Tradition, Gegenwart und Zukunft

Montag, 23. Februar 2015

In der Ausstellungsreihe Kunst & Nachhaltigkeit befasst sich die Mobiliar aktuell gleich mit drei Projekten: mit einem partizipativen Langzeitprojekt zur Geschichte der Mobiliar, mit einer Lounge, die erst durch ihre Belebung zur raumfüllenden Inszenierung wird sowie mit dem Prix Mobilière, dem Preis für junge Schweizer Kunst. Kurz: mit Tradition, Gegenwart und Zukunft.

Arbeit von Raphael Hefti, Gewinner des Prix Mobilière 2015

Die Ausstellung ist ab 27. Februar 2015 am Hauptsitz der Mobiliar an der Bundesgasse 35 in Bern zu sehen. Sie beinhaltet drei Projekte:

Es begann im Jahre 1826: Kapitel 1 eines partizipativen Langzeitprojektes

Das erste Kapitel des partizipativen Langzeitprojektes «Es begann im Jahre 1826» widmet sich den Anfängen der Mobiliar und den Wurzeln ihrer starken Überzeugung. Historische Fakten und Dokumente werden begleitet von der Neoninstallation «Bazar Rogatka» (2012) der beiden jungen Künstler Georg Keller & Zofia Kwasieborska. Dieses Werk, das die Mobiliar erst kürzlich für die Sammlung erworben hat, rückt den Markt als eine heute schon fast nostalgische Form des Handels ins Licht.

Die Mobiliar präsentiert diese Arbeit, weil sie einen Mythos der Mobiliar-Geschichte reflektiert, gemäss dem die Policen anfänglich auch mit Naturalien beglichen werden konnten. «In unserem ersten Kapitel gehen wir diesem Mythos nach und starten eine Reise in die Vergangenheit, mit den Erfahrungen der Gegenwart», sagt Dorothea Strauss, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin Corporate Social Responsibility.

Das erste Kapitel der Geschichte der genossenschaftlichen Mobiliar ist auch zugleich eine Einladung: «Wir möchten unser Publikum herzlich auffordern, mit uns gemeinsam die Geschichte der Mobiliar zu erzählen», sagt Dorothea Strauss. Etappenweise soll in den kommenden Jahren die gesamte Unternehmensgeschichte durchleuchtet werden. Was wissen Besucherinnen und Besucher noch alles über die Mobiliar? Haben sie historische Dokumente zu Hause? Vielleicht sogar Policen aus dem 19. Jahrhundert? «Wir fordern unser Publikum auf, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen und uns leihweise Gegenstände und wichtige historische Dokumente zu überlassen, damit wir sie einem breiten Publikum vorstellen», so Dorothea Strauss.

Wichtige Ankerpunkte dieser Aufarbeitung finden sich auch in der Kunstsammlung, welche die Mobiliar seit Ende der 1930-er Jahre aufbaut. Ein Kunstwerk kann ein zeithistorisches Dokument sein, durch das man den jeweiligen Geist einer Epoche erleben kann, wie es auch eine zeitlose Qualität hat. «Denn Kunstwerke bieten uns überraschende Übungsfelder für kreatives und innovatives Denken und Handeln. Der Umgang mit Kunst lehrt uns die Fähigkeit zum Gespräch», sagt die Kuratorin.

Prix Mobilière 2015: Ausstellung aller nominierten Künstlerinnen und Künstler

Sieben namhafte Kuratorinnen und Kuratoren nominierten dieses Jahr jeweils eine junge Künstlerposition für den Prix Mobilière. Das Ergebnis ist ein spannender Querschnitt der vitalen jungen Schweizer Kunstszene. Diesen macht die Mobiliar einem breiten Publikum zugänglich und realisiert deshalb eine umfangreiche Gruppenausstellung. Sie war Ende Januar an der artgenève in Genf zu sehen und wird nun – neu inszeniert – in den Ausstellungsräumen der Mobiliar Direktion in Bern gezeigt.

Zu sehen sind Werke von: Nicolas Cilins (*1985, lebt in Genf), Bernhard Hegglin (*1989 in Zürich, lebt in Zürich), Sophie Hofer und Mariann Oppliger (*1981 in Bern, lebt in Biel / *1982 in Bern, lebt in Bern), Raphael Hefti (*1978 in Biel, lebt in Zürich und London), Thomas Julier (*1983 in Brig, lebt in Zürich und Brig), Nicolas Party (*1980 in Lausanne, lebt in Brüssel), Hannah Weinberger (*1988 in Filderstadt, lebt in Basel). Zur Ausstellung ist eine 80-seitige Publikation erschienen (d/f).

Raphael Hefti wurde zum Gewinner des Prix Mobilière 2015 gewählt. Die Jury fasst ihre Entscheidung zusammen: «Raphael Hefti widmet sich in seiner künstlerischen Arbeit dem Experiment und der Erforschung alltäglicher Materialien wie Glas, Eisen oder Fotopapier, indem er sie ungewohnten Prozessen und exzessiven Behandlungen aussetzt. Dabei entstehen skulpturale Objekte und Bilder von aufregender Schönheit. Ein Effekt, der uns unsere Eingeschränktheit in der von der Industrie und von Konditionierungen diktierten Wahrnehmung buchstäblich vor Augen führt.»

