Die Natur hat gewonnen

Donnerstag, 11. Mai 2017

Ein winterlicher Frühlingstag richtet bei Bauer Werner Gsell im Thurgau schwere Schäden an. Beachtliche Schneemassen zerstörten fast vier Hektaren voller Kirschbäume. Die Mobiliar ist rasch zur Stelle.

Das Fazit ist bitter: «Innert einer Nacht wurde alles zerstört, was wir 12 Jahre lang aufgebaut haben», so Landwirt Werner Gsell. Ende April fiel im Kanton Thurgau später Schnee. Zuviel Schnee für die Hagelnetzanlage, welche seine Kirschbäume vor Frost, Niederschlag und Vögel schützen sollte. Die Konstruktion aus soliden Betonpfeiler, robusten Folien, Netzen und stabilisierenden Drahtseilen, konnte dem heftigen Schneefall nicht standhalten. Schwere Schneeflocken wuchsen zu massigen Hügeln und drückten so auf die Konstruktion, bis diese schliesslich zusammenbrach. Die darunterliegenden Bäume wurden arg in Mitleidenschaft gezogen, ein Grossteil ist nicht mehr zu retten.

Kampf gegen die Zeit

Der Wetterbericht hatte im Voraus Schnee angekündigt. Werner Gsell kontrollierte deshalb jede Stunde die Anlage. Um halb ein Uhr nachts kontaktierte er dann die 35 bereits voralarmierten Helfer. «Sechs Stunden lang versuchten wir vergeblich, die Schneemassen von den Folien zu schütteln und damit die Bäume zu retten. Als es dann zu gefährlich wurde, mussten wir die Versuche einstellen und das Feld fluchtartig verlassen», erzählt Werner Gsell. Kurz darauf ist die Schutzkonstruktion zusammengefallen. Die Natur war stärker.

Schnelle Entscheidungen

Bei Tageslicht wurde das Schadensausmass sichtbar. Fast alle Kirschbäume auf den vier Hektaren Land waren zerstört. Urs Hinder, Leiter Schadendienst der GA Arbon-Rorschach, war schnell vor Ort: «Wichtig ist, dass man persönlich vor Ort ist und den Betroffenen die Sicherheit gibt, auf uns zählen zu können». Zügig gab er grünes Licht für die Aufräumarbeiten. 80 Leute vom Zivilschutz waren im Einsatz, um Tonnen an Material aus den Feldern zu entfernen.

Mitfühlen statt mitleiden

Die Kirschbäume selber und der Ertragsausfall sind nicht versicherbar. Die Hagelnetzanlage hingegen ist bei der Mobiliar versichert. Aufgrund des Schadenausmasses ist dies ein Fall für die Direktion. Der beauftragte Schadeninspektor Fredy Niedermann war selber Landwirt und kann mitfühlen, was dieser Schaden für die Betroffenen bedeutet. «Anteil nehmen ohne zu leiden, dies musste ich in den letzten 20 Jahren bei der Mobiliar lernen.» Schnelle und unkomplizierte Hilfe, insbesondere in einem Schadenfall solcher Grösse, ist äusserst wichtig. Werner Gsell erhält nun eine rasche Teilzahlung, so dass keine finanziellen Engpässe entstehen.

Angst vor einem zukünftigen Ereignis dieses Ausmasses hat der Landwirt jedoch nicht. «Wenn man jetzt Angst hat, dann müsste man den Wiederaufbau sein lassen und den Betriebszweig streichen», erklärt er. «Wir werden in Zukunft ein System installieren, dass innert Kürze gelöst werden kann. Aus dieser Situation haben wir auch viel gelernt».