die Mobiliar

Die Mobiliar setzt den Wachstumskurs fort und weist trotz hoher Schadenbelastung aufgrund der Covid-19-Pandemie ein sehr gutes Ergebnis aus

Die Mobiliar setzte ihren Wachstumskurs auch im sehr herausfordernden Berichtsjahr fort und überschritt beim Prämienvolumen erstmals 4 Mia. Franken. Zum anhaltenden Erfolg trugen insbesondere die attraktive Angebotspalette an qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie die starke Vertriebsorganisation mit einem flächendeckenden Netz von 80 Generalagenturen an rund 160 Standorten bei.

«In Anbetracht der herausfordernden Umstände blicken wir auf ein sehr erfolgreiches Ge­schäftsjahr zurück. Drei Ziele hatten für uns oberste Priorität: Unsere Mitarbeitenden zu schützen, für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein und die strategische Weiterentwicklung der Mobiliar. Dies ist uns dank des unermüdlichen Engagements unserer Mitarbeitenden – auch aus dem Homeoffice – gut gelungen. Das macht mich stolz. Sowohl im Nicht-Lebengeschäft als auch im Lebengeschäft gelang es uns, das Prämienvolumen zu steigern und stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen.» Michèle Rodoni, CEO der Mobiliar.

Gesamtergebnis

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die Mobiliar einen konsolidierten Gewinn von 437.8 Mio. Franken (Vorjahr 488.6 Mio.). Der im Vorjahresvergleich tiefere Gewinn ist zurückzuführen auf höhere Aufwände aufgrund von Covid-19. Diese schlugen sich insbesondere im versicherungstechnischen Ergebnis nieder. Auch der Beitrag aus dem Finanzgeschäft fiel im Vorjahresvergleich tiefer aus.

Eigenkapital und Bilanz

Das konsolidierte Eigenkapital erhöhte sich um 1.0% auf 5.623 Mia. Franken. Zum Anstieg führten neben dem Gewinn insbesondere die Zunahme der Neubewertungsreserven auf Kapitalanlagen, die gemäss Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER erfolgsneutral im Eigenkapital auszuweisen sind. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 7.8% (Vorjahr 9.4%). Bei sämtlichen Versicherungsgesellschaften der Gruppe liegen die anrechenbaren weit über den geforderten Eigenmitteln. Die mit dem Schweizer Solvenztest (SST) ermittelte Risikotragfähigkeit zeigt sowohl für die Einzelgesellschaften als auch für die Gruppe Mobiliar komfortable Überdeckungen auf. Berechnet mit dem von der FINMA genehmigten internen Modell nach SST-Prinzipien beträgt der Solvenzquotient für die Gruppe per 1. Januar 2021 494%.

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 20.616 Mia. Franken (Vorjahr 20.252 Mia. Franken). 34% aller Kapitalanlagen, nämlich 6.374 Mia. Franken (Vorjahr 7.303 Mia. Franken) sind in festverzinslichen Wertschriften angelegt. Diese sind zu Amortized-Cost bewertet. Die Anlagen in Aktien und Fondsanteile stiegen von 4.538 Mia. Franken auf 4.964 Mia. Franken. Die versicherungstechnischen Rückstellungen wurden nach bisheriger Praxis vorsichtig bewertet.

Nicht-Lebengeschäft

2020 baute die Mobiliar ihre starke Position im Nicht-Lebengeschäft mit einem Marktanteil von 20.1% leicht aus. Im Bereich der Sachversicherung sicherte sich die Mobiliar mit einem Marktanteil von 29.7% ihre führende Stellung. Im schrumpfenden Markt der Motorfahrzeugversicherungen, bei den Haftpflichtversicherungen sowie in der Sparte Rechtschutz konnte die Mobiliar Marktanteile gewinnen.

Das Prämienvolumen erhöhte sich um 3.3% auf 3.292 Mia. Franken. Bereinigt um einen Portefeuille-Transfer betrug das Prämienwachstum im Gesamtmarkt 1.8%. Damit wuchs die Mobiliar einmal mehr stärker als der Gesamtmarkt. Die Mobiliar verzeichnete 2020 eine ausserordentlich hohe Schadenbelastung. Allein 530 Mio. Franken betrugen die Schadenaufwendungen aufgrund von Covid-19. In schadengünstigen Jahren bildete die Mobiliar eine Katastrophenrückstellung von 200 Mio. Franken für aussergewöhnliche Ereignisse. Die Auflösung dieser Rückstellung stärkte das technische Ergebnis und federte die Schadenbelastung im Berichtsjahr ab. Diese betrug 60.9% (Vorjahr 59.5%). Das technische Ergebnis fiel mit 267.8 Mio. Franken deutlich tiefer aus als im Vorjahr (337.9 Mio. Franken). Der Kostensatz stieg von 27.7% auf 28.8%. Die Combined Ratio betrug 91.3%.

Rund 68% des Wachstums resultierten aus dem Geschäftskundensegment inklusive der Personenversicherungen. Im Kundensegment Privatpersonen leisteten die Haushalts- und Rechtsschutzversicherungen den grössten Anteil zum Prämienanstieg.

