Gefahr durch Oberflächenwasser eindämmen

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Mobiliar unterstützt in der Gemeinde Magden ein zweites Präventionsprojekt zum Schutz vor Oberflächenabfluss. 150 000 fliessen in die Realisierung der Schutzmassnahmen.

Die Naturkatastrophen haben sich in den letzten Jahren gehäuft und vielerorts hohen Handlungsbedarf bei der Prävention aufgezeigt. «Unsere Gesellschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und die öffentliche Hand zu unterstützen», sagt Roger Schneider, Generalagent der Mobiliar in Rheinfelden.

Mit 35 Millionen Franken aus dem Überschussfonds der Genossenschaft leistet die Mobiliar einen Beitrag an konkrete Präventionsprojekte in der ganzen Schweiz – darunter das Hochwasserschutzprojekt in Magden.

Oberflächenwasser bedroht Gemeinde seit Jahren

Oberflächenabfluss macht einen beträchtlichen Teil der Überschwemmungen in der Schweiz aus. Im Gegensatz zu Hochwassern weiss man bei Oberflächenabfluss viel weniger, wo er auftreten kann.

Die Gebiete Aspmetgraben und das darunterliegende Quartier leiden seit Jahren unter regelmässigen Oberflächenwasser. Vor allem bei gesättigten Böden sammelt sich das Wasser trichtermässig in eine natürliche Geländemulde am Önsberg und fliesst oberflächlich ab. Die Massnahmen sehen vor allem vor, die Abflusskapazität zu verbessern, unter anderem mit einer teilweisen Öffnung des Aspmetgrabens.

Die Bauarbeiten sind im Gange und werden in den nächsten Monaten abgeschlossen.

Zweites Projekt in Magden

Ende 2014 wurde ein erstes Präventionsprojekt in der Gemeinde Magden abgeschlossen. Damals erfolgte die Verbesserung des Hochwasserschutzes durch Aufschüttungen von Dämmen, Geländeanpassungen, Ufererhöhungen sowie Renaturierungen am Krebsenbächli.

Ein Damm im Gebiet «Birgleste» sorgt ausserdem für die Kanalisierung des Oberflächenwassers Richtung Krebsbächli. Die Mobiliar unterstützte das Projekt damals mit 140 000 Franken.

35 Millionen Franken für Präventionsprojekte

Die Mobiliar hat als Marktleaderin und Know-how-Trägerin in der Sachversicherung alles Interesse an Präventionsmassnahmen. Seit dem Hochwasser 2005 hat sie zur Unterstützung von Präventionsprojekten insgesamt 35 Millionen Franken aus dem Überschussfonds der Genossenschaft bereitgestellt. Bisher hat die Mobiliar schweizweit rund 130 Projekte unterstützt – weitere sind in Prüfung.

Entscheidungshilfe Oberflächenabfluss im Herbst erschienen

Obwohl in der Schweiz verschiedene Werkzeuge für die Beurteilung und für den Umgang mit der Naturgefahr Oberflächenabfluss existieren, fehlte bisher eine Übersicht, die Lösungswege für diverse Fragestellungen aufzeigt. Die im Herbst 2018 erschienene Entscheidungshilfe Oberflächenabfluss soll Fachpersonen, wie etwa Architekten, Ingenieure oder Bauherren, bei der Auswahl der geeigneten Werkzeuge im konkreten Fall unterstützen.

Die am Mobiliar Lab für Naturrisiken erarbeitete Entscheidungshilfe bietet eine Übersicht verschiedener Werkzeuge, charakterisiert diese hinsichtlich Einsatzzweck, Branche und Aufwand und illustriert deren Anwendung anhand einer typischen Fragestellung in einem exemplarischen Untersuchungsgebiet.

Die Entscheidungshilfe Oberflächenabfluss liegt sowohl in Buchform als auch als PDF-Datei vor. Sie wurde in der Reihe «Hydrologie der Schweiz» publiziert. Herausgeber sind die Schweizerische Gesellschaft für Hydrologie und Limnologie (SGHL), die Schweizerische Hydrologische Kommission (CHy) der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) sowie das Mobiliar Lab für Naturrisiken. Die PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden. Das Buch kann bei der CHy bezogen werden.