die Mobiliar

Ist das finanzielle Gleichgewicht der Sozialversicherungen in Gefahr?

Ausgaben nehmen mit 3,2% deutlich zu, Stagnation bei den Einnahmen

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat die diesjährige Gesamtrechnung der Sozialversicherungen (GRSV) publiziert. Der Bericht berücksichtigt sämtliche Sozialversicherungssysteme der Schweiz: AHV und IV sowie deren Ergänzungsleistungen, berufliche Vorsorge, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Erwerbsersatzordnung, Arbeitslosenversicherung und Familienzulagen. Damit vermittelt die GRSV ein Gesamtbild zur finanziellen Situation aller Sozialversicherungen der Schweiz. Allerdings stützt sich der Bericht von 2017 auf Zahlenmaterial von 2015. Denn als Folge der dezentralen Datenerfassung stehen die Resultate für das vorvergangene Kalenderjahr erst jetzt vollständig zur Verfügung.

Soziallastquote und Sozialleistungsquote

Als zwei wichtige Indikatoren für die volkswirtschaftliche Betrachtung der Gesamtrechnung nennt die GRSV die Soziallast- sowie die Sozialleistungsquote. Die Soziallastquote misst die volkswirtschaftliche Belastung, welche durch die Entrichtung der Sozialversicherungsbeiträge, die Beiträge der öffentlichen Hand sowie die Kapitalerträge entstehen (Einnahmenseite). Die Sozialleistungsquote misst im Gegenzug annäherungsweise die Sozialversicherungsausgaben, die den Leistungsempfängern zugutekommen (Ausgabenseite).

Zwischen 2014 und 2015 nahmen die Einnahmen um moderate 0,4% zu, während im gleichen Zeitraum die Ausgaben um starke 3,2% anstiegen. Das fragile Gebilde aus Einnahmen und Ausgaben geriet somit weiter aus dem Gleichgewicht. Volkswirtschaftlich betrachtet ist es problematisch, wenn die Ausgaben- die Einnahmenseite übersteigt.

Im Bericht des BSV ist zudem ersichtlich, wie sich die Soziallast- und Sozialleistungsquote im Vergleich zur Wirtschaftsentwicklung (BIP) verändert haben. Während die Soziallastquote im Verhältnis zum BIP eine rückläufige Tendenz aufweist (siehe Grafik 3), stieg die Sozialleistungsquote weiterhin an, insbesondere im Jahr 2015 (siehe Grafik 4).

Das Problem liegt also weniger auf der Einnahmenseite – diese bleibt mehr oder weniger stabil. Problematisch ist vielmehr die Entwicklung auf der Ausgabenseite. Diese steigt stark an. Betrachtet man die verschiedenen Sozialversicherungszweige, ist ersichtlich, dass vor allem drei Zweige die Ausgabenveränderung treiben: Die berufliche Vorsorge, die Krankenversicherung und die AHV. Obwohl das Resultat (Einnahmen abzüglich Ausgaben) innerhalb der beruflichen Vorsorge immer noch positiv ausfällt, ist sie in der Gesamtrechnung der Haupttreiber der Ausgabenveränderung. Auch im Bereich der beruflichen Vorsorge ist eine unvorteilhafte Entwicklung der Ausgaben und damit der Ertragslage erkennbar. Dem gilt es stärker Beachtung zu schenken. 

Erste Kennzahlen für das Jahr 2016 erlauben einen Ausblick auf die entsprechende Gesamtrechnung. Demzufolge dürfte sich die negative Tendenz weiter akzentuieren. Allerdings, wirkungsvolle Mittel um die Ausgaben zu reduzieren und die Gesamtrechnung wieder besser ins Lot zu bringen sind vorhanden. Dazu zählen die Prävention und kurze Meldefristen. Es sind dies Elemente, welche die Mobiliar auch aktiv für ihre Kunden fördert.

Falls Sie Fragen zum Thema haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.