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Fünf Fragen an… Thomas Kühne, CIO der Mobiliar

Warum die agile Welt mehr Frauen braucht, wie sich bei der Mobiliar Karriere und Familie vereinbaren lassen und was Thomas Kühne von Frauenquoten hält – hier gibt’s die Antworten.

Bei der IT der Mobiliar hielt sich die Aufregung in Grenzen, als von einem Tag auf den anderen alle Mitarbeitenden ins Home-Office wechselten. Wie hat sich die Mobiliar auf eine solche Situation vorbereitet?

Die Mobiliar hat über die letzten Jahre hinweg konstant in die IT investiert. Das hat sich jetzt ausbezahlt, wir waren perfekt vorbereitet. Jeder Mitarbeitende hat ein Notebook mit modernster Hardware und kann von überall her auf unsere Systeme zugreifen. Damit war von einem Tag auf den anderen ein Wechsel ins Home-Office möglich. Indem wir zu Beginn des Lockdown schnell reagiert und unsere Internet-Bandbreite verdoppelt haben, waren auch für Arbeiten an nicht-systemkritischen Prozessen stets genügend Datenvolumen vorhanden.

Im IT-Sektor sind traditionell sehr viel mehr Männer als Frauen tätig. In der IT der Mobiliar mehr Diversität zu schaffen, ist Ihnen ein grosses Anliegen. Warum ist das so wichtig?

Im Moment hat die IT in der Mobiliar mit knapp fünfzehn Prozent tatsächlich einen viel zu geringen Frauenanteil. Bei den Führungskräften sind es sogar nur knapp über zehn Prozent. Das muss sich ändern, denn vielfältig besetzte Teams sind aus meiner Sicht ein zentraler Erfolgsfaktor in der agilen Welt. Denken wir aus der Perspektive unserer Anwender – das sind schon lange nicht mehr nur männliche Ingenieure, sondern zu gleichen Teilen auch Anwenderinnen. Wollen wir also mit unseren Lösungen einer Vielzahl von Anwendenden gerecht werden, ist auch eine hohe Diversität in der Rolle der Entwickelnden nötig.

Jede dritte rekrutierte Person muss eine Frau sein.
Thomas Kühne, CIO

Nun stellt sich Diversität nicht von selbst ein. Braucht es eine Frauenquote?

Aus meiner Sicht können wir den Frauenanteil nur mit einer harten Quote erhöhen. Auf Basis von Freiwilligkeit hat sich in der Gesellschaft bisher zu wenig bewegt. Deshalb habe ich für meinen Geschäftsleitungsbereich im Januar eine Frauenquote von dreissig Prozent für Neu- und Ersatzrekrutierungen eingeführt. Das heisst: Jede dritte rekrutierte Person im Bereich IT bei der Mobiliar muss eine Frau sein. Finden wir keine Frau, ist die Rekrutierung kompromisslos gestoppt.

Das tönt entschlossen. Was, wenn es auf dem Markt aber noch zu wenig gut ausgebildete Frauen in IT-Berufen gibt?

Das ist leider tatsächlich so. Bedeutet aber nicht, dass wir unsere Quote nicht erreichen können. Aus meiner Sicht ist es eine Frage des Willens: Unser Ziel muss sein, möglichst alle IT-Frauen, die auf Stellensuche sind, für die Mobiliar zu gewinnen. Im Moment sieht es übrigens gut aus: seit Jahresbeginn waren fünfunddreissig Prozent unserer Neuanstellungen Frauen. Dazu setzen wir verschiedene Massnahmen um. Wir schreiben zum Beispiel alle unsere Stellen in einem Pensum von vierzig bis hundert Prozent aus. Damit können wir Vakanzen im Jobsharing besetzen und machen eine Anstellung bei uns auch für Frauen interessant, die sich nicht zwischen Familie und Karriere entscheiden möchten oder können.

Wir brauchen mehr Frauen als Vorbilder in der IT.
Thomas Kühne, CIO

Nun haben Sie bereits einige Frauen für die IT der Mobiliar gewinnen können – was machen Sie, damit diese auch bleiben?

Ich möchte, dass die Mobiliar als eine der besten Arbeitgeberinnen der Schweiz mit erfolgreichen Frauen in IT-Berufen Vorbilder schafft, an denen sich Mädchen und junge Frauen orientieren können. Zu diesem Zweck wollen wir ein spezielles IT-Frauennetzwerk nutzen, um Bedürfnisse unserer Mitarbeiterinnen vorwegzunehmen und ihnen noch besser entsprechen zu können. Wir führen zudem gerade ein spezifisches Mentoring-Programm ein und auch zu externen IT-Frauennetzwerken wollen wir vermehrt den Kontakt suchen.

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Zur Person

Thomas Kühne (50) ist seit April 2019 Chief Information Officer der Mobiliar und Mitglied der Geschäftsleitung. Er verfügt über einen Master in Computer Science ETH Zürich und MBA INSEAD, Frankreich/Singapur. Von 1999 bis 2001 arbeitete Thomas Kühne für die UNO im Kosovo, unter anderem als Leiter IT. Nach verschiedenen Führungsrollen bei der Credit Suisse und der UBS war er zwischen 2014 und 2016 Chief Operating Officer (COO) Leben Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Zurich. Ab 2016 arbeitete er für die Zurich Gruppe Deutschland, zuletzt als Chief Information Officer (CIO). Thomas Kühne ist Vater von zwei Kindern im Primarschulalter und lebt mit seiner Familie in Zürich.