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Coronavirus: Rechte und Pflichten der Eltern bei Homeschooling

Wochenlang waren 2020 die Schulen in der Schweiz wegen dem Coronavirus geschlossen. Situativ ist Homeschooling auch weiterhin Bestandteil des Schweizer Alltags. Grosseltern gehören oftmals zur Risikogruppe und sollen die Kinder gemäss Bund nicht betreuen. Das ist eine Herausforderung für Eltern. Welche Unterstützung können Sie von Ihrem Arbeitgeber und der Schule erwarten? Wir beantworten rechtliche Fragen zu diesem Thema.

Welche Rechte und Pflichten haben Eltern und Arbeitgeber während der Schulschliessungen und beim Homeschooling wegen dem Coronavirus?  

Als Eltern dürfen Sie während Schulschliessungen und Homeschooling grundsätzlich zu Hause bleiben, weil die Kinderbetreuung eine gesetzliche Pflicht darstellt. Darüber, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen während dieser Zeit den Lohn zahlen muss, herrscht Uneinigkeit. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hält fest: Wenn Eltern wegen einer Schulschliessung oder Corona-bedingtem Homeschooling an der Arbeitsleistung verhindert sind, bleibt der Lohn geschuldet. Der Arbeitgeber muss während einer beschränkten Zeit (gemäss Artikel 324a OR) den Lohn weiterbezahlen. Als Eltern sind Sie aber gehalten, weitere Absenzen mit richtiger Organisation zu verhindern – zum Beispiel, indem Sie sich in der Betreuung abwechseln. Für die Lösungsfindung werden Eltern von vielen Arbeitgebern ein bis drei Tage zugesprochen.

Die Dauer der Lohnfortzahlung ist von der Anzahl Dienstjahre abhängig. Im 1. Dienstjahr sind es nach Gesetz 3 Wochen. 

Entgegen dem SECO hat das Arbeitsgericht Zürich im Jahre 2010 im Zusammenhang mit der Schweinegrippe aber anders entschieden. Im Falle einer Schul- oder Krippenschliessung zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus liegt kein Fall von persönlicher Arbeitsverhinderung des Arbeitnehmers vor. Deshalb verneinte das Arbeitsgericht Zürich die Lohnfortzahlungspflicht in diesem Fall.  

Da in der aktuellen Lage die Betreuung durch Grosseltern vom Bund eher unerwünscht ist, zeigen sich viele Arbeitgeber solidarisch und unterstützen Eltern weitergehend. Ausserdem hat der Bund in der COVID-19-Verordnung 2 festgehalten, dass Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote für Kinder zu sorgen haben, die nicht privat betreut werden können. 

Was können Eltern bei fehlender Unterstützung durch den Arbeitgeber machen? 

Gemäss Entscheid des Arbeitsgerichts Zürich ist die Unterstützung über längere Tage Goodwill des Arbeitgebers und keine Pflicht. So muss Ihr Arbeitgeber Ihnen den Lohn bei einem längeren Ausfall wegen Kinderbetreuung nicht zahlen. Sie haben in diesem Fall aber die Möglichkeit, während dieser Zeit Ferien zu beziehen oder Überstunden zu kompensieren, um Lohngarantie zu haben.   

Kann ein Elternteil das Homeoffice verweigern, wenn es die Kinder betreuen muss? 

Eine Verweigerung des Homeoffice ist eine Verweigerung der Arbeitsleistung und könnte schlimmstenfalls mit einer Auflösung des Arbeitsvertrages enden. Sollte Homeoffice Ihnen wegen der ausserordentlichen Betreuung Ihrer Kinder nicht oder nur teilweise möglich sein, suchen Sie den Dialog mit Ihrem Arbeitgeber. So finden Sie eine gemeinsame Lösung.  

Welche Unterstützung können Eltern von Schulen beanspruchen, falls ihnen die Infrastruktur für den geplanten Online-Unterricht fehlt?

Ob und wie der Unterricht während der Schulschliessung oder bei verordneter Quarantäne oder Isolation weitergeführt wird, ist bisher Sache der Schule. Daher sind die schulischen Angebote sehr unterschiedlich. Fehlt Ihnen die technologische Infrastruktur, beispielsweise für Online-Unterricht, suchen Sie Lösungen mit der Schule. Die Gemeinde und der Kanton suchen zu diesem Thema nach einheitlichen Lösungen.

Grundsätzlich gilt: Suchen Sie in dieser Ausnahmesituation den Dialog und gemeinsam mit Ihrem Gegenüber nach sinnvollen und vertretbaren Lösungen.

 

Aufgrund der sich dauernd ändernden Rechts- und Sachlage möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Angaben womöglich in der Zwischenzeit nicht mehr dieser entsprechen.

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