem Gewinn insbesondere die Zunahme der Neubewertungsreserven auf Kapitalanlagen, die gemäss Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER erfolgsneutral im Eigenkapital auszuweisen sind. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 7.9% (Vorjahr 7.8%). Bei sämtlichen Versicherungsgesellschaften der Gruppe liegen die anrechenbaren weit über den geforderten Eigenmitteln. Die mit dem Schweizer Solvenztest (SST) ermittelte Risikotragfähigkeit zeigt sowohl für die Einzelgesellschaften als auch für die Gruppe Mobiliar komfortable Überdeckungen auf. Berechnet mit dem von der FINMA genehmigten internen Modell nach SST-Prinzipien beträgt der Solvenzquotient für die Gruppe per 1. Januar 2022 516% (Vorjahr 490%).

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 22.093 Mia. Franken (Vorjahr 20.799 Mia. Franken). 6.523 Mia. Franken der Kapitalanlagen (Vorjahr 6.374 Mia. Franken) sind in festverzinslichen Wertschriften angelegt. Diese sind zu Amortized-Cost bewertet. Die Anlagen in Aktien und Fondsanteile stiegen von 4.964 Mia. Franken auf 5.258 Mia. Franken. Die versicherungstechnischen Rückstellungen wurden nach bisheriger Praxis vorsichtig bewertet.

Nicht-Lebengeschäft

2021 festigte die Mobiliar ihre starke Position im Nicht-Lebengeschäft mit einem Marktanteil von 20.1%. Im Bereich der Sachversicherung sicherte sich die Mobiliar mit einem Marktanteil von 29.9% ihre führende Stellung. Alle strategischen Geschäftsfelder leisteten einen Wachstumsbeitrag, wobei die Prämiensteigerung in jedem Geschäftsfeld im Vorjahresvergleich sogar noch höher ausfiel. Bei den Mobilitätsversicherungen resultierten Prämienzuwächse, die über den vergangenen fünf Vorjahren liegen.

Das Prämienvolumen erhöhte sich um 4.5% auf 3.440 Mia. Franken. Im Gesamtmarkt betrug das Prämienwachstum 3.3%. Damit wuchs die Mobiliar einmal mehr stärker als der Gesamtmarkt. Die Mobiliar verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 erneut eine ausserordentlich hohe Schadenbelastung. Während 2020 die Auflösung von in schadengünstigen Jahren gebildeten Rückstellungen die Schadenbelastung der durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Schäden abgefedert hatte, schlugen die Unwetter im Sommer 2021 mit Schadenaufwendungen von rund 340 Mio. Franken zu Buche. Im Berichtsjahr betrug die Schadenbelastung 63.9% (Vorjahr 60.9%). Das technische Ergebnis fiel mit 245.2 Mio. Franken deutlich tiefer aus als im Vorjahr (288.9 Mio. Franken). Der Kostensatz verringerte sich von 28.2% auf 27.0%. Die Combined Ratio betrug 92.4%.

Lebengeschäft

Im Lebengeschäft erhöhten sich die Bruttoprämien um 8.1% auf 867.0 Mio. Franken (Vorjahr 802.3 Mio. Franken). In der privaten Vorsorge fokussiert die Mobiliar weiterhin auf das Geschäft mit periodischen Prämien, wo das Wachstum mit 7.2% höher ausfiel als im Markt (1.8%). Zu diesem Erfolg trug vor allem die wandelbare Sparversicherung bei. Auch das im Herbst lancierte Tranchen-Produkt Mobiliar One Invest, welches auf einer Einmaleinlage basiert, stiess bei den Kundinnen und Kunden auf grosses Interesse. Bei den Einzel-Kapitalversicherungen erreichte die Mobiliar einen Marktanteil am Neugeschäftsvolumen von 13.1%. In der beruflichen Vorsorge bewegten sich die Einnahmen bei den Jahresprämien leicht unter dem Vorjahr. Ebenfalls reduzierte sich das Prämienvolumen im Geschäft mit Einmalprämien.

Die Versicherten erhielten Überschussbeteiligungen von insgesamt 45.8 Mio. Franken (Vorjahr 35.5 Mio. Franken) gutgeschrieben. Im Kollektivgeschäft gab die Mobiliar 98.1% der Erträge in Form von Renten, Kapitalleistungen, Überschusszuweisungen und Rück­stellungen an die Vorsorgeeinrichtungen weiter.

Finanzgeschäft

Das Finanzergebnis lag mit einem Ergebnisbeitrag von 450.2 Mio. Franken deutlich über dem Vorjahreswert von 317.4 Mio. Franken. 

Die Erträge aus Kapitalanlagen beliefen sich auf 222.7 Mio. Franken und erhöhten sich damit um 1.9% gegenüber dem Vorjahr. Hauptfaktoren für den Zuwachs waren höhere Dividenden aus Alternativen Anlagen, bei welchen im Vorjahr aufgrund von Fondsumschichtungen nur minime Erträge ausgeschüttet worden waren. Das Netto-Ergebnis der Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr mit CHF 264.0 Mio. um fast 11%. Haupttreiber waren Aktien, mit welchen vor dem Hintergrund der sehr guten Marktentwicklung und hoher Indexstände durch Umschichtungen sowie einer leichten Reduktion der Aktienquote im Nicht-Lebengeschäft beträchtliche Realisierungsgewinne verbucht werden konnten. Der Marktwert des gesamten Immobilienportfolios erhöhte sich auf CHF 2.257 Mia. (Vorjahr CHF 2.135 Mia.).

