Lernfahrten – mit privater Unterstützung zum Führerausweis

Gelassen und gut versichert als Neulenker unterwegs

Theorieprüfung bestanden! Nun geht’s an die Lernstunden, damit du auch für die praktische Prüfung vorbereitet bist. Doch mit wem darfst du deine Lernfahrten machen? Und wer zahlt, wenn etwas passiert?

Der Weg zum definitiven Führerausweis verläuft in der Schweiz in zwei Phasen. In der ersten Phase musst du zuerst die theoretische und dann die praktische Prüfung bestehen. Deine Lernfahrten als Vorbereitung zur praktischen Prüfung fährst du mit dem Lernfahrausweis. Dieser ist 24 Monate gültig.  
Die zweite Phase ist deine Autofahrer-Probezeit. Während drei Jahren bewährst du dich als Neulenker/​​​​​​​​in und absolvierst die WAB-Ausbildung. Mehr zu WAB erklären wir dir im Ratgeber Der Weg zum de­fi­ni­ti­ven Füh­rer­aus­weis. Schaffst du das alles, erhältst du den definitiven Führerausweis.

Kompetente Begleitung im Auto

Die erste Hürde hast du mit der Theorieprüfung geschafft. Nun stehen Fahrstunden und private Lernfahrten bevor. Lernfahrten mit den Eltern oder Kollegen verbessern deine Routine und sind als Vorbereitung für die Fahrprüfung von grossem Wert. Begleiten dürfen dich Familienmitglieder und Kollegen, die mindestens 23 Jahre alt sind und seit mindestens drei Jahren den definitiven Führerausweis in der betreffenden Fahrzeugkategorie besitzen.

Üben, üben, üben!

Mit folgenden Tipps können die Lernfahrten (fast) nicht schief gehen:  

  • Starte deine Lernfahrten auf einem grossen Parkplatz, wo du viel Platz zum Mavrieren hast. Bei den ersten Versuchen ist es gut, wenn keine grossen Hindernisse im Weg sind.  
  • Befahre im Strassenverkehr nur Strecken, die dich nicht überfordern. Das erspart viel Stress.  
  • Auf Autobahnen und Autostrassen darfst du erst, wenn du einen bestätigten Termin für deine praktische Prüfung hast.  
  • Bei jeder Lernfahrt gibt dich dein „L“ am Fahrzeug als Neulenker zu erkennen.  
  • Dein Beifahrer sollte die Handbremse gut erreichen können. Ein zusätzlicher Rückspiegel auf der Beifahrerseite kann ebenfalls hilfreich sein.  
  • Bleibe während deinen Lernfahrten im Inland. Fahrten ins Ausland sind verboten.  
  • Vergiss nicht: Fehler sind beim Üben normal – bleib gelassen

Lernfahrten mit fremden Autos

Carsharing hat sich in der Schweiz etabliert. Deshalb besitzen viele Menschen kein eigenes Auto mehr, sondern mieten bei Bedarf ein Fahrzeug über sharoo oder Mobility. Das kannst du auch als Lernfahrer tun. Wichtig dabei ist, dass deine Begleitperson die rechtlichen Grundlagen bezüglich Alter und definitivem Führerausweis erfüllt. Bei Mobility gibt’s sogar explizit ein Lernfahr-Abo.

Wenn etwas passiert 

Deine Begleitperson trägt die Verantwortung für die Einhaltung der Verkehrsregeln während der Lernfahrt. Ausserdem muss sie dafür sorgen, dass die Lernfahrt gefahrlos verläuft. Falls doch etwas passiert, haftet sie, wenn sie ihre Pflichten nicht erfüllt. Hättest du den Vorfall aufgrund deiner Fahrtauglichkeit vermeiden können, trägst du die Haftung.  

Ein Beispiel: Du bist mit einer Kollegin auf Lernfahrt mit ihrem Auto und touchierst beim Parkieren ein anderes Fahrzeug. Die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung der Autobesitzerin übernimmt den Schaden am anderen Auto. 

Für den Schaden am Auto deiner Kollegin haftest du. Deine Privathaftpflicht deckt das gelegentliche Lenken fremder Motorfahrzeuge. Die Deckung ist jedoch nur gegeben, wenn du das Auto pro Jahr nicht mehr als 35 Tage benutzt. Fährst du öfter mit diesem Auto, würde ein Schaden von der Kaskoversicherung deiner Kollegin abgewickelt. Der dabei anfallende Selbstbehalt und Bonusverlust gehen in diesem Fall zu deinen Lasten. Am besten klärst du die Versicherungslage mit deiner Begleitung vor der ersten Lernfahrt. So können böse Überraschungen verhindert werden. 

Und jetzt: gute Fahrt! 

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