mobi__icon--right Created with Sketch.

die Mobiliar

Unwetterschäden: Bisher weniger als in anderen Jahren

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnet die Mobiliar unterdurchschnittlich viele Schäden durch Stürme, Hagel und andere Naturereignisse. Ein Drittel der Schadensumme hat Sturm Sabine Anfang Jahr verursacht.

Als Sturm Sabine im Februar über Europa fegte, blieb die Schweiz nicht verschont. Die ganz grossen Schäden blieben jedoch aus. Trotzdem war Sabine das teuerste Unwetterereignis im ersten Halbjahr 2020 für die Mobiliar: 10,7 Mio. Franken kostete die Begleichung der Schäden, die vor allem an Gebäuden und Fahrzeugen entstanden. Kurz davor verursachte Sturm Petra Schäden in Höhe von 5,2 Mio. Franken. «Danach blieb es ruhiger als in anderen Jahren», sagt Patric Deflorin, Leiter Versicherungen bei der Mobiliar.  

Die beiden Stürme machen fast die Hälfte des ganzen Unwetter-Schadenaufwands für die Mobiliar im ersten Halbjahr aus. Zum Vergleich: Allein Sturm Burglind verursachte vor zwei Jahren Schäden in Höhe von 28,5 Mio. Franken, Lothar 1999 gar 72,6 Mio.

Wenig Hagel und Sommergewitter

«Autofahrerinnen und Autofahrer meldeten uns kaum Hagelschäden, die Schweiz wurde von grösseren Hagelzügen verschont», sagt Patric Deflorin. «Mit unserem grossen Marktanteil in der Autoversicherung wirkt sich dies positiv auf unseren Schadenzahlungen aus.»

Die Entwicklung ging nach den ersten sechs Monaten ähnlich weiter: Grossflächige Sommerunwetter blieben aus – mit Ausnahme des Starkregens im Tessin Ende August. «Hilfreich war, dass die Böden viel Wasser aufnehmen konnten. Die Dauer der starken Regenfälle waren glücklicherweise jeweils kurz, so dass die Flüsse und der Lago Maggiore nicht über die Ufer getreten sind», so Deflorin. Der Schadenaufwand blieb überschaubar.

Elementarereignisse verstehen

Um das Elementarschadenrisiko besser zu verstehen, arbeitet die Mobiliar eng mit der Universität Bern zusammen. Das Mobiliar Lab für Naturrisiken geht der Frage nach, was etwa bei Sturm, Hagel oder Überschwemmungen genau passiert. «Zusammen mit der Uni Bern versuchen wir auch herauszufinden, welche Schäden im Ereignisfall entstehen können», sagt Luzius Thomi, Leiter Geoanalyse & Naturrisiken der Mobiliar.

Gewitter, die nicht weiterziehen

«Wir stellten in den letzten Jahren fest, dass es aufgrund von heftigen, stationären Gewittern lokal immer wieder zu sehr hohen Schäden gekommen ist», sagt Thomi. Zum Beispiel 2017 in Zofingen oder 2019 im Val-de-Ruz. Für die Schadenbilanz ist es daher entscheidend, ob sich ein Unwetter über stark besiedeltem Gebiet ereignet oder nicht.

Die Mobiliar unterstützt Gemeinden in der Elementarschadenprävention – bisher fast 150 Projekte in der ganzen Schweiz. Im letzten Jahr hat sie zudem fünf Stützpunktfeuerwehren in besonders exponierten Regionen ein System im Kampf gegen Hochwasser geschenkt: Einen mobilen Container mit modularen Schutzdämmen.

Schadenarm war das Jahr 2020 für die Mobiliar trotz weniger Elementarschäden bisher aber keineswegs: Für die Begleichung von Schäden aufgrund von Covid-19 wendete die Mobiliar insgesamt über 340 Mio. Franken auf.

Täglich gehen bei der Mobiliar 2500 bis 3000 Schadenmeldungen aller Art ein.

 

Das Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern zeigt, was bei Überschwemmungen passieren kann und wo es zu Ereignissen gekommen ist:

  • www.schadenpotenzial.ch zeigt für jede Gemeinde in der Schweiz, wie viele Gebäude, Personen, Arbeitsplätze, Spitäler, Schulen usw. von Überschwemmungen betroffen sein könnten.
  • www.schadensimulator.ch zeigt für jede Gemeinde in der Schweiz, wie hoch die Gebäudeschäden im Fall einer grossen Überschwemmung sein könnten.
  • www.ueberschwemmungsgedaechtnis.ch umfasst knapp 4000 Bilder aus acht Jahrhunderten von Überschwemmungen in der Schweiz.

Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt und jedes dritte Unternehmen in der Schweiz sind bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2019 ein Prämienvolumen von 3.951 Mia. Franken auf. 79 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den über 2.1 Millionen Kundinnen und Kunden. Zu der unter dem Dach der Schweizerischen Mobiliar Holding AG zusammengefassten Versicherungsgruppe gehören die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG mit Sitz in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG mit Sitz in Nyon, die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Schweizerische Mobiliar Services AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Renens, SC, SwissCaution SA mit Sitz in Nyon und bexio AG mit Sitz in Rapperswil. Zur Gruppe gehören ferner die Protekta Risiko-Beratungs-AG, die Mobi24 Call-Service-Center AG, die XpertCenter AG und aroov AG, alle mit Sitz in Bern sowie Companjon (ANAVON DAC) mit Sitz in Dublin/Irland. 
 
Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein rund 5700 Mitarbeitende und bietet 341 Ausbildungsplätze an. Die Mobiliar, 1826 als Genossenschaft gegründet, ist die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz. Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft stellt bis heute sicher, dass die genossenschaftliche Ausrichtung der Gruppe gewahrt bleibt.