550 Schadenmeldungen nach Hagelzug

Dienstag, 2. Juli 2019

Nach dem Hagelzug vom 1. Juli organisiert die Mobiliar in Spiez ein Hagel-Drive-In

Das Ha­gel­ge­wit­ter von ges­tern 1. Juli hat Spu­ren hin­ter­las­sen. Der Mo­bi­li­ar wur­den bis­her 550 Schä­den an Au­tos ge­mel­det; die Scha­den­sum­me dürf­te bis zu zwei Mil­li­on Fran­ken be­tra­gen. Um Pro­gno­se und Ha­gel­war­nung zu ver­bes­sern, un­ter­stützt die Mo­bi­li­ar die For­schung mit ei­nem welt­weit ein­zig­ar­ti­gen Ha­gel­mess­netz.

Be­son­ders be­trof­fen ist das Ber­ner Ober­land zwi­schen Thun und In­ter­la­ken so­wie Tei­le der West­schweiz: Die Regionen La Broye, Bulle, Freiburg und Lausanne  Das Un­wet­ter hat ein­drück­lich ge­zeigt, war­um Ha­gel hier­zu­lan­de nach Hoch­was­ser die «zweit­teu­ers­te» Na­tur­ge­fahr ist. Ei­ni­ge Mi­nu­ten ge­nü­gen, um Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he zu ver­ur­sa­chen.

Hagel-Drive-In in Spiez

Viele Schäden sind grossflächig über die ganze Schweiz verteilt. Einzig im Gebiet zwischen Thun und Interlaken konzentrieren sich viele Schäden auf engem Raum. Um die Schäden an den betroffenen Motorfahrzeugen unkompliziert abzuwickeln, organisiert die Mobiliar vom 12. bis 16. August ein Hagel-Drive-In in Gesigen bei Spiez. In den übrigen Regionen erledigt sie die Schäden einzeln oder an lokalen Sammelbesichtigungen.

Dank Forschung Vorhersage verbessern

Hagel tritt kleinräumig auf und ist schwer vorhersagbar. Den Hagel besser zu verstehen, ist das erklärte Ziel des Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern (siehe Kasten) und des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz. Das durch die Mobiliar finanzierte Hagelmessnetz soll dazu beitragen, Prognose und Warnung zu verbessern.

Das weltweit einzigartige Messnetz besteht aus 80 vollautomatischen Sensoren in den Hagel-Hotspots Emmental, Entlebuch, Südtessin und Jura. Im Tessin wurden unlängst 25 Sensoren in der Region Lugano installiert. Die Hagelsensoren messen Korngrösse, Aufprallenergie und den Zeitpunkt des Hagelschlags.

Einzigartiger Datens(ch-)atz für die Wissenschaft

Mithilfe der Daten aus dem modernisierten Wetterradarnetz ist es zwar möglich, Hagel in Gewitterwolken zu erkennen. Die Überprüfung der Radarhageldaten war bisher kaum möglich, weil dazu benötigte Beobachtungen am Boden fehlen. «Uns interessiert, wo der Hagel ankommt und wie gross die Hagelkörner sind», erklärt Urs Germann, Leiter Radar, Satellitendaten und Nowcasting der MeteoSchweiz. Die seit vier Jahren integrierte Hagelmeldefunktion in der MeteoSchweiz App liefert wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung. «Mit den neuen Hagelsensoren gewinnen wir zusätzlich genaue Informationen über den Hagel.»

Die Kombination aus Wetterradardaten, Beobachtungen aus der Bevölkerung, Hagelschäden an Fahrzeugen und Daten der automatischen Hagelsensoren ist neu und weltweit einzigartig. Die Daten des neuen Messnetzes werden auch in die laufende Hagelforschung am Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern einfliessen und die Wissenschaft einen grossen Schritt voranbringen.

Informationen und Tipps rund ums Thema Hagel

Kontakt:  media@mobiliar.ch, 031 389 88 44

Mobiliar Lab für Naturrisiken

Das Mobiliar Lab für Naturrisiken ist eine gemeinsame Forschungsinitiative des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern und der Mobiliar. Die Forschungsschwerpunkte sind Hochwasser, Sturm und Hagel sowie deren Schadenpotenzial. Bei der Hagelforschung arbeitet das Mobiliar Lab eng mit dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz zusammen.

20 000 Schäden an einem Tag

In den letzten Jahren waren durchschnittlich rund 9000 Mobiliar Kunden von Hagelschäden an ihren Fahrzeugen betroffen. Der Durchschnittsschaden betrug 2800 Franken. Das Jahr 2017 war mit knapp 11 000 gemeldeten Schäden etwas hagelintensiver. Ein Grossteil davon entstand beim Hagelgewitter am 31. Mai 2017 in der Region Thun.

Der bisher grösste Hagelschlag in der Mobiliar Geschichte ereignete sich am 23. Juli 2009, als an einem einzigen Tag alleine 20 000 Fahrzeugschäden gemeldet wurden. Der Schaden an Gebäuden und Autos betrug mehr als 60 Millionen Franken. Schweizweit richtete der Hagelzug Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und Landwirtschaft von über 300 Millionen Franken an.