Lebengeschäft

Im Lebengeschäft erhöhten sich die Bruttoprämien um 5.2% auf 802.3 Mio. Franken (Vorjahr 762.9 Mio. Franken). In der privaten Vorsorge fokussiert die Mobiliar weiterhin auf das Geschäft mit periodischen Prämien, wo das Wachstum mit 6.6% höher ausfiel als im Markt (0.7%). Zu diesem Erfolg trugen vor allem die wandelbaren Sparversicherungen bei. Bei den Einzel-Kapitalversicherungen erreichte die Mobiliar einen Marktanteil am Neugeschäftsvolumen von 12.7%. In der beruflichen Vorsorge bewegten sich die Einnahmen bei den Jahresprämien leicht über dem Vorjahr. Ebenfalls einen Anstieg verzeichnete das Geschäft mit Einmalprämien.

Das technische Ergebnis fiel mit -108.3 Mio. Franken (Vorjahr -84.6 Mio. Franken) tiefer aus. In diesem Ergebnis bereits enthalten sind 35.5. Mio. Franken (Vorjahr 37.0 Mio. Franken) Überschussbeteiligungen für die Versicherten. Der Kostensatz für eigene Rechnung erhöhte sich um 0.1 Prozentpunkte auf 16.2%.

Finanzgeschäft

Das Anlageergebnis fiel mit einem Ergebnisbeitrag von 311.9 Mio. Franken trotz hoher Volatilität und zahlreicher Unsicherheiten nur leicht unter dem Vorjahreswert (333.6 Mio. Franken) aus.

Der Ertrag aus Kapitalanlagen erreichte 574.7 Mio. Franken (Vorjahr 492.7 Mio. Franken). Hauptfaktoren für den guten Anlageerfolg waren Gewinne aus Veräusserungen von Kapitalanlagen mit 317.0 Mio. Franken (Vorjahr: CHF 170.1 Mio.), der Immobilienertrag von 84.1 Mio. Franken (Vorjahr 84.3 Mio. Franken) und der Wertschriftenertrag, welcher sowohl bei festverzinslichen Papieren aufgrund der tiefen Zinsen als auch bei Dividenden als Folge der Covid-19-Pandemie auf 126.0 Mio. Franken (Vorjahr 140.9 Mio. Franken) zurückging. Der Ertrag aus Zuschreibungen fiel mit CHF 10.5 Mio. im Vorjahrsvergleich (CHF 51.1 Mio.) tiefer aus. Der Aufwand aus Kapitalanlagen stieg auf 210.4 Mio. Franken (Vorjahr 107.5 Mio. Franken). Der Anstieg resultierte hauptsächlich aufgrund von Verkaufsverlusten, die sich im Vergleich zum Vorjahr von 22.9 Mio. Franken auf 111.7 Mio. Franken erhöhten. Das übrige finanzielle Ergebnis bewegte sich mit einem Verlust von 52.4 Mio. Franken auf dem Vorjahresniveau (Verlust von 51.6 Mio. Franken). Sowohl der übrige finanzielle Aufwand als auch der übrige finanzielle Ertrag, hauptsächlich Gewinne und Verluste auf Fremdwährungspositionen, stiegen stark an. Insgesamt reduzierte sich das Anlageergebnis im Vorjahresvergleich um 21.7 Mio. Franken auf 311.9 Mio. Franken. Das Anlagegeschäft erzielte auf durchschnittlich investierten Kapitalanlagen zu Buchwerten von 18.633 Mia. Franken eine Anlagerendite von 1.7% (Vorjahr 1.9%). Die Anlageperformance auf den Kapitalanlagen belief sich auf 3.7% (Vorjahr 6.9%).

Protekta Rechtsschutz neu Nummer 1 im Markt

Mit 6.9% erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG erneut ein erfreuliches Prämienwachstum und entwickelte sich stärker als der Gesamtmarkt. Dadurch ist die Protekta Rechtsschutz neu Marktleader im Schweizer Rechtsschutzversicherungs-Markt. Neben umfassenden Produkten zählen auch die Zusatzleistungen der persönlichen Beratung durch die JurLine sowie der digitale Rechtsratgeber zum attraktiven Angebot.

Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften

Bei der digitalen Transformation setzt die Mobiliar auf zwei Schwerpunkte: Das Kerngeschäft modernisieren sowie die Ökosysteme auf- und ausbauen mit dem Ziel, neue Ertragsquellen zu erschliessen. Mit dem Ökosystem KMU will die Mobiliar die starke Position im KMU-Markt weiter ausbauen und um digitale Dienstleistungen ergänzen. Im Berichtsjahr erweiterte die Tochtergesellschaft bexio AG sowohl Angebot als auch Kundenstamm und zählt rund 40'000 KMU-Kunden. Beim Ökosystem rund ums Wohnen steht die Ergänzung des Angebots im Zentrum: Mit der Anfang 2021 neu gestarteten Handwerkerplattform Buildigo und der digitalen Bewerbung des Mobiliar Spin-off aroov erfolgten wichtige Schrit­te. Durch die Akquisition der Immobilienplattform Flatfox mit Fokus auf Mieterinnen und Mieter stärkt die Mobiliar ihre Marktposition im Ökosystem rund ums Wohnen weiter.