Auf durchschnittlich investierten Kapitalanlagen zu Buchwerten von CHF 19.329 Mia. resultierte eine Anlagerendite von 2.3% (Vorjahr 1.7%). Die Anlageperformance auf den Kapitalanlagen belief sich auf 4.1% (Vorjahr 3.7%). Darin widerspiegelt sich die insgesamt gute Entwicklung der Sachwerte, insbesondere von Aktien und Immobilien.

Die Mobiliar beteiligt ihre Kundinnen und Kunden wiederum am Unternehmenserfolg

Ab Mitte 2022 gewährt die Mobiliar ihren Versicherten mit einer Fahrzeug- oder Betriebsversicherung für die Dauer eines Jahres eine Prämienvergünstigung von 10%. Kundinnen und Kunden mit einer Reiseversicherung profitieren in derselben Zeitspanne von 20%. KMU mit einer Betriebsversicherung erhalten damit bereits zum dritten Mal in Folge eine Prämienreduktion. Insgesamt fliessen 180 Mio. Franken an die Versicherten zurück. In den letzten zehn Jahren liess die Mobiliar ihren Versicherten im Nicht-Lebengeschäft über 1.6 Mia. Franken aus dem Überschussfonds zukommen.

Prävention: Schutz vor Naturgefahren

Die Schweiz ist Naturgefahren wie Überschwemmungen, Murgängen oder Lawinen ausgesetzt. Der Unwettersommer 2021 machte deutlich, wie wichtig es für die Schweiz ist, Naturgefahren vorzubeugen. Bereits seit 2006 nimmt sich die Mobiliar der Prävention von Naturgefahren an und beteiligte sich bisher mit rund 40 Mio. Franken an der Umsetzung von 155 Präventionsprojekten in Gemeinden. Zudem stattete die Mobiliar fünf Feuerwehr-Stützpunkte mit mobilen Deichsystemen aus, wovon zwei im Juli 2021 im Einsatz standen und substanzielle Schäden verhinderten.

Erstmalige Anwendung von Swiss GAAP FER 40

Die Inkraftsetzung der Rechnungslegung für Versicherungsunternehmen (Swiss GAAP FER 40) wurde auf den 1. Januar 2021 festgelegt. Zwecks Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte an die neuen Rechnungslegungsvorschriften angepasst. Im Vergleich zur Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER 14 entstehen keine Bewertungsunterschiede. Anpassungen gibt es bei der Gliederung der einzelnen Bestandteile der Konzernrechnung. Zudem werden mit Swiss GAAP FER 40 zusätzliche Offenlegungen ausgewiesen.

Die Mobiliar publiziert den Geschäftsbericht 2021 online und ohne Printausgabe. Die gedruckte Kurzfassung kann weiterhin bestellt werden. Wie die genossenschaftlich organisierte Mobiliar ihre Verantwortung wahrnimmt, erläutert der Nachhaltigkeitsbericht, der einen integralen Bestandteil des Geschäftsberichts bildet und in Übereinstimmung mit den GRI-Standards Option «Kern» erstellt wurde. Weiterführende Informationen unter mobiliar.ch/geschaeftsbericht.

Kennzahlen

 

2021
in CHF Mio.

2020
in CHF Mio.

Veränderung

in %

Bruttoprämien Nicht-Leben und Leben 4 307.3 4 094.7 +5.2
Bruttoprämien Nicht-Leben 3 440.4 3 292.4 +4.5
Bruttoprämien Leben 867.0 802.3 +8.1
Kapitalanlagen 19 879.4 18 778.9 +5.9
Technisches Ergebnis Nicht-Leben 245.2 288.9 -15.1
Finanzielles Ergebnis 450.2 317.4 +41.8
Konsolidierter Jahresgewinn 474.9 437.8 +8.5
       
Eigenkapital 6 403.0 5 623.2 +13.9
Eigenkapitalrendite 7.9% 7.8%  
       

Überschussbeteiligung an die Kunden im Nicht-Lebengeschäft
(inkl. Begleitmassnahmen, Auszahlung
jeweils ab Mitte Folgejahr)

180.0 220.0  
       
Combined Ratio
Nicht-Leben für eigene Rechnung
92.4% 90.6%  
       

Anzahl Mitarbeitende ohne Lernende
(FTE per 31.12.)

5 337 5 257  
Anzahl Lernende und Nachwuchskräfte 330 338  

 

Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt und jedes dritte Unternehmen in der Schweiz sind bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2021 ein Prämienvolumen von rund 4.3 Mia. Franken auf. 80 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den über 2.2 Millionen Kundinnen und Kunden. Zu der unter dem Dach der Schweizerischen Mobiliar Holding AG zusammengefassten Versicherungsgruppe gehören die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG mit Sitz in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG mit Sitz in Nyon, die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Schweizerische Mobiliar Services AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Nyon, SC, SwissCaution SA mit Sitz in Nyon und bexio AG mit Sitz in Rapperswil. Zur Gruppe gehören ferner die Schweizerische Mobiliar Risk Engineering AG, Mobi24 AG, die XpertCenter AG, Flatfox AG, Buildigo AG und Lightbird Ventures AG, alle mit Sitz in Bern sowie Companjon mit Sitzen in Dublin und Düsseldorf.

Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein rund 6000 Mitarbeitende und bietet 330 Ausbildungsplätze an. Die Mobiliar, 1826 als Genossenschaft gegründet, ist die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz. Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft stellt bis heute sicher, dass die genossenschaftliche Ausrichtung der Gruppe gewahrt bleibt.