Jahresergebnis 2012 der Mobiliar: Starker Leistungsausweis

Freitag, 12. April 2013

Mit einem sehr guten konsolidierten Gewinn von 235,8 Mio. Franken nach a.o. Aufwand von 190,0 Mio. Franken für Strukturmassnahmen zu Gunsten der Pensionskassen hat die Mobiliar für 2012 einen starken Leistungsausweis präsentiert. Das herausragende Prämienwachstum von 3,9% der Gruppe erreichte mehr als das Doppelte der Markt­entwicklung (1,5%). Im Nicht-Lebengeschäft war die Mobiliar sogar dreimal so schnell unterwegs wie die Branche im Durchschnitt. Markant über Vorjahr schloss das Ergebnis des Finanzgeschäfts. 

Die Mobiliar hat einmal mehr ihr Ziel erreicht, über dem Markt zu wachsen. Besonders erfreulich ist, dass weder das Wachstum noch hohe Leistungen an die Kunden, zum Beispiel für die aus­sergewöhnlichen Frostschäden im Frühjahr 2012, der Profitabilität etwas anhaben konnten.

Gesamtergebnis

Das konsolidierte Ergebnis der Mobiliar ist mit 235,8 Mio. Franken sehr gut ausgefallen. Dieser Gewinnausweis beinhaltet einen ausserordentlichen Aufwand von 190,0 Mio. Franken für Struk­turmassnahmen zu Gunsten der Personalvorsorgeeinrichtungen. Ohne diesen Zuschuss wäre der Vorjahresgewinn (331,3 Mio. Franken) deutlich übertroffen worden. Das versicherungstech­nische Ergebnis erreicht einen Betrag von 93,5 Mio. Franken (Vorjahr 87,1 Mio. Franken). Das finanzielle Ergebnis von 359,0 Mio. Franken liegt um 91,7 Mio. Franken über dem Vorjahr. Der Anstieg ist insbesondere auf den gesteigerten Ertrag aus Zuschreibungen und den gesunkenen Abschreibungsaufwand zurückzuführen. Zum Gesamtergebnis haben das Nicht-Lebengeschäft 185,2 Mio. Franken (Vorjahr 277,6 Mio. Franken) und das Lebengeschäft 50,6 Mio. Franken (Vorjahr 53,7 Mio. Franken) beigetragen.

Eigenkapital und Bilanz

Das konsolidierte Eigenkapital erhöhte sich aufgrund des Gewinns und der angestiegenen Neubewertungsreserven von 3,496 Mia. Franken auf 3,703 Mia. Franken. Die Eigenkapital­rendite beläuft sich auf 6,6% (Vorjahr 9,8%). Bei sämtlichen Versicherungsgesellschaften der Gruppe liegen die anrechenbaren weit über den geforderten Eigenmitteln. Die Solvabilität I der Gruppe erreicht einen Wert von 553%. Der SST-Quotient liegt bei über 300%, berechnet auf der Basis des eingereichten, noch nicht abschliessend von der FINMA geprüften internen Modells, welches als provisorisches Übergangsmodell akzeptiert wurde. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 15,648 Mia. Franken (Vorjahr 14,979 Mia. Franken).

Der grösste Teil der Vermögenswerte, nämlich 7,503 Mia. Franken (Vorjahr 7,663 Mia. Franken), ist in festverzinslichen Wertschriften angelegt. Diese sind zu Amortized-Cost bewertet, ausser es besteht die Absicht zur vorzeitigen Veräusserung oder es gibt Zweifel an der Zinszahlungs- und Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners. Die versicherungstechnischen Rückstellungen wurden nach bisheriger Praxis vorsichtig dotiert.

Stark aus eigener Kraft

Zu hundert Prozent selbstfinanziert, verfügt das genossenschaftlich verankerte Unternehmen uneingeschränkt über eine solide Basis für die Weiterentwicklung aus eigener Kraft. Die Mobiliar hat im Jahr 2012 ihr beträchtliches Investitionsprogramm unverändert fortgeführt. Ferner ist es ihr möglich, aus der 2012 erarbeiteten Wertschöpfung einen Zuschuss von 190,0 Mio. Franken für die nachhaltige Sicherung ihrer Pensionskassen zu leisten. Anpassungen an die Realitäten for­dert die Assekuranzbranche seit längerem von den Vorsorgesystemen, welche sich mit zwei Problemen konfrontiert sehen: Die zunehmende Lebenserwartung erfordert mehr Kapital. Hinzu kommt, dass die erzielbaren Renditen nicht mehr früheren Erwartungen entsprechen. Beispiels­weise erreich­ten die Vorsorgeeinrichtungen der Mobiliar von 2001 bis 2011 eine durchschnittliche Rendite von lediglich 2,5%. Das wesentlich bessere Anlagejahr 2012 dürfte die Ausnahme blei­ben. Mit dem Zuschuss finanziert die Mobiliar die Renten auf tieferem Niveau aus; sie wendet künftig einen technischen Zinssatz von 2,25% an. Damit wird vermieden, dass die aktiven Mitar­beitenden die Renten quersubventionieren.

