Die Mobiliar setzt Wachstumskurs fort

Dienstag, 9. April 2019

Mit einem konsolidierten Gewinn von 443.5 Mio. Franken für das Geschäftsjahr 2018 hält die Mobiliar das Ergebnis auf hohem Niveau. Die Gruppe hat ihren Wachstumskurs fortgesetzt und ihre Position im Markt weiter gestärkt.

Die Mobiliar hat ihre Wachstumsstrategie im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt und dabei ihre Stellung im Markt weiter ausgebaut. Die Basis für den anhaltenden Erfolg bildeten einmal mehr die gute Positionierung im Markt und die starke Vertriebsorganisation mit einem flächendeckenden Netz von 79 Generalagenturen, die an rund 160 Standorten die kundennahe und persönliche Betreuung sicherstellen.

Gesamtergebnis

Der konsolidierte Gewinn fiel mit 443.5 Mio. Franken (Vorjahr 440.5 Mio. Franken) wiederum ausgezeichnet aus. Der Gewinnausweis ist in erster Linie auf das versicherungstechnische Ergebnis zurückzuführen, welches sich von 145.2 Mio. Franken auf CHF 255.3 Mio. Franken erhöhte. Das finanzielle Ergebnis hingegen fiel aufgrund der Kurseinbrüche an den Aktienmärkten merklich tiefer aus.

Eigenkapital und Bilanz

Das konsolidierte Eigenkapital reduzierte sich um 55.3 Mio. Franken auf 4.780 Mia. Franken. Zum leichten Rückgang führten neben der Gewinnverwendung (Zuweisung an den Überschussfonds der Versicherten von 190.0 Mio. Franken und Dividende an die Genossenschaft von 25.0 Mio. Franken) die als Folge der Entwicklung an den Aktienmärkten im Vorjahresvergleich tieferen Neubewertungsreserven und die Verrechnung des Goodwills im Zusammenhang mit getätigten Akquisitionen. Die Eigenkapitalrendite beläuft sich auf 9.2% (Vorjahr 9.6%). Bei sämtlichen Versicherungsgesellschaften der Gruppe liegen die anrechenbaren weit über den geforderten Eigenmitteln. Die mit dem Schweizer Solvenztest (SST) ermittelte Risikotragfähigkeit zeigt sowohl für die Einzelgesellschaften als auch für die Gruppe Mobiliar komfortable Überdeckungen auf. Berechnet mit dem von der FINMA genehmigten internen Modell nach SST-Prinzipien beträgt der Solvenzquotient für die Gruppe 594%.

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 18.935 Mia. Franken (Vorjahr 18.896 Mia. Franken). Knapp 40% aller Kapitalanlagen, nämlich 7.168 Mia. Franken (Vorjahr 7.293 Mia. Franken), sind in festverzinslichen Wertschriften angelegt. Diese sind zu Amortized Cost bewertet. Die Anlagen in Aktien und Fondsanteile gingen um 6.0% zurück auf 3.541 Mia. Franken (Vorjahr 3.768 Mia. Franken). Die versicherungstechnischen Rückstellungen wurden nach bisheriger Praxis vorsichtig bewertet.

Nicht-Lebengeschäft

Die Mobiliar baut ihre starke Position im Nicht-Lebengeschäft der Schweiz mit einem erneuten Marktanteilsgewinn von 0.4 Prozentpunkten auf 19.5% weiter aus. Mit einem Marktanteil von 29.6% (wie Vorjahr) bleibt die Mobiliar Marktleader im Bereich der Sachversicherung. Zudem konnten in der Haft- (19.7%) und der Motorfahrzeugversicherung (16.7%) weitere Marktanteile hinzugewonnen werden.

