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die Mobiliar

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Coronakrise: Anlegen in Zeiten der Pandemie (2/2020)

Donnerstag, 23. April 2020

Der Start ins neue Jahr begann an den Finanzmärkten vielversprechend. Bis Mitte Februar entwickelten sich die Aktienmärkte positiv und honorierten so die Chancen auf eine konjunkturelle Verbesserung. Doch das Coronavirus wurde zum «Spielverderber». Die schnelle Ausbreitung des Virus über den ganzen Globus hinweg, veranlasste die meisten Regierungen dazu, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung stark einzuschränken. Dies, um die Ansteckungsgeschwindigkeit zu verlangsamen, Risikogruppen zu schützen und einer möglichen Überlastung im Gesundheitswesen vorzubeugen. Für einen grossen Teil der Wirtschaft bedeuteten diese Massnahmen jedoch, dass von heute auf morgen die Geschäfte ruhten. Die Vermutung liegt nahe, dass es zu einer tiefen globalen Rezession kommen wird. Wie hoch diese ausfallen wird, ist abhängig von der Dauer der Pandemie und des wirtschaftlichen Stillstands. Da Börsen solch erwartete Entwicklungen vorwegnehmen, haben die Aktienmärkte entsprechend stark negativ reagiert (siehe Grafik Performance der Aktienmärkte von Januar bis Anfang April 2020).

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Wirtschaftlicher Schaden schwer abschätzbar

Das Ausmass des wirtschaftlichen Schadens können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Vieles hängt davon ab, wie lange die getroffenen Massnahmen anhalten und wie effektiv die geld- und fiskalpolitischen Massnahmen entgegenwirken werden. Trotz Stützungsmassnahmen der Regierungen und Notenbanken, um die negativen Folgen der wirtschaftlichen Lähmung zu lindern, stellt sich die Frage, inwiefern sich das Investitions- und Konsumverhalten möglicherweise verändern wird. Auch hat uns die Pandemie aufgezeigt, wie verletzlich und abhängig die Wirtschaft aufgrund der globalen Vernetzung geworden ist.

So legt die Mobiliar während Corona an

Für uns als Anleger zahlt sich in dieser schwierigen Zeit aus, dass die Investitionen entsprechend unserer Philosophie auf Qualität ausgerichtet sind. Verluste können damit zwar nicht verhindert werden, jedoch sind unsere Portfolios überdurchschnittlich robust. Sowohl bei Aktien wie auch bei Unternehmensobligationen verfügen unsere Anlagen über die Stärke, eine Rezession durchzustehen. Zudem hat die Investition in Gold dazu beigetragen, die Verluste in den Portfolios zu reduzieren. Das Edelmetall konnte seine Krisenresistenz ein weiteres Mal unter Beweis stellen (siehe Grafik Preisverlauf des Goldes seit 2018).

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Weitere Entwicklungen an den Märkten

Wie nachhaltig die zuletzt zu beobachtende Erholung der Aktienmärkte ist, wird sich weisen müssen. Wegen der sehr schnellen und starken Erholung der letzten Wochen und der vielen offenen Fragen, können wir nicht ausschliessen, dass es nochmals zu einer Verkaufswelle kommen kann. Wir bleiben daher vorsichtig positioniert. Wir gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im Verlaufe der zweiten Jahreshälfte erholen wird. Diese sollte im Jahr 2021 an Fahrt gewinnen. Die Pandemie kann dazu beitragen, strukturelle Entwicklungen zu beschleunigen. Beispielsweise die Digitalisierung, die mit entsprechenden Investitionen in die dazu gehörende Infrastruktur vorangetrieben wird. Zusätzlich können die lancierten grossen Fiskalprogramme zu weiterem Wachstum beitragen. Die mittelfristigen Perspektiven für Aktien scheinen somit intakt zu sein. Auch werden die Anlagealternativen nach der Coronakrise nochmals kleiner sein. Die Konvergenz des globalen Zinsniveaus gegen Null und die Verschuldung haben einen weiteren, wenig erfreulichen, Meilenstein erreicht. Aus diesem Grund bleibt auch Gold weiterhin ein wichtiger Bestandteil in unseren Portfolios.

