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Kurzarbeit während der Corona-Krise

Der Coronavirus beeinflusst nicht nur das alltägliche Leben, sondern auch die Wirtschaft stark. Deshalb hat der Bund im Rahmen der COVID-19-Verordnung die Regelung zur Kurzarbeit angepasst. Wir geben Antworten auf folgende Fragen:

Was heisst Kurzarbeit?

Kurzarbeit ist eine wirtschaftlich bedingte, unvermeidbare und vorübergehende Reduktion der vertraglichen Arbeitszeit um mind. 10% für alle, oder Gruppen von Arbeitnehmern in einem Unternehmen. Zweck der Kurzarbeit ist die Erhaltung der Arbeitsplätze. Kurzarbeit kann unterschiedliche Ausmasse annehmen: Von der linearen Kürzung der täglichen Arbeitszeit bis hin zur monatelangen Schliessung des Betriebes oder einzelner Abteilungen, ist alles möglich. Der Arbeitsausfall muss kontrollierbar sein. Der Betrieb muss also über eine individuelle Arbeitszeiterfassung verfügen.

Ein Arbeitsausfall, der zum üblichen Betriebsrisiko gehört oder durch typische saisonale Schwankungen verursacht wird, ist keine Kurzarbeit.

Umfang der Entschädigung

Kurzarbeitsentschädigung wird innerhalb von zwei Jahren während max. 12 Monaten ausgerichtet. Die Entschädigung beträgt 80% des versicherten Verdienstausfalls (von max. 12 350 Franken pro Monat; Stand 2020). Die Karenzzeit, in der der Arbeitgeber den Arbeitsausfall bezahlt, entfällt im Rahmen der COVID-19-Verordnung.

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Wenn Sie von Kurzarbeit betroffen sind, haben Sie Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALV). Selbst dann, wenn Sie die 12 Monate Beitragszeit an die ALV nicht erfüllt haben.

Vom 17. März 2020 bis voraussichtlich zum 16. September 2020 haben auch folgende Personen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

  • Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung (sie erhalten pauschal 3 320 Franken für eine Vollzeitstelle)
  • Im gleichen Betrieb mitarbeitende Ehegatten sowie eingetragene Partner (sie erhalten pauschal 3 320 Franken für eine Vollzeitstelle)
  • Lernende
  • Temporärangestellte
  • Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Aushilfen, die auf Abruf arbeiten und deren durchschnittliches Arbeitspensum nicht mehr als um 20 Prozent schwankt. Bei mehr als 20 Prozent Schwankung haben Angestellte trotzdem Anspruch, wenn sie mindestens seit 6 Monaten im gleichen Betrieb arbeiten.

Folgende Personen sind weiterhin gänzlich von Kurzarbeitsentschädigungen ausgenommen:

  • Angestellte, die bereits eine AHV-Rente beziehen
  • Personen in gekündigtem Arbeitsverhältnis (sie können dem Arbeitgeber gegenüber auf den vollen Lohn beharren)

Was sind die Rechte und Pflichten bei Kurzarbeit?

Im Rahmen der COVID-19-Verordnung sind einige Verpflichtungen vorübergehend (bis voraussichtlich zum 16. September 2020) weggefallen:

Rechte und Pflichten der Arbeitgeber

So entfällt beispielsweise das Abwarten einer zehntägigen Voranmeldepflicht. Der Arbeitgeber kann sofort und auch telefonisch Kurzarbeit anmelden. Ebenso können Arbeitgeber die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung verlangen, ohne diese vorschiessen zu müssen. Was auch entfällt, ist die bisherige Karenzzeit, bei der die Arbeitgeber selber für den Arbeitsausfall aufkommen mussten. Arbeitnehmer werden deshalb sofort von der Arbeitslosenkasse entschädigt. Zu den beschlossenen Erleichterungen gehört auch, dass der Arbeitgeber gegenüber der Kasse keine Abrechnung über die an seine Arbeitnehmer ausgerichtete Kurzarbeitsentschädigung ausweisen muss.

Der Arbeitgeber muss aber 80 Prozent des Verdienstausfalls fristgerecht auf Ende Monat als Lohn an die Arbeitnehmenden auszahlen, obwohl er die Kurzarbeitsentschädigung von der Arbeitslosenversicherung erst im Folgemonat erhält. Hierfür können Arbeitgeber, die mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben, bei der Arbeitslosenversicherung Vorschüsse beantragen.

Der Arbeitgeber muss die vollen Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV) auf 100 Prozent des Lohns (entsprechend der normalen, vereinbarten Arbeitszeit) einbezahlen. Die Arbeitgeberanteile dieser Beiträge werden dem Arbeitgeber jedoch von der Arbeitslosenkasse für die Ausfallzeiten via Kurzarbeitsentschädigung rückvergütet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, können die Beitragsanteile der Arbeitnehmenden auf Basis des 100 Prozent-Lohns abgezogen werden.

Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, die von längerem Arbeitsausfall betroffen sind, müssen eine ihnen zugewiesene zumutbare Zwischenbeschäftigung annehmen, und gegebenenfalls auch aktiv nach einer Zwischenbeschäftigung suchen. Eine Weigerung kann mit Abzügen bei der Kurzarbeitsentschädigung bestraft werden. Vorübergehend wird das Einkommen aus einer Zwischenbeschäftigung nicht mehr an die Kurzarbeitsentschädigung angerechnet, sondern die Angestellten dürfen diesen Verdienst behalten und erhalten trotzdem die volle Kurzarbeitsentschädigung.

Arbeitnehmende können die Kurzarbeitsentschädigung ablehnen. Sie erhalten dann den vollen Lohn. Für sie besteht allerdings ein erhöhtes Risiko, die Kündigung zu erhalten. Während der Corona-Krise kann der Arbeitgeber selber in der Voranmeldung bestätigen, dass die gemeldeten Arbeitnehmenden mit der Kurzarbeit einverstanden sind.

Kurzarbeit kann mit Weiterbildung verbunden werden, sofern die Kurse nicht nur im Interesse des Arbeitgebers liegen, sondern den Angestellten auch bei einem Stellenwechsel nützlich sind.

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