Im Berichtsjahr hat sich die Mobiliar mit 25% an der Ringier AG beteiligt. Die langjährige Erfahrung von Ringier im Bereich digitaler Marktplätze sowie die zielgruppengenaue, digitale Marktbearbeitung mit verschiedenen Instrumenten stehen im Fokus dieser langfristig ausgelegten Partnerschaft. Mit der Gründung von Companjon in Irland testet die Mobiliar ein neuartiges und zukunftsgerichtetes Geschäftsmodell, welches Kundinnen und Kunden ermöglicht, sich durch innovative Annexprodukte in verschiedenen Bereichen des Alltags einfach abzusichern.

Neue Wohneigentümerplattform Liiva

Per 1. Januar 2021 erfolgte der operative Start der strategischen Partnerschaft mit der Raiffeisen Gruppe. Neben der gegenseitigen Vermittlung von Produkten sieht die Zusammenarbeit auch das Erarbeiten von gemeinsamen Produktlösungen und Dienstleistungen mit Fokus auf junge Kunden, Familien und KMU vor. Für den Spätsommer 2021 ist die Lancierung der Wohneigentümerplattform Liiva geplant.

Die Mobiliar beteiligt ihre Kunden wiederum am Unternehmenserfolg

Ab Mitte 2021 gewährt die Mobiliar ihren Versicherten mit einer Haushalt- oder Gebäudeversicherung für die Dauer eines Jahres eine Prämienvergünstigung von 20%. Um den genossenschaftlichen Gedanken in dieser speziellen Zeit besonders zu unterstreichen, hat die Mobiliar den Beitrag aus dem Überschussfonds von 175 Mio. Franken um 45 Mio. Franken erhöht und setzt die Prämienvergünstigung für Kunden mit einer Betriebsversicherung auch in diesem Jahr nahtlos fort. Die rund 250 000 KMU profitieren bereits zum zweiten Mal in Folge von einer Prämienreduktion von 10%. Damit fliessen insgesamt 220 Mio. Franken an die Kundinnen und Kunden zurück. In den letzten zehn Jahren liess die Mobiliar ihren Versicherten im Nicht-Lebengeschäft gegen 1.6 Mia. Franken aus dem Überschussfonds zukommen.

Michèle Rodoni: «In dieser speziellen Zeit unterstreichen wir den genossenschaftlichen Gedanken ganz besonders: Wir haben den Beitrag aus dem Überschussfonds von 175 Mio. Franken um zusätzliche 45 Mio. Franken erhöht. Unsere Kundinnen und Kunden sollen am Erfolg der Mobiliar teilhaben – jetzt noch mehr als sonst.»

Engagements für die Allgemeinheit

Die genossenschaftliche Tradition verpflichtet die Mobiliar seit ihrer Gründung 1826 zu verantwortungsbewusstem und nachhaltigem Handeln. Als unabhängiges und finanzstarkes Unternehmen kann die Mobiliar im Rahmen ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung eigene Wege gehen und verschiedene Formen des Engagements im Sinne des genossenschaftlichen Grundgedankens ermöglichen. Wie die Mobiliar ihre Verantwortung wahrnimmt, erläutert der Nachhaltigkeitsbericht, der einen integralen Bestandteil des Geschäftsberichts 2020 bildet und in Übereinstimmung mit den GRI-Standards Option «Kern» erstellt wurde.

Die Mobiliar publiziert den Geschäftsbericht 2020 nach dem Ansatz online first und ohne Printausgabe. Die gedruckte Kurzfassung kann weiterhin bestellt werden.

Weiterführende Informationen unter mobiliar.ch/geschaeftsbericht

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Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt und jedes dritte Unternehmen in der Schweiz sind bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2020 ein Prämienvolumen von rund 4.1 Mia. Franken auf. 80 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den rund 2.2 Millionen Kundinnen und Kunden. Zu der unter dem Dach der Schweizerischen Mobiliar Holding AG zusammengefassten Versicherungsgruppe gehören die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG mit Sitz in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG mit Sitz in Nyon, die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Schweizerische Mobiliar Services AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Renens, SC, SwissCaution SA mit Sitz in Nyon und bexio AG mit Sitz in Rapperswil-Jona. Zur Gruppe gehören ferner die Schweizerische Mobiliar Risk Engineering AG, Mobi24 AG, die XpertCenter AG, Flatfox AG, Buildigo AG und Lightbird Ventures AG, alle mit Sitz in Bern sowie Companjon Group mit Sitz in Dublin/Irland.

Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein rund 5900 Mitarbeitende und bietet 338 Ausbildungsplätze an. Die Mobiliar, 1826 als Genossenschaft gegründet, ist die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz. Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft stellt bis heute sicher, dass die genossenschaftliche Ausrichtung der Gruppe gewahrt bleibt.