Das Prämienvolumen erhöhte sich um 3.7% auf 3.070 Mia. Franken (Vorjahr 2.961 Mia. Franken) und überstieg damit erstmals die 3-Milliarden-Schwelle. Zu diesem Ergebnis trug hauptsächlich das Neugeschäft bei, welches im Vergleich zum Vorjahr nochmals erheblich gesteigert werden konnte. Mit dieser Prämiensteigerung übertraf die Mobiliar das Gesamtmarktwachstum von 1.8% gemäss SVV erneut deutlich. Das im Vorjahr ausgewiesene Wachstum von 4.8% resultierte auch aus den erstmals für ein ganzes Jahr eingerechneten Prämien der im Herbst 2016 akquirierten SC, SwissCaution SA. Nur das organische Wachstum berücksichtigend, betrug der vergleichbare Wert 3.3%. Die Schadenbelastung belief sich auf 60.7% und ging damit im Vorjahresvergleich um 2.5 Prozentpunkte zurück. Das Verhältnis von Schadenaufwand zu Prämien lag unter dem Vorjahr und auch unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das technische Ergebnis fiel mit 314.8 Mio. Franken deutlich höher aus als im Vorjahr (257.9 Mio. Franken). Als Konsequenz unserer Investitionspolitik erhöhte sich der Kostensatz auf 27.0% (Vorjahr 26.3%). Die Combined Ratio verbesserte sich um 1.7 Prozentpunkte auf 89.1%.

Rund 57% des Wachstums resultierten aus dem Geschäftskundensegment inklusive der Personenversicherungen. Die grössten Anteile zum Prämienanstieg im Kundensegment Privatpersonen leisteten die Mobilitäts- und Haushaltversicherungen.

Lebengeschäft

Die Mobiliar nimmt im Risiko-Rückversicherungsgeschäft von Vorsorgeeinrichtungen in der beruflichen Vorsorge in einem stark umkämpften Markt weiterhin eine bedeutende Stellung ein. Im Einzellebengeschäft konnte die Marktführerschaft im Bereich der Risiko-Todesfallversicherungen mit einem Marktanteil von rund 25% gefestigt werden. Die Mobiliar setzt in der privaten Vorsorge den Fokus weiterhin auf ihr Angebot an Risiko­versicherungen und das Sparversicherungsgeschäft mit wiederkehrenden Prämien. In der beruflichen Vorsorge fielen die Volumina der Jahres- und der Einmalprämien im Vergleich zum Vorjahr tiefer aus.

Die Bruttoprämien im Lebengeschäft gingen aufgrund der Entwicklung in der beruflichen Vorsorge um 6.5% auf 760.8 Mio. Franken (Vorjahr 813.3 Mio. Franken) zurück. In der privaten Vorsorge verzeichnete das Prämienvolumen insgesamt ein Wachstum von 10.6%. Im Geschäft mit wiederkehrenden Einzelprämien konnte mit einem Anstieg von 5.1% das durchschnittliche Marktwachstum von -0.2% gemäss SVV erneut deutlich übertroffen werden. Im Geschäft mit Einmalprämien trug hauptsächlich das Kapitalisationsgeschäft mit dem im Herbst 2017 lancierten Vorsorgeprodukt «Auszahlungsplan» zum Wachstum bei. In der beruflichen Vorsorge ging das Volumen der Jahresprämien wie erwartet weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahr fiel auch das Volumen der Einmalprämien tiefer aus. Dabei gingen sowohl die Übernahmen von Invaliditätsrenten als auch die Einkäufe von Altersrenten strategiekonform stark zurück.

Das technische Ergebnis verbesserte sich von -112.7 Mio. Franken auf -59.5 Mio. Franken. Dieser Betrag beinhaltet bereits Überschussbeteiligungen für die Versicherten in Höhe von 30.4 Mio. Franken (Vorjahr 35.4 Mio. Franken). Der Kostensatz für eigene Rechnung erhöhte sich auf 16.8% (Vorjahr 15.7%).

Finanzgeschäft

Das Finanzgeschäft leistete einen Ergebnisbeitrag von 240.8 Mio. Franken (Vorjahr 336.6 Mio. Franken). Das finanzielle Ergebnis war stark von der Entwicklung und insbesondere von den gegen Ende des Berichtsjahres heftigen Ausschlägen an den Finanzmärkten geprägt.