Auch die Mitarbeitenden der Mobiliar hat Hefti überzeugt: Sie haben ihn zum Gewinner des internen Anerkennungspreises Notre Prix Mobilière gewählt.

Llloblyekk && Bboolyekk: Die Lounge von Kerim Seiler

Hinter dem geheimnisvollen Titel «Llloblyekk && Bboolyekk» verbirgt sich die von Kerim Seiler (*1974 in Bern) neu inszenierte Lounge-Zone der Mobiliar – eine Gesamtinstallation, die Seiler eigens für die Räume der Mobiliar konzipiert hat.

In Anlehnung an den rot-blauen Kultstuhl von Gerrit Thomas Rietveld hat Kerim Seiler eine spektakuläre und farbgewaltige skulpturale Wartezone für die Mobiliar entwickelt. Diese bietet Gästen und Mitarbeitenden einen inspirierenden Aufenthaltsort. Es entsteht eine Synthese von Raum und Zeit, Ort und Geist. Seit 2013 ist die Gestaltung der Mobiliar-Lounge in die Konzeption der Ausstellungen integriert. «Dahinter steht unsere Überzeugung, dass Künstlerinnen und Künstler wichtige Impulse setzen für ein positives und verantwortungsvolles Zusammenleben und -arbeiten, sagt Dorothea Strauss.

Das historische Zitat des Rietveld-Stuhls verändert Seiler aber nicht nur formal und farblich, vielmehr verbindet er seine Stuhlskulpturen auch zu einer dicht verwobenen Gesamtstruktur. Es entsteht eine raumfüllende Inszenierung, die erst durch die dort verweilenden Menschen komplettiert wird. Ein autonomes Kunstwerk also – die Lounge – verbindet sich mit einer sozialen Skulptur, in der jedes Gespräch, jeder Gedanke die Qualität einer einzigartigen Bedeutung erhält. Dies ist eine für Kerim Seiler typische Arbeitsweise: Immer wieder gelingt es ihm, mit seinen Werken unverwechselbare Orte der Begegnung zwischen Kunst und Leben zu kreieren.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der auf überraschende Weise zur genossenschaftlichen Tradition der Mobiliar passt: Als das Projekt mit Kerim Seiler in Planung war – er lebt in Zürich, Berlin und Johannisburg –, stellte sich heraus, dass er ein Nachfahre von Anna Seiler ist, er ist ihr Ur-Grossneffe in 18. Generation. Die Berner Ratsherrentochter stiftete im Jahr 1354 ein Hospital zur «unentgeltlichen Behandlung und Pflege mit dreizehn Betten, das ‹stets und ewig› Bestand haben sollte». Genau so ist es auch gekommen: Noch heute kennt man in Bern das Seilerin-Spital unter dem Namen Inselspital – das heutige Universitätsspital.

Kunst & Nachhaltigkeit Vol. 3
Es begann im Jahre 1826 / Llloblyekk && Bboolyekk / Prix Mobilière 2015
27. Februar – 31. Juli 2015, Direktion Die Mobiliar, Bundesgasse 35, Bern

Öffnungszeiten Mo – Fr 7 bis 17 Uhr, am Wochenende geschlossen
Vernissage Donnerstag, 26. Februar 2015, 17.00 Uhr
Es sprechen: Markus Hongler CEO, Dorothea Strauss, Leiterin CSR

Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt in der Schweiz ist bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2016 ein Prämienvolumen von 3.630 Mia. Franken auf. 79 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den 1.7 Millionen Kunden. Die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG ist in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG in Nyon domiziliert. Zur Gruppe gehören ferner die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Protekta Risiko-Beratungs-AG, die Mobi24 Call-Service-Center AG und die XpertCenter AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Renens und SC, SwissCaution SA mit Sitz in Bussigny.

Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein mehr als 4900 Mitarbeitende und bietet 327 Ausbildungsplätze an. Sie ist die älteste private Versicherungsgesellschaft des Landes und seit ihrer Gründung 1826 genossenschaftlich verankert.

Gesellschaftliches Engagement mit vielen Facetten

Kunst- und Kulturförderung zählen seit vielen Jahren zum gesellschaftlichen Auftrag der Mobiliar. Dazu gehören auch die Unterstützung des Dokumentarfilm-Festivals «Visions du Réel» in Nyon und neu die Hauptpartnerschaft mit dem «Festival del film» in Locarno. Ausserdem unterstützt die Mobiliar Forschungsprojekte an der Universität Bern, der ETH Zürich und der EPF Lausanne. Sie ermöglicht und initiiert schweizweit neue Dialoge zwischen Kunst und Gesellschaft, fördert Präventionsprojekte zum Schutz vor Naturgefahren in verschiedenen Regionen des Landes und stärkt die Innovationskraft von Schweizer KMU. Weitere Informationen zum Gesellschaftsengagement der Mobiliar unter mobiliar.ch/engagement.