Passt Ihre Versicherungssumme noch zu Ihrem Leben?

Was würde es heute kosten, all Ihre Sachen zu ersetzen? Ist diese Summe in Ihrem Versicherungsvertrag zu niedrig angesetzt, zahlen Sie im Schadenfall drauf. Wer Irrtümer kennt, Praxisbeispiele berücksichtigt und seine Versicherungssumme regelmässig prüft,  bleibt auf der sicheren Seite.

Irrtümer erkennen

Viele verlassen sich auf Annahmen, die teuer werden können. Manche Überzeugungen klingen plausibel, haben aber im Schadenfall unangenehme Folgen. Drei typische Irrtümer und warum sie trügen:

  • «Ich habe doch eine Hausratversicherung, das reicht schon.»

    Das stimmt nur, wenn die Versicherungssumme auch realistisch ist. Viele merken erst im Schadenfall, dass diese nicht mehr zum tatsächlichen Wert passt.

    Beispiel: Nach dem Auszug der Tochter verwandelte Familie Müller das Kinderzimmer in ein gut ausgestattetes Homeoffice mit zusätzlichem Schlafsofa für Gäste. Der Hausrat wurde dadurch wertvoller. Doch weil die Familie dachte, ihre Versicherung sei schon ausreichend, passte sie die Versicherungssumme nicht an, sodass sie nun zu niedrig ist.

  • «So viel Wert hat mein Hausrat doch gar nicht.»

    Sofa, Laptop, E-Bike: einzeln wirkt alles überschaubar, in der Summe entsteht jedoch ein erheblicher Wert. Wer hier zu knapp kalkuliert, muss im Schadenfall draufzahlen.

    Beispiel: Sarah dachte nur an Sofa, Bett und ihre Fotoausrüstung, also an die Dinge, die ihr sofort in den Sinn kamen. Übersehen hat sie den Kleiderschrank voller Markenkleidung und das Mountainbike im Keller. Weil sie den Gesamtwert unterschätzte, legte sie die Versicherungssumme zu niedrig fest.

  • «Meine Versicherung passt sich automatisch an.»

    Automatisch berücksichtigt wird nur die Teuerung, nicht aber neue Anschaffungen. Ihr tatsächlicher Hausratwert steigt, die Versicherungssumme im Vertrag bleibt ohne aktive Anpassung gleich.

    Beispiel: Nach dem Umzug in eine grössere Wohnung gönnte sich Jonas eine moderne Heimkino-Anlage mit Leinwand und Surround-System. Weil er auf die automatische Summenanpassung vertraute, prüfte er seine Versicherungssumme nicht und übersah, dass sein neuer Hausrat gar nicht vollständig abgesichert ist.

Was sagt die Versicherungssumme wirklich aus?

Die richtige Versicherungssumme entspricht dem Betrag, den es heute braucht, um alles neu zu kaufen – vom Sofa bis zur Pfanne, vom Fahrrad bis zur Gitarre. Wichtig: Auch günstige Stücke aus dem Brockenhaus oder geerbte Möbel zählen zum Neuwert.

Ist die Summe im Vertrag zu tief, wird die Entschädigung im Schadenfall gekürzt, selbst wenn nur ein Teil betroffen ist. Bei einem Totalschaden wird höchstens die vereinbarte Summe bezahlt, auch wenn der tatsächliche Schaden viel höher liegt.

So wirkt sich eine Unterversicherung im Schadenfall aus.

Beispiel 1:  Totalschaden nach Brand

  • Vertragliche Versicherungssumme: 
    CHF 100’000.–
  • Tatsächlicher Neuwert Hausrat: 
    CHF 150’000.–
  • Schaden: 
    CHF 150’000.–
  • Auszahlung: 
    CHF 100’000.– (minus CHF 200.– Selbstbehalt)


Eigenanteil:
CHF 50’200.–


Im Totalschaden gilt immer die Vertragssumme als Obergrenze – egal, wie hoch der tatsächliche Schaden ist.

Beispiel 2: Einbruch und Ihre Technik wurde gestohlen

  • Vertragliche Versicherungssumme: 
    60‘000 CHF
  • Tatsächlicher Neuwert Hausrat: 
    100‘000 CHF 
    (Unterversicherung von 40 %)
  • Schaden: 
    5‘000 CHF
  • Auszahlung: 
    60 % von CHF 5’000.– = CHF 3’000.– (minus CHF 200.– Selbstbehalt)


Eigenanteil:
CHF 2’200.–


Bei Unterversicherung wird jeder Teilschaden anteilsmässig gekürzt – nicht nur im Totalschaden.

Zusatzdeckungen im Blick behalten

Ein gestohlenes E-Bike oder eine Kamera sind oft mehr wert, als Standarddeckungen abdecken. Prüfen Sie deshalb auch Ihre Zusatzdeckungen (z. B. «einfacher Diebstahl auswärts»), damit Ihre Mobilität und Lieblingsstücke im Ernstfall abgesichert bleiben.

Ein paar sitzt auf dem Fahrrad und fährt einen Feldweg entlang
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