Nicht-Lebengeschäft – dreimal so schnell wie die Branche

Das Nicht-Lebengeschäft hat das Bruttoprämien-Volumen auf 2,448 Mia. Franken gesteigert (Vorjahr 2,343 Mia. Franken). Dennoch ist es gelungen, die Combined Ratio, Messgrösse für die Profitabilität eines Versicherers, mit 92,9% auf Vorjahresniveau (92,8%) zu halten. Geschäfts­potenzial resultierte aus der unverändert hohen Wohnbautätigkeit, dem Bevölkerungswachstum und dem konstant steigenden Motorfahrzeugbestand. Das durchschnittliche Wachstum der Assekuranz von 1,5% übertraf die Mobiliar erneut deutlich mit dem Prämienzuwachs von 4,5% (Vorjahr 5,0%). Sie hat damit ihre Position als drittgrösste Schweizer Nicht-Lebenversiche­rung klar gefestigt. Insgesamt beträgt ihr Marktanteil 17%; in der Sachversicherung konnte sie ihre Leaderstellung auf 26% ausbauen.

Vor allem in Sach-Branchen und in der Motorfahrzeug-Kaskoversicherung musste die Mobiliar einen höheren Schadenaufwand verzeichnen. Die anhaltende Kälteperiode im Februar 2012 führte zu ausserordentlich vielen Frostschäden in der Höhe von rund 30 Mio. Franken. Hinzu kamen Unwetter mit Hagelschlägen im Juli von mehr als 50 Mio. Franken. Zudem häuften sich grössere Feuerschäden, die hauptsächlich in der Betriebsversicherung zu Buch schlugen. In den Personen-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen entwickelte sich der Schadenverlauf hingegen erfreulich. Das technische Ergebnis beläuft sich auf 163,1 Mio. Franken (Vorjahr 158,7 Mio. Franken).

Lebengeschäft

Die Mobiliar ist Marktleader im Rückversicherungsgeschäft mit Vorsorgeeinrichtungen (29% des Prämienvolumens) und führend im Bereich der Todesfall-Risikoversicherungen für Private (24,4% der versicherten Summen). Die Bruttoprämien im Lebengeschäft sind um 2,2% auf 850,7 Mio. Franken gestiegen (Vorjahr 832,6 Mio. Franken). Die Zunahme geht vollumfänglich auf die berufliche Vorsorge zurück. In diesem Geschäft stiegen die Einmalprämien im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Erfolgreich verlief der Absatz von Risiko-Todesfallversicherungen für Privatpersonen. Weitere Marktanteile holte sich die Mobiliar mit Erwerbsunfähigkeitsversiche­rungen und im Segment der Sparprodukte mit Erlebensfallgarantie. Gemischte Versicherungen mit periodischen Prämien zeigten ein ansehnliches Wachstum, die­jenigen mit Einmalprämien waren hingegen markant rückläufig; ähnlich verlief die Entwick­lung bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen ohne Garantie.

Die Leistungen für Todesfälle bewegten sich im ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr. Während die Belastung aus Erwerbsunfähigkeit von Privatpersonen erneut tief war, resultierte im Kollektivgeschäft aufgrund des schwierigeren konjunkturellen Umfelds eine massive Zu­nahme. Im technischen Ergebnis des Lebengeschäfts sind 37,5 Mio. Franken für Über­schussbeteiligungen zugunsten der Versicherten enthalten (Vorjahr 144,1 Mio. Franken); der Rückgang ist die Folge der angestiegenen Schadenbelastung in der beruflichen Vorsorge. Im Legal Quote-unterstellten Geschäft gab die Mobiliar wie im Vorjahr 95% der Erträge in Form von Renten, Kapitalleistungen, Überschusszuweisungen und Rückstellungen an die Vorsorge­einrichtungen weiter.

