Wohnwelt

Der clevere Zeitplan – wie der Umbau schnell fertig wird

Ein gutes Zeitmanagement ist beim Umbau ein Muss. Die Basis dafür ist ein realistischer und durchdachter Zeitplan.

PLANUNG
07.02.2022
4 MIN. LESEZEIT

Zeit ist beim Bauen immer knapp. Wirklich immer. Die richtige Planung ist deshalb die halbe Miete. Am besten geht das durch einen klaren, strukturierten Zeitplan. Was gilt es dabei zu beachten?

 

Warum braucht es einen Zeitplan?

Die schnelle Antwort: Damit Sie selbst den Überblick haben. Der Zeitplan zeigt, welche Arbeit wie lange braucht, welche Arbeitsschritte voneinander abhängen und welches die wichtigsten Meilensteine sind. So kann zum Beispiel der Maler erst beginnen, wenn der Gipser fertig ist. Die Zwischenabnahme der Malerarbeit ist deshalb ein Meilenstein.

Solche Abhängigkeiten müssen Sie erkennen und einplanen. Sie werden erst recht wichtig, wenn es bei einer Arbeit zu Verzögerungen kommt. Dank des Zeitplans sehen Sie sofort, welche anderen Arbeiten sich ebenfalls verschieben, welche Baufirmen Sie informieren müssen und ob sogar das Enddatum oder Ihr Umzug in Gefahr ist.

 

Brauche ich ein spezielles Programm oder Tool?

Im Grunde ist ein Zeitplan ein normaler Projektplan. Dafür gibt es haufenweise Programme und Tools im Internet. Viele sind sogar relativ einfach zu bedienen. Gratisversionen sind allerdings schwierig zu finden oder dann ist zwar die Basisversion gratis, aber schon das Ausdrucken ohne Wasserzeichen kostet. Hier lohnt es sich, eine Stunde für die Auswahl des richtigen Programms aufzuwenden.

Eine Alternative sind Excel-Tabellen. Sie reichen für einfache Zeitpläne und es gibt auch Vorlagen für komplexere Bauprojekte. Abhängigkeiten können Sie damit aber weniger gut darstellen und bei Verzögerungen verschieben sich nicht automatisch andere Arbeitsschritte mit.

 

Wie weiss ich, wo ich im Plan stehe?

Als Laie ist das schwierig einzuschätzen. Es gibt auf der Baustelle Arbeiten, bei denen sehen Sie lange keinen Fortschritt, und dann geht es rasend schnell. Bei anderen passiert anfangs viel und dann scheinbar nichts mehr. Das sichtbare Ergebnis allein sagt also wenig über den Fortschritt aus. Lassen Sie sich die Arbeit von den Handwerker:innen erklären, holen Sie eine Fachperson hinzu und machen Sie von Anfang an regelmässige Standortbestimmungen ab.

 

Wie kann ich Zeit sparen?

Liegen Sie erstmal hinter dem Plan, ist Aufholen schwierig, ausser Sie haben Puffer eingeplant. Ansonsten müssten Sie entweder die Ressourcen erhöhen und zusätzliche Handwerker aufbieten oder den Leistungsumfang kürzen. Hier wird oft das sogenannte Pareto-Prinzip bemüht. Es besagt, dass sich 80% des Ergebnisses mit nur 20% des Aufwands erzielen lassen. Auf der Baustelle funktioniert die 80-zu-20-Regel zum Beispiel beim Aufräumen. Entfernen Sie den groben Abfall, geht das sehr schnell und die Wirkung ist gross. Tägliches Wischen und genaues Putzen braucht hingegen sehr viel Zeit und bringt vergleichsweise wenig. Verzichten Sie darauf, lässt sich sicher etwas Zeit gutmachen. Aber Achtung: Oft sind es beim Bau auch die letzten 20%, die bei einer Arbeit die Qualität ausmachen. Zudem ist das Pareto-Prinzip nicht auf alle Arbeiten anwendbar.

 

Warum kann sich der Zeitplan verschieben?

Es gibt Gründe, für die Sie selbst die Verantwortung tragen. So können Sie einen Zeitplan nur einhalten, wenn er realistisch ist. Wer unklare Ziele hat und falsche Prioritäten setzt, wird also unweigerlich danebenliegen. Ein häufiger Grund für Verzögerungen ist auch, dass Bauherr:innen ihre Eigenleistung überschätzen. Sie haben dann länger für eine Arbeit oder müssen auf Helfer warten.

Daneben gibt es diverse Gründe, für die Sie selbst nichts können. Dazu zählen der Ausfall von Handwerker:innen, Lieferprobleme oder Baumängel. Eine grosse Rolle spielt auch das Wetter. Extreme Witterungsverhältnisse wie grosse Hitze oder Dauerregen können die Bauarbeiten verlangsamen. Normale saisonale Bedingungen sollten Sie hingegen von Anfang an einplanen.

 

Welche Tipps sollte ich beachten?

  • Der Wichtigste: Planen Sie Puffer ein.
  • Prüfen Sie den Stand der Arbeiten regelmässig. So erkennen Sie im besten Fall frühzeitig, wenn Verzögerungen drohen, und können noch eingreifen.
  • Holen Sie Unterstützung von Fachexperten, wenn Sie den Fortschritt einzelner Arbeitsschritte nicht abschätzen können.
  • Erstellen Sie neben dem Gesamtzeitplan auch kleinere Zeitpläne, zum Beispiel Tagespläne und eine Wochen-Vorausplanung. Sprechen Sie diese mit den Baufirmen ab.
  • Delegieren Sie Entscheidungen. Sind die Zuständigkeiten unklar oder sind Sie nicht erreichbar, kann das ein grosser Zeitfresser sein. Sie können auch jemanden auf der Baustelle als Ihre Stellvertretung bestimmen.
  • Finden Sie die Balance zwischen Kontrolle und Vertrauen. Wenn Sie alles kontrollieren und Handwerker:innen Ihnen jeden Schritt erklären müssen, kostet das beide viel Zeit. Unterscheiden Sie, ob etwas wirklich wichtig ist oder nicht.