Der Ertrag aus Kapitalanlagen erreichte 495.0 Mio. Franken (Vorjahr 479.4 Mio. Franken). Hauptfaktoren für den Anlageerfolg waren der Wertschriftenertrag von 162.6 Mio. Franken (Vorjahr CHF 149.0 Mio. Franken), der Immobilienertrag von 82.7 Mio. Franken (Vorjahr CHF 83.4 Mio. Franken) und Verkaufsgewinne (vorwiegend aus Aktien und Aktienfonds sowie zu einem kleineren Teil aus Obligationen) von 193.0 Mio. Franken (Vorjahr 164.6 Mio. Franken). Der Ertrag aus Zuschreibungen (inklusive Zuschreibungen auf assoziierte Organisationen) belief sich auf 21.1 Mio. Franken (Vorjahr 49.6 Mio. Franken). Der Aufwand aus Kapitalanlagen fiel mit 215.7 Mio. Franken im Vergleich zum Vorjahr (103.6 Mio. Franken) deutlich höher aus. Der Anstieg resultierte insbesondere aufgrund höherer Abschreibungen auf Kapitalanlagen, die sich im Berichtsjahr auf 113.3 Mio. Franken beliefen (Vorjahr 25.0 Mio. Franken). Zudem erhöhten sich die Verkaufsverluste von 22.9 Mio. Franken auf 46.1 Mio. Franken. Unter dem Strich resultierte ein positiver Beitrag aus Kapitalanlagen von CHF 279.3 Mio. Franken (Vorjahr 375.8 Mio. Franken). Das Finanzgeschäft erzielte auf durchschnittlich investierten Kapitalanlagen zu Buchwerten von 17.164 Mia. Franken eine Anlagerendite von 1.4% (Vorjahr 2.0%). Die Anlageperformance auf den Kapitalanlagen belief sich auf -0.5% (Vorjahr 3.6%).

Investitionsschwerpunkte

Die Mobiliar investiert weiterhin beträchtliche Mittel in Projekte. 2018 erreichten die Investitionen ein Volumen von 126 Mio. Franken. Der Fokus lag auf der Fortführung der etappenweisen Erneuerung der IT-Systeme. Dabei modernisiert die Mobiliar ihre Produkte, Kernprozesse und die digitalen Kontaktpunkte im Nicht-Leben und im Lebengeschäft. Nachdem im Vorjahr die Lancierung des neuen Systems zur Schadenbearbeitung erfolgreich abgeschlossen werden konnte, startete die Mobiliar 2018 mit der Erneuerung der Systeme in der Rechtsschutzversicherung ein weiteres Grossprojekt.

Zusätzlich zum regulären Projektportfolio investiert die Mobiliar über die kommenden Jahre 250 Mio. Franken in neue Technologien, um die digitale Transformation des Kerngeschäfts wie beispielsweise die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu beschleunigen. Dafür werden bis Ende 2019 rund 150 neue Vollzeitstellen auf dem Gebiet der Software-Entwicklung sowie Business- und Datenanalyse geschaffen.

Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften

Im Juli 2018 hat die Mobiliar das Schweizer Business-Software Unternehmen bexio AG erworben. bexio verfügt zurzeit über 20 000 Kunden, beschäftigt rund 80 Mitarbeitende und bietet Schweizer Kleinunternehmen, Selbstständigen und Start-ups cloudbasierte Business-Software in den Bereichen Buchhaltung und Fakturierung an. Die Mobiliar erhält dank der Übernahme weiteres Know-how in der Digitalisierung und erschliesst Synergien mit versicherungsnahen Bereichen. Zudem kann die Mobiliar ihre Produkte im Bereich KMU potenziell neuen Kunden zugänglich machen und bestehenden Kunden zusätzliche Dienstleistungen anbieten. bexio plant, mit ihrer Produktpalette den französischsprachigen Teil der Schweiz verstärkt zu bearbeiten.

Im Berichtsjahr hat die Mobiliar zusammen mit der Swisscom, der Vaudoise Versiche­rungsgruppe und der Clientis Zürcher Regionalbank die Plattform Credit Exchange gegründet. Alle Partner halten eine Beteiligung von je 25%. Credit Exchange ist eine Business-to-Business-Börse für Hypothekarkredite, welche die Kundennachfrage innerhalb weniger Sekunden mit Angeboten von Schweizer Kreditgebern abgleicht. Damit kann die Mobiliar ihren Kunden in Echtzeit das für sie beste Finanzierungsangebot unterbreiten und dabei ihr wichtigstes Gut behalten, den direkten Kundenkontakt. Die ersten drei Generalagenturen nahmen Anfang Oktober 2018 den Vertrieb von Hypotheken über die neue Plattform auf. Der Ausbau auf die ganze Schweiz erfolgt schrittweise. Als Folge von Credit Exchange wurde die Kooperation «family-net» mit der Berner Kantonalbank BEKB per Ende 2018 beendet.