Finanzgeschäft

Das finanzielle Ergebnis beläuft sich auf 359,0 Mio. Franken (Vorjahr 267,3 Mio. Franken). Das Finanzgeschäft hat auf den investierten Kapitalanlagen zu Buchwerten von 13,527 Mia. Fran­ken eine Anlagerendite von 2,7% (Vorjahr 2,1%) erreicht. Die Anlageperformance betrug 4,4% (Vorjahr 4,5%). Der Ertrag aus Kapitalanlagen erreichte 458,3 Mio. Franken. Hauptfaktoren für den Anlageerfolg waren der Wertschriftenertrag von 199,3 Mio. Franken (Vorjahr 221,5 Mio. Franken), Verkaufsgewinne (vorwiegend aus Obligationen und Aktien) in der Höhe von 95,5 Mio. Franken und Erträge aus Anlageliegenschaften von 66,3 Mio. Franken. Der Ertrag aus Zuschreibungen betrug 62,0 Mio. Franken und lag somit höher als im Vorjahr (9,7 Mio. Fran­ken). Demgegenüber stehen Abschreibungen in der Höhe von 30,6 Mio. Franken (Vorjahr 113,7 Mio. Franken). Mit 80,0 Mio. Franken fiel der Aufwand aus Kapitalanlagen gegenüber Vorjahr (173,4 Mio. Franken) tiefer aus.

Die Mobiliar mit eigener Fondsleitung

Die Mobiliar nutzt ihr Know-how in der Vermögensverwaltung, um die Vorsorgebedürfnisse ihrer Kunden noch effizienter und zielorientierter abzudecken. Deshalb wird die Verwaltung der beste­henden MobiFonds durch einen externen Partner aufgelöst und der Schweizerischen Mobiliar Asset Management AG übertragen. Sie erlangte von der FINMA die Bewilligung, als Fondslei­tungsgesellschaft tätig zu sein und führt künftig die MobiFonds-Palette in eigener Verantwortung. Zudem hat sie einen Schweizer Immobilienfonds für qualifizierte Anleger emittiert, namentlich für institutionelle Investoren wie Pensionskassen.

Gute Nachricht für die Kundinnen und Kunden

Die Mobiliar beteiligt ihre Kunden am Erfolg. Im Anschluss an die Vergünstigung der MobiPro Betriebs- und Gebäudeversicherungen (von Mitte 2012 bis Mitte 2013) werden wieder andere Versicherte in den Genuss von Überschüssen im Nicht-Lebengeschäft kommen: Ab Mitte 2013 fallen für die Dauer eines Jahres die Prämienrechnungen der MobiCasa Haushalt- und Gebäu­deversicherungen um 20% günstiger aus. Rund 140 Mio. Franken fliessen damit an die Kunden zurück.

Die Mobiliar will Erfahrungen und Daten zum Nutzen der Allgemeinheit auswerten

Die Mobiliar verstärkt ihr Engagement in der Prävention: Sie baut die bestehende Zusam­menarbeit in der Klimafolgenforschung mit der Universität Bern aus und geht neu eine Zusammenarbeit zum Thema Datenanalytik mit der ETH Zürich ein. «Gemeinsam mit Uni­versitäten, Kunden und Mitarbeitenden wollen wir versuchen, vorhandene aber noch versteckte Kompetenzen freizulegen und dieses neue Wissen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», sagt Markus Hongler, CEO der Mobiliar. Die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Versicherungswirtschaft ermöglicht es, Präventionsprojekte direkt mit Forschungsergebnissen zu verknüpfen und daraus praktische Engagements abzuleiten und umzusetzen. Dies macht die Mobiliar in der Absicht, der Öffentlichkeit auch in dieser Form etwas vom Erfolg zurückzugeben.

Mobiliar Dialog Forum Thun

 

Eine weitere Zusammenarbeit geht die Mobiliar mit der Schlossberg Thun AG ein. In den Nebengebäuden des Schlosses entsteht das «Mobiliar Dialog Forum Thun». Darin können Erkenntnisse aus der gemeinsamen Forschung von Universitäten und Mobiliar auf ihre prak­tische Anwendung in Gewerbe und Wirtschaft geprüft werden. Generalagenturen können dort ab Frühjahr 2014 ihren KMU Kunden ideale Einrichtungen für Klausuren und Innova­tions-Workshops zur Verfügung stellen. Die Mobiliar nutzt das Forum zudem für Veranstal­tungen mit Partnern, Kunden und Mitarbeitenden.

Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt in der Schweiz ist bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchenversicherer weist per 31. Dezember 2016 ein Prämienvolumen von 3.630 Mia. Franken auf. 79 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den 1.7 Millionen Kunden. Die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG ist in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG in Nyon domiziliert. Zur Gruppe gehören ferner die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Protekta Risiko-Beratungs-AG, die Mobi24 Call-Service-Center AG und die XpertCenter AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Renens und SC, SwissCaution SA mit Sitz in Bussigny.

Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein mehr als 4900 Mitarbeitende und bietet 327 Ausbildungsplätze an. Sie ist die älteste private Versicherungsgesellschaft des Landes und seit ihrer Gründung 1826 genossenschaftlich verankert.