Was Sie als Besitzer einer Drohne oder eines Multicopters wissen müssen

Mit Haftpflicht- und Hausratversicherung auf der sicheren Seite

Sie schweben leicht und fast lautlos durch die Luft, überblicken ganze Landstriche oder gehen Unternehmen schon im grösseren Stil zur Hand: Drohnen und Multicopter. Was Sie als Besitzer wissen müssen und wie Sie gut abgesichert sind, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Sie sind Meisterwerk der Technik für grosse und kleine Spielernaturen: Drohnen und Multicopter. Doch schnell ist es passiert – der grazile Flieger bleibt im nächsten Baum hängen und stürzt ab. Ein teurer Spass, wenn Sie nicht versichert sind. Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind daher für Besitzer von Drohnen und Multicoptern Pflicht.

Versichert gegen Beschädigung oder Zerstörung

Eine Drohne gehört zu Ihrem Hausrat – genauso wie das Fahrrad, das Sofa oder das Handy. Entsprechend ist Ihr Fluggerät mit einer Hausratversicherung gegen Beschädigung oder Zerstörung versichert, die Sie selber verursacht haben. Dem umfangreichsten Schutz bietet eine Hausrat-Kaskoversicherung. In der Regel ist – wie z.B. bei einem Diebstahl – ein Selbstbehalt zu bezahlen. Wie hoch dieser ist und ob Schäden an Drohnen und Multicoptern Teil der Deckung Ihrer Police sind, weiss Ihr persönlicher Versicherungsberater.

Haftpflichtversicherung ist Pflicht

Anders als bei der Versicherung gegen Beschädigung und Zerstörung sind Sie in der Schweiz verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen, wenn Sie Besitzer einer Drohne sind. Diese schützt Sie vor Forderungen, die von einer Drittperson gestellt werden, welche durch Ihr Flugobjekt einen Personen- oder Sachschaden erlitten haben. Ist Ihr Fluggerät zwischen 0,5 und 30 kg schwer, muss Ihre Haftpflichtversicherung eine Mindestsumme von 1 Mio. aufweisen. Dies schreibt das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) so vor. Ebenfalls müssen Sie den Versicherungsnachweis beim Betrieb der Drohne stets mitgeführt werden. Meistens ist die Deckung für die Drohne nicht in der Grunddeckung enthalten und es muss ein «Modellflieger-Zusatz» zur Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Das müssen Sie beachten, damit der Versicherungsschutz greift

Halten Sie sich unbedingt an die gesetzlichen Auflagen, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist:

  • Kein Fliegen nur mit Videobrille, es sei denn, es ist eine entsprechende Bewilligung vorhanden oder eine Hilfsperson hat das Fluggerät immer im Blick
  • Kein Fliegen im Umkreis von weniger als 100 Metern im Freien bei Menschenansammlungen, ansonsten muss eine Bewilligung eingeholt werden
  • Kein Fliegen näher als 5 km von Flugplätzen, ansonsten muss eine Bewilligung eingeholt werden

Gemäss Gesetz kein Hochzeitsfilm von Wolke 7

Die Bedienung von Drohnen und Multicoptern ist in der Schweiz gesetzlich geregelt. So dürfen Drohnen, die leichter als 30 kg sind, in der Schweiz über freiem Gelände ohne Genehmigung geflogen werden. Allerdings muss der Sichtkontakt jederzeit gewährleistet sein. Anders verhält sich die Situation, wenn Drohnen über Ansammlungen von Menschen geflogen werden. Ist die Drohne schwerer als 500 g, ist das Fliegen über Menschenansammlungen verboten. Ausnahmebewilligungen erteilt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) fast keine. Damit hat sich der romantische Hochzeitsfilm von Wolke 7 aus in den meisten Fällen erledigt.

Landschaftsbilder ja, heimliche Aufnahmen durch Fenster nein

Anders sieht es bei Videos und Fotos aus der Luft aus, wenn diese im freien Gelände gemacht werden. In der Schweiz sind solche Aufnahmen zulässig, solange Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. Allerdings informiert sich jeder Pilot vor dem Fliegen seiner Drohne am besten über die lokalen und regionalen Bestimmungen – denn diese können in einzelnen Kantonen und Gemeinden variieren. Eindeutig verboten sind allerdings heimlich gemachte Bilder durch Fenster oder Balkontüren. Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Privatsphäre und möchte weder beim Duschen noch im Bikini ungefragt fotografiert oder gefilmt werden. Auch Firmenareale und militärische Anlagen sind tabu, ebenso wie Jagdbanngebiete und Vogelschutzzonen. Ausserdem können Drohnen für Flugzeuge gefährlich werden. Deshalb herrscht rund um alle Schweizer Flughäfen eine Verbotszone von fünf Kilometern.