Warum beeinflusst der Beruf die Prämie?

Daten, ob basierend auf Kundeninformationen oder von Schäden, bilden seit jeher die Grundlage für die Preisfestsetzung von Versicherungsprodukten. Statt den früheren Einheitstarifen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren eine zunehmend risikogerechtere Tarifierung durchgesetzt, auch im Bereich der beruflichen Vorsorge. Wie sich zeigt, ermöglichen detaillierte Daten eine immer spezifischere Einzelfalltarifierung.

Unterschiedliche Tarifmodelle

Wendet «Versicherer A» ein nicht risikogerechtes Tarifmodell an, hat das eine Quersubventionierung zwischen den einzelnen Kunden zur Folge. Denn es wird lediglich der im Durchschnitt erwartete Schadenaufwand für das gesamte Portefeuille bestimmt. Deshalb bezahlen die einen Kunden mehr und die anderen weniger als es ihrem eigentlichen Risiko entsprechen würde.

Kunden mit „guten“ Risiken werden sich darum eher bei «Versicherer B» versichern lassen, wo sie einen risikogerechten Tarif bekommen. Dem «Versicherer A» bleiben nur noch die „schlechten“ Risiken und er ist gezwungen, die Preise zu erhöhen.

Der Zufall entscheidet

Hingegen treten bei einem risikogerechten Tarifmodell kaum Quersubventionierungen auf, da der im Durchschnitt erwartete Schadenaufwand für jeden Vertrag einzeln bestimmt und angewendet wird. Weil der Zufall bei Schadenfällen oft eine entscheidende Rolle spielt, lassen sie sich trotz aller Daten nicht exakt voraussagen.

Als einfache Formel lässt sich der Sachverhalt wie folgt darstellen:

Effektiver Schadenaufwand = erwarteter Schadenaufwand ± Zufall

Detaillierte Daten erhöhen Kundennutzen

Der offensichtliche Kundenvorteil eines risikogerechten Tarifs liegt darin, dass Kunden mit einem guten Risikoverhalten nicht für solche Kunden bezahlen müssen, die ein höheres Risiko darstellen. Zudem, je exakter der erwartete Schadenaufwand bestimmt werden kann, desto stärker kann die Sicherheitsmarge verringert werden, welche die Bandbreite des Zufalls abdecken muss. Dies führt zu tieferen Kosten für den Kunden.

Um den erwarteten Schadenaufwand möglichst genau zu berechnen, braucht es detaillierte Daten über den Kunden und seinen Versicherten-Bestand.

Checkliste der wichtigsten Daten:

  • AHV-Nummer
    Die AHV-Nummer dient zur eindeutigen Identifizierung der versicherten Personen. Das verhindert, dass Personen doppelt gezählt werden und hilft allfällige Schadenfälle korrekt den versicherten Personen zuzuordnen.
  • Lohndaten
    Wenn die einzelnen Lohndaten korrekt und vollständig vorhanden sind, können sowohl die Leistungen als auch der erwartete Schadenaufwand exakter berechnet werden.
  • Kategorisierung des Versicherten-Bestandes
    In den meisten Firmen arbeiten nicht alle Angestellten im gleichen Bereich. Die Tarifierung schwankt je nach Tätigkeit, ob im Büro, im Verkauf oder in der Produktion.
  • Informationen über die einzelnen Versicherten
    Je umfassender die Informationen über die einzelnen Versicherten sind, desto genauer kann der entsprechende Tarif berechnet werden. Aktuell basieren die Berechnungen auf dem Alter, dem Geschlecht und dem Lohn. Mit zusätzlichen Daten, wie beispielsweise Zivilstand, Raucher/Nichtraucher oder Ausbildung, könnte die Tarifierung weiter verfeinert werden.

Damit dürften umfassendere Daten nicht nur einen besseren Tarif ermöglichen, mittelfristig könnten die Kunden der Mobiliar zusätzlich profitieren, beispielsweise in der Schadenprävention oder bei der Auswahl und Einschätzung der Anschlüsse von Sammelstiftungen.