Die 2017 gestartete Vertriebskooperation mit der Schweizerischen Post für die Vermittlung von Nichtleben-Versicherungen für Privatkunden verläuft sehr erfolgreich. Inzwischen konnten bereits über 10 000 Abschlüsse getätigt werden. Die Zusammenarbeit wurde Anfang 2019 auf die Ansprache potenzieller KMU-Kunden ausgeweitet.

Seit November 2018 hat die Mobiliar mit Chubb – einem weltweit führenden börsenkotierten Industrieversicherer – einen neuen Partner für internationale Versicherungslösungen im Bereich Sach- und Haftpflichtversicherungen für mittlere und grosse Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und Niederlassungen im Ausland.

Mobiliar beteiligt ihre Kunden wiederum am Unternehmenserfolg

Von Juli 2018 bis Juni 2019 profitieren alle Kunden der Mobiliar mit einer Fahrzeug- oder Betriebsversicherung von einer Prämienreduktion von 10%. Mit einem Gesamtbetrag von erneut 160 Mio. Franken werden ab Mitte 2019 für die Dauer eines Jahres die Prämienrechnungen der Haushalt- und Gebäudeversicherung um 20% vergünstigt. In den letzten zehn Jahren hat die Mobiliar ihre Versicherten im Nicht-Lebengeschäft
mit Auszahlungen von über 1.4 Mia. Franken aus dem Überschussfonds am guten Geschäftsgang beteiligt.

Schutz vor Naturgefahren

Seit 2006 unterstützt die Mobiliar Forschungsprojekte und fördert Präventionsmassnahmen zum Schutz vor Naturgefahren in der ganzen Schweiz. Inzwischen wurden insgesamt 130 Präventionsprojekte mitfinanziert und dafür mehr als 35 Mio. Franken bereitgestellt. Diese Projekte schützen insgesamt rund 8000 Personen in knapp 4000 Haushalten, 5000 Gebäude und rund 1300 Unternehmen.

Engagements für die Allgemeinheit

Die genossenschaftliche Tradition verpflichtet die Mobiliar seit ihrer Gründung 1826 zu verantwortungsbewusstem und nachhaltigem Handeln. Als unabhängiges und finanzstarkes Unternehmen kann die Mobiliar im Rahmen ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung eigene Wege gehen und verschiedenste Formen des Engagements im Sinne des genossenschaftlichen Grundgedankens ermöglichen. Wie die Mobiliar ihre Verantwortung wahrnimmt, erläutert der für das Geschäftsjahr 2018 erneut ausführlich erarbeitete Nachhaltigkeitsbericht. Dieser bildet einen integralen Bestandteil des Geschäftsberichts und wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards Option «Kern» erstellt.

Weiterführende Informationen unter mobiliar.ch/geschaeftsbericht

Die Gruppe Mobiliar

Jeder dritte Haushalt in der Schweiz ist bei der Mobiliar versichert. Der Allbranchen­versicherer weist per 31. Dezember 2018 ein Prämienvolumen von 3.831 Mia. Franken auf. 79 Unternehmer-Generalagenturen mit eigenem Schadendienst garantieren an rund 160 Standorten Nähe zu den mehr als zwei Millionen Kunden. Die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG ist in Bern, die Schweizerische Mobiliar Lebensversiche­rungs-Gesellschaft AG in Nyon domiziliert. Zur Gruppe gehören ferner die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, die Schweizerische Mobiliar Services AG, die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, die Protekta Risiko-Beratungs-AG, die Mobi24 Call-Service-Center AG und die XpertCenter AG, alle mit Sitz in Bern sowie Trianon AG mit Sitz in Renens, SC, SwissCaution SA mit Sitz in Bussigny und bexio AG mit Sitz in Rapperswil.

Die Mobiliar beschäftigt in den Heimmärkten Schweiz und Fürstentum Liechtenstein rund 5400 Mitarbeitende und bietet 345 Ausbildungsplätze an. Sie ist die älteste private Versicherungsgesellschaft des Landes und seit ihrer Gründung 1826 genossenschaftlich verankert.