Vom Mobiliar Virus befallen

Einmal Mobiliar, immer Mobiliar: Mehrere Generalagenturen werden in zweiter, dritter oder gar vierter Generation geführt. Sie führen ihre Generalagentur in vierter Generation und feiern dieses Jahr ein Jubiläum: Marc Bloch 125 Jahre in Balsthal und Andreas Huber 120 Jahre in Reinach.  

«Heute käme ich kaum mehr in Frage als Generalagent», sagt Marc Bloch und spielt auf seine berufliche Herkunft als Jurist an. Möglicherweise irrt er sich. Tatsächlich gibt es auch heute hie und da Quereinsteiger unter den neuen Generalagenten. Drei GA-Stages und das Know-how langjähriger Mitarbeitenden machten aus Bloch dennoch einen erfolgreichen Mobiliärler. «Einige haben mich schon als Bub gekannt.» Schon damals war die Mobiliar in seinem Leben omnipräsent. Oft nahm ihn Vater Rudolf mit ins Büro oder an den Schadenplatz. So wurde Marc Bloch mit dem Mobiliar Virus infiziert. Papas Job hatte auch eine Kehrseite: «Nie habe ich ein neues Velo erhalten. Ich musste immer gestohlen gemeldete und wieder aufgetauchte Velos zu Ende fahren, weil diese den Kunden bereits ersetzt wurden.»

Die Übergabe klappte reibungslos. «Das ist jetzt dein Laden», sagte Vater Rudolf zu Sohn Marc. Wenn der Sohn es wünschte, stand er ihm mit Rat und Tat zur Seite. Das ist 26 Jahre her.

Vom Verkäufer zum Coach

Andreas Huber, der zweite Jubilar, machte eine Banklehre und studierte Betriebswirtschaft. Mit zwanzig Jahren verkündete er dem Vater: «Ich will nie den Kunden nachspringen so wie du – auf der Bank kommen diese an den Schalter.» Während dem Studium jobbte er bei Vater Traugott in der GA Reinach und irgendwann loderte auch in ihm das Mobiliar Feuer. Adriano Ferrari, der Direktor des damaligen Ressorts Aussenorganisation und Marketing reagierte zurückhaltend: «Sie sind zwar der Sohn, aber das heisst noch nicht, dass Sie Generalagent werden.» Dies motivierte Andreas Huber erst recht, mit guten Leistungen zu überzeugen. Auf Rat des Vaters eignete er sich das nötige Wissen auf der GA Freiamt an.

Seit Andreas Huber die GA 1988 übernommen hat, hat sich einiges verändert: «Unsere Väter haben noch zu 90 Prozent ihrer Arbeitszeit verkauft.» Beim Sohn schrumpfte dieser Anteil inzwischen auf etwa 20 Prozent. «Ich bin heute eher der Coach meines Teams.» Ähnlich bei Marc Bloch: Er sei viel mehr mit Administrativem beschäftigt als früher, als er oft

draussen bei Grosskunden weilte. Das sei jetzt Brokergeschäft – eine Folge des freien Wettbewerbs. «Generalagent ist und bleibt aber ein Beziehungsgeschäft.» Das war schon zu deren Grossvaters Zeiten so, die damals ihre GA noch nebenamtlich führten.

Nach vier Generationen ist Schluss

Familiendynastien identifizieren sich besonders stark mit dem Unternehmen: «Kontinuität schafft Vertrauen – davon  konnte ich profitieren», sagt Huber. In wenigen Jahren ist aber Schluss mit den Dynastien Bloch und Huber. Blochs Söhne arbeiten nicht in der Branche. Hubers Sohn Tobias ist Berater auf der GA Meilen  und möchte bei der Mobiliar in der Region Zürich Karriere machen. Die beiden Väter tragen es mit Fassung.

Familiendynastien

Viele Generalagenten haben die Mobiliar über mehrere Generationen geprägt – eine Übersicht über die heute noch aktiven Generalagenten-Familien:

4 Generationen

  • Bloch, GA Balsthal, 125 Jahre
  • Huber, GA Reinach, 120 Jahre
  • Hugli, GA Montagnes et vallées 124 Jahre
  • Meyer, GA Langenthal 112 Jahre

3 Generationen

  • Guggenbühl, GA Liestal, 80 Jahre
  • Schneider, GA Rheinfelden, 74 Jahre

2 Generationen

  • Annen, GA Schwyz
  • Hohl, GA Aesch;
  • Hubacher, GA Murten
  • Kostezer, GA Buchs-Sargans
  • Landis, GA Rapperswil-Glarus
  • Mischler, GA Interlaken
  • Probst, GA Aarau