Wer profitiert in der beruflichen Vorsorge von Big Data?

Die weltweite Datenmenge im Internet wächst exponentiell, in der jüngeren Zeit um etwa 70 Terabyte pro Sekunde. Zum Vergleich: ein Terabyte entspricht 1024 Gigabyte oder der Datenmenge von rund 1463 Musik-CDs. Diese stetig wachsende Datenflut ist der eine von zwei Aspekten, die den Begriff Big Data umfassen. Rund 80% der Daten entfallen auf private Nutzer und werden mehrheitlich unstrukturiert via Social Media generiert. Der zweite Aspekt betrifft die Systeme, die dabei helfen, die gewaltigen Mengen an Informationen zu verarbeiten.

Auch der Bereich der beruflichen Vorsorge produziert täglich neue Daten. Ungeachtet dessen, ob das entsprechende Datenvolumen letztlich der Grössenordnung von Big Data zugeordnet werden kann, ist der Informationsgehalt erheblich. Deshalb ist die durchdachte Aufbereitung und Auswertung von bestehenden und neuen Daten auch bei der Mobiliar ein wichtiges Thema, das wir mit viel Elan angehen.

Wozu das Ganze?

Unternehmen stellen sich bei der Erschliessung von Informationen zu Beginn die Frage, welcher Zweck damit verfolgt werden soll. Daraus ergeben sich zwei Folgefragen: Welche Daten stehen zur Verfügung und lassen sich damit die gewünschten Erkenntnisse gewinnen? Am Beispiel der beruflichen Vorsorge könnte die Datenanalyse beispielsweise dazu dienen, um Kundenbedürfnisse besser zu bestimmen oder die Risiken in den Beständen exakter zu bewerten. Potenzial ist auch hinsichtlich Produktentwicklung, Customer Relation Management (CRM) oder Betrugserkennung vorhanden. Im Falle der Mobiliar wollen wir die Risiken unserer Kunden noch besser verstehen, um in einem sich verändernden Umfeld weiterhin risikogerechte Produkte und Konditionen anbieten zu können.

Während Unternehmen seit jeher auf eigene Daten zurückgreifen können, lassen sich in einer digitalen Welt Informationen zunehmend auch von ausserhalb des eigenen Systems auswerten. Dabei ist der Entscheid für ein geeignetes Analyseverfahren von grosser Bedeutung. Die Auswahl an unterschiedlichen Technologien und Methoden zur Datenanalyse ist gross, die alle mit Vor- und Nachteilen behaftet sind. Wie eingangs erwähnt, liegen viele Daten unstrukturiert oder nicht mit der gewünschten Verknüpfung vor. Vor der Analyse gilt es deshalb der Datenaufbereitung die gebührende Beachtung zu schenken. Bei der Mobiliar sind wir daran, interne und externe Daten zu verknüpfen und beispielsweise unstrukturierte Texte mit Hilfe von Natural Language Processing zu erkennen und zu interpretieren. Eine weitere Initiative betrifft die verbesserte Risikobewertung anhand von Algorithmen.

Die digitale Revolution hat erst begonnen

Die Nutzbarmachung von Informationen hängt allerdings nicht nur von den vorhandenen Daten und technologischen Möglichkeiten ab. Dem vermeintlich Machbaren werden vermehrt aus gesetzlichen, ethischen oder strategischen Gründen Grenzen gesetzt. Dennoch ist die digitale Transformation im vollen Gange. Gleichwohl steht Big Data noch ganz am Anfang. Denn mit der bevorstehenden grossflächigen digitalen Verknüpfung von Alltagsobjekten im sogenannten «Internet der Dinge», wird die Datenmenge noch um ein Vielfaches zunehmen. Bei der Mobiliar gehen wir diese Entwicklung und die damit ändernden Kundenbedürfnisse aktiv an.