 

Obligationen

 

Zinsen

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Die US-Notenbank (Fed) senkte im März die Leitzinsen als Reaktion auf die Coronakrise um überraschende weitere 150 Basispunkte auf ein Zielband von Null bis 0.25 Prozent. Zudem kündigte sie ein neues Programm zum Kauf von Anleihen an, das mindestens 700 Milliarden Dollar schwer sein soll. Diese Massnahmen haben zum Ziel, eine globale Finanzkrise zu verhindern. Indem sie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus und den Ölpreisschock mildern und die Liquidität an den Kreditmärkten aufrechterhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) zog mit der geldpolitischen Unterstützung der Fed nach, was zu einer Stabilisierung der Zins- und Kreditmärkte führte. Nichtsdestotrotz verzeichnete der Schweizer Anleihenmarkt wegen steigender Zinsen und Kreditspreads eine negative Performance im ersten Quartal.

Spreads

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Die aufkommende Unsicherheit, wie sich das Coronavirus auf die Wirtschaft auswirken wird, und der markant gesunkene Ölpreis, führten zu einem Marktungleichgewicht. Konkret konnte in den letzten Wochen ein starker Überhang auf der Verkäuferseite von Anleihen beobachtet werden, was einen starken Anstieg der Kreditspreads auf Unternehmensanleihen zur Folge hatte. Das Ungleichgewicht entstand am Schweizer Markt jedoch hauptsächlich durch einen Überhang auf der Verkäuferseite und nicht primär durch eine Verschlechterung der Kreditqualität

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Aktien

Global

Erwartet wurde ein Jahr geprägt von tiefen Zinsen, einer Wirtschaft die Fahrt aufnimmt und Unternehmen, die wieder steigende Gewinne produzieren. Wichtige Aktienmärkte erreichten bis Mitte Februar neue Höchststände. Bereits früh ins Taumeln kam der chinesische Aktienmarkt, als sich das Coronavirus in Windeseile in China verbreitete und die heimische Wirtschaft zum Stillstand kam. So wie sich das Virus von Ost nach West unaufhaltsam weiterverbreitete, kamen die Märkte in Europa und den USA immer mehr unter Druck. Dies endete schliesslich im März in einer regelrechten Verkaufspanik. Der Volatilitätsindex, ein Massstab für die Angst der Marktteilnehmer, stieg auf ein Niveau, wie es das letzte Mal in der Finanzkrise 2008 der Fall war (siehe Grafik Verlauf des Volatilitätsindex seit der Finanzkrise 2008).

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Mit umfassenden geld- und fiskalpolitischen Massnahmen versuchen die Notenbanken und die Regierungen den durch den Lockdown in den meisten Ländern verursachte, weitläufige, wirtschaftliche Schaden zu mindern. Durch die «Flutung» des Systems mit billigem Geld, soll die Angst vor einer weiteren Finanzkrise im Keim erstickt werden. Die Aktienmärkte scheinen auf die ausserordentlichen Massnahmen zu reagieren und einen Boden gefunden zu haben. Von Visibilität bei den Unternehmen zu sprechen ist aber bei weitem verfrüht. In den nächsten Wochen werden die börsenkotierten Firmen bei der Bekanntgabe ihrer Erstquartalszahlen versuchen, den entstandenen Schaden zu quantifizieren, der durch den Lockdown und unterbrochene Lieferketten verursacht wurde. Sie werden entsprechend die Jahresprognosen anpassen. Der Nebel wird sich aber nicht vor Abschluss des zweiten Quartals lichten.

Schweiz

Schweizer Aktien konnten in dieser Phase wieder einmal ihren defensiven Charakter ausspielen. Sie verloren von allen westlichen Aktienmärkten am wenigsten. Die Schwergewichte Nestlé und Roche, Synonyme für sichere Häfen, konnten sich dem allgemeinen Abwärtstrend entziehen und verteidigten das Niveau von Anfang Jahr erfolgreich. Zyklischere Aktien wie die Banken, sowie Small- und Mid-Cap-Aktien verloren dagegen überdurchschnittlich viel. Die Visibilität ist auch für die meisten Schweizer Unternehmen gering und wird sich erst verbessern, wenn klar ist, wie und wann die Wirtschaft wieder voll hochgefahren wird.

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