Wohnwelt

Die fünf Phasen beim Umbau

Wer geschickt planen will, sollte die verschiedenen Bauphasen kennen und klar trennen.

PLANUNG
05.01.2022
4 MIN. LESEZEIT

Sie haben den Entscheid gefällt: Eine neue Küche, ein neues Bad, neue Fenster oder _____ (tragen Sie hier Ihr Projekt ein) sollen her. Damit sind Sie schon mitten in der ersten Phase des Umbaus. Es ist die wichtigste Phase.

Für die Planung ist es hilfreich, wenn Sie die Etappen Ihres Umbaus klar trennen. So treffen Sie die richtigen Entscheide früh und verhindern später Verzögerungen. Wie viele Phasen Sie dabei unterscheiden, spielt eigentlich keine Rolle. In der Ratgeberliteratur sind es mal nur drei, oft fünf und auch mal neun. Die Phasen haben zudem unterschiedliche Namen. Was bei allen gleich ist, ist der Gesamtablauf des Umbaus.

Wir gehen von fünf Phasen aus:

1Erste Phase: Die Grobplanung

In dieser Phase entscheiden Sie, was Ihr Umbauprojekt ist. Beantworten Sie die grundlegendsten W-Fragen: Was wollen Sie verändern? Wer soll bauen? Wie viel darf es kosten? Was ist Ihr Zeithorizont? Beschreiben Sie Ihr Projekt so genau wie möglich. Informieren Sie sich über Möglichkeiten, Materialien und Kosten. Holen Sie sich Inspiration und setzen Sie klare Prioritäten.

Alles, was Sie in dieser Phase entscheiden, kann später nicht oder nur aufwändig und teuer wieder geändert werden. Lassen Sie sich also genügend Zeit und ziehen Sie Fachleute bei, wenn Sie unsicher sind. Bringen Sie Ihre Vorstellungen als Abschluss der Phase zu Papier, zeichnen Sie erste Skizzen und schätzen Sie den Zeitaufwand und die Kosten grob. Ein Architekt kann Sie bei dieser Grundlagenarbeit unterstützen.

2Zweite Phase: Die Baueingabe

Bei Umbauten ist oft unklar, ob Sie dafür eine Baubewilligung brauchen. Hier gilt das Ausschlussprinzip: Keine Baubewilligung brauchen übliche Umbauten von Bad oder Küche oder die Sanierung von Wasser- und Elektroanschlüssen. Auch wenn Sie lediglich Wände oder Türen versetzen, müssen Sie keine Baueingabe machen. Bei allen anderen Vorhaben sollten Sie sich bei der örtlichen Baubehörde informieren. Vor allem, wenn sie von aussen sichtbar sind. Machen Sie das unbedingt, bevor Sie die nächsten Schritte angehen. Um Rekurse und Beschwerden zu vermeiden, sollten Sie auch Ihre Nachbarn frühzeitig in Kenntnis setzen und ihre Anliegen aufnehmen.

Welche Pläne und Formulare Sie für eine Baubewilligung einreichen und ausfüllen müssen, sagt Ihnen die zuständige Baubehörde. Fachleute sind dabei eine fast unverzichtbare Hilfe. Hat es Fehler in der Baueingabe, wird sie zurückgewiesen. Fehlen Dokumente, müssen sie nachgereicht werden.

Seien Sie sich bewusst, dass diese Phase lange dauern kann. Sie oder ein Architekt brauchen Zeit, die Unterlagen korrekt vorzubereiten. Dann kommt es auf das Verfahren an. Geht es um kleinere Bauvorhaben, reicht ein sogenanntes Anzeigeverfahren. Dieses ist in 30 Tagen abgeschlossen. Bei grösseren Bauten im ordentlichen Verfahren haben die Behörden zwei bis vier Monate Zeit für die Überprüfung.

3Dritte Phase: Die Detailplanung

Meist beginnen Architekten schon mit der Detailplanung, bevor alle Genehmigungen da sind. In dieser Phase holen sie Offerten ein und erstellen detaillierte Kosten- und Zeitpläne. Als Bauherr:in treffen Sie in dieser Zeit sehr viele Entscheidungen.

Jetzt gilt es auch, einen Ausführungsplan zu erstellen. Dieser enthält alle nötigen Informationen für die Baufirmen. Er ist deutlich detaillierter als der Plan, den es fürs Baugesuch benötigt. Zum Vergleich: Ist eine Wand im ersten Plan nur eine Linie, sind im Ausführungsplan auch die Isolierung und die elektrischen Leitungen eingezeichnet.

Noch in der Planungsphase sollten Sie – beziehungsweise die beauftragten Firmen – mit der Materialbeschaffung starten oder diese mindestens abklären. Brauchen Sie zum Beispiel eine spezielle Küchenoberfläche oder massgeschneiderte Fenster, können bis zur Lieferung Wochen oder sogar Monate vergehen.

4Vierte Phase: Der Umbau

Nun beginnen endlich die Bauarbeiten. Sie können starten, sobald alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. Machen Sie die Bauleitung selbst, ist das für Sie eine sehr intensive Phase. Haben Sie eine Bauleitung, die den Baufortschritt überwacht, wird es ruhiger.

Als Bauherr:in müssen Sie jetzt regelmässig Detailentscheide fällen. Zudem erhalten Sie laufend Rechnungen, die Sie prüfen und zahlen müssen. Halten Sie sich ansonsten aber eher zurück, auch wenn es schwerfällt. Wenn Sie jetzt noch neue Wünsche anbringen und Änderungen verlangen, bringen Sie die Abläufe durcheinander und erhöhen die Kosten.

5Fünfte Phase: Die Übergabe

Der langersehnte Tag ist gekommen. Der Umbau ist fertig, das Zuhause gehört wieder ganz Ihnen. Zumindest fast. Am Übergabetag folgt noch die Bauabnahme. Kontrollieren Sie alles genau auf Mängel und Schäden. Die meisten werden innert kurzer Frist von den verantwortlichen Unternehmen behoben. Es wird dennoch ein paar Wochen brauchen, bis alles abgeschlossen ist und auch die letzte Rechnung im Briefkasten landet.

Spätestens jetzt ist die schönste Phase angebrochen: Die Freude am neuen Zuhause. Nehmen Sie sich dafür am besten alle Zeit der Welt.

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