Gefahrloses Auslaufen des Gletschersees ermöglichen

Dienstag, 11. Juni 2019

Der Gletschersee auf der Plaine Morte bedroht das obere Simmental. Um ein weiteres, unkontrolliertes Auslaufen zu verhindern, erstellt die Gemeinde Lenk ein Entwässerungssystem. Die Mobiliar unterstützt die Notmassnahmen mit 130 000 Franken. 

Technischer Kurzbericht Entwässerung Gletschersee Lenk

Technischer Kurzbericht Entwässerung Gletschersee Lenk


Auf einer Höhe von 2700 m.ü.M. befindet sich der Plaine-Morte-Gletscher. Der Plateaugletscher liegt in den Berner Alpen und grenzt unmittelbar südlich an den Kanton Wallis.

Durch das Schmelzen des Gletschers kann oberflächliches Schmelzwasser nicht mehr ins Wallis entwässern. So entstand der Gletschersee «Faverges». Dieser kann sich in kurzer Zeit entleeren, wobei das Wasser in Richtung Lenk ausbricht. Dort führt es zu sehr hohen Abflüssen in der Simme.

«So schön die weite Gletscherlandschaft der Plaine Morte ist, so gefährlich sind die unkontrollierten Ausläufe des Gletschersees», sagt Bernhard Bigler, Generalagent der Generalagentur Spiez. «An der Lenk musste man einige Male erfahren, wie unberechenbar dieser See sein kann. Unsere Gesellschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und das Hochwasserschutz-Projekt mit 130 000 Franken zu unterstützen».

Notmassnahmen im Gange

Das Projekt sieht eine Begrenzung des maximalen Seevolumens vor. Es handelt sich beim Projekt um eine Notmassnahme. Die Bauarbeiten sind voraussichtlich im Frühsommer abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken.

Mit den Massnahmen kann der Talboden besser vor Überschwemmungen geschützt werden. «Das Simmental lebt stark vom Tourismus. Man denke nur an die Campingplätze und die zahlreichen touristischen Einrichtungen. Deshalb wäre bei einem grossen, unkontrollierten Ausfluss des Gletschersees sogar mit Personenschäden zu rechnen», erklärt Berhard Bigler.

Seit dem Juli 2011 brach der Faverges-See des Plaine-Morte-Gletschers jährlich im Sommer aus. Im Simmental gab es Überflutungen. Beim Ereignis 2018, der See lief innert 24 Stunden aus, entstanden Schäden in der Höhe von 2.5 Millionen Franken.

Da sich der Gletschersee in Zukunft noch vergrössern wird, drohen noch grössere Abflüsse. Ohne entsprechende Präventionsmassnahmen müsste also mit grossen Schäden gerechnet werden.

36 Millionen Franken für Präventionsprojekte

Als grösster Sachversicherer der Schweiz ist die Mobiliar in besonderem Mass von Naturkatastrophen betroffen. Sie hat deshalb nach dem Hochwasser 2005 10 Millionen Franken aus dem Überschussfonds der Genossenschaft für Präventionsprojekte bereitgestellt. Zwischenzeitlich sind es 36.5 Millionen. Mit diesem Betrag haben wir bereits 136 Projekte unterstützt.

Das Gesellschaftsengagement der Mobiliar

Als ein genossenschaftlich verankertes Unternehmen kann die Mobiliar die Öffentlichkeit an ihrem Erfolg teilhaben lassen und damit die unternehmerische Verantwortung ganz besonders wahrnehmen. Die Mobiliar will mit ihrem Gesellschaftsengagement das Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft fördern. Dafür forscht sie derzeit an der Universität Bern (Klimafolgen) und an der ETH Zürich (Datenanalyse), unterstützt in einer neuen Ideenwerkstatt in Thun die unternehmerische Kraft der Schweizer KMU-Landschaft, fördert Prävention vor Naturgefahren in Schweizer Regionen und baut ihr Kunst- und Kulturengagement aus.