Locarno Zeitung la Mobiliare

Liebe Mobiliar, gibt es grosse Gefühle nur im Kino?

Die Mobiliar ist auch 2019 wieder Hauptpartnerin des Locarno Film Festivals und mit einzigartigen Begegnungsorten präsent: dem «Locarno Garden la Mobiliare» im Castello Visconteo – mit künstlerischen Arbeiten von Sandra Knecht, Maya Rochat und Kerim Seiler – und mit der Gesprächsreihe «Locarno Talks la Mobiliare» im Spazio Cinema. Eine eindrückliche Foto- und Filmkampagne von Peter Lindbergh bildet die Klammer und begleitet unser Engagement.

Bereits zum dritten Mal ist die Mobiliar im Zuge ihres Gesellschaftsengagements Hauptpartnerin des Locarno Film Festivals. Was brauchen wir, um unsere Zukunft nachhaltig, kreativ und verantwortungsbewusst zu entwickeln? Welchen Beitrag kann die Forschung, können Innovationsexpertinnen und -experten oder auch Kulturschaffende leisten? Und wie können wir alle als Individuen an einer positiven Zukunft mitwirken? Mit solchen und anderen Fragen beschäftigt sich die genossenschaftlich verankerte Schweizerische Mobiliar in ihrem Gesellschaftsengagement.

Emotionen & Gefühle
Emotionen prägen unser Leben. Mal verleiten sie uns zu leidenschaftlichen Äusserungen, mal inspirieren sie uns dazu, über unseren eigenen Schatten zu springen. Können wir unsere Emotionen nutzen, Neues zu entwickeln? Haben wir die Courage, unseren Gefühlen Taten folgen zu lassen? Was sind wir bereit, für eine positive Zukunft zu tun? Thema des diesjährigen Mobiliar Auftritts in Locarno sind «Emotionen & Gefühle», denn sie bilden die Basis unserer Tatenlust. Emotionen und Gefühle sind wie das Öl im Getriebe, sie haben die Kraft, uns in eine neue Richtung zu lenken und uns von alten Gewohnheiten zu befreien. Sie sind der zündende Funke, den wir brauchen, um uns zu engagieren, beruflich wie privat. Emotionen und Gefühle sind wichtige Zukunftstreiber. Denn wenn uns etwas emotional berührt, werden wir aktiv.

Peter Lindbergh fotografiert für den Mobiliar-Auftritt acht Kulturschaffende
Wir haben den in Paris lebenden Fotografen und Filmemacher Peter Lindbergh eingeladen, für den Mobiliar-Auftritt in Locarno eine bildstarke Klammer zum Thema «Emotionen & Gefühle» zu entwickeln. Lindbergh zählt zu den angesehensten Fotografen der Welt. Er besitzt die Fähigkeit, mit der Kamera genau die magischen Momente einzufangen, in denen ein Mensch sich öffnet, vollkommen unverstellt ist. Wir haben acht Schweizer Kulturschaffende gebeten, sich von Lindbergh porträtieren zu lassen. Es sind Künstlerpersönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise aus ihren Emotionen und Gefühlen schöpfen, um sich mit Leidenschaft und Überzeugung für ein lebendiges Kulturverständnis und einen bewussten, offenen Austausch in unserer Gesellschaft einzusetzen. Die Porträts entstanden im Juni 2019 vor der atemberaubenden Schweizer Bergkulisse auf dem Muottas Muragl. Wir blicken in wache, aufmerksame Gesichter, die uns die Frage stellen: «Liebe Mobiliar, gibt es grosse Gefühle nur im Kino?» Fotografiert wurden die bildenden Künstler Sandra Knecht, Maya Rochat, Kerim Seiler und Shirana Shahbazi, der Chansonnier Stephan Eicher, der Schauspieler Max Hubacher sowie die beiden Modemacherinnen Christa Bösch und Cosima Gadient vom Modelabel Ottolinger.

Emozioni!

durch die Augen von Peter Lindbergh gesehen

Emotionen, sie sind so riskant, so prekär – und so essenziell. Wir wollen sie beherrschen. Wir wollen ihnen freien Lauf lassen. Wir wollen nicht durch sie untergehen. Wir wollen mitgenommen werden auf die grosse Reise der Gefühle. Wir wollen mit ihnen die Welt verändern. «Wer sich bewegt, bewegt die Welt», das war unsere Ausgangsidee: mit Emotionen etwas zu bewegen. Das sollte das Leitthema für unseren Auftritt beim Locarno Film Festival sein, im «Locarno Garden la Mobiliare», in den «Locarno Talks la Mobiliare» und in einer Kampagne, die für die Gestaltungskraft in unserer Gesellschaft wirbt. Eine Kampagne, die starke Gefühle feiert, weil sie uns alle dazu bewegen können, unsere Welt positiv mitzugestalten. Wir fragten den renommierten Fotografen Peter Lindbergh: Würdest du zum Thema Emotionen acht Schweizer Kulturschaffende fotografieren? Peter sagte: Ja, das mach ich.

Film- und Fotoshooting am 22. Juni 2019, 8.00 Uhr. Wir fahren mit der Standseilbahn auf den Muottas Muragl. Eine Riesentruppe aus Zürich, Paris, Lausanne, Bern, Locarno, Basel, Strassburg, New York, London. Wir saugen die Luft, die Energie der Bergregion in uns ein. Wir sind nicht auf der Suche nach grellen Emotionen. Wir wollen keine aufgerissenen Augen, keine schreienden Münder oder knalligen Farben. Wir wollen die tiefen, die stillen, die wirksamen Emotionen, fotografiert und gefilmt von Peter Lindbergh. Unsere Stimmung ist euphorisch, aber konzentriert. Alle, die heute dabei sind, haben nur ein Ziel: etwas Wahrhaftiges zu machen.

Lindberghs Zelt wird aufgebaut, darin ein Tisch, ein Stuhl. Im Hintergrund das Alpenpanorama, irreal schön. Das Zelt hält dem stürmischen Wetter stand. Endlich geht es los. Eines zeigt sich sofort: Lindberghs Idee ist genial. Er zieht allen Porträtierten denselben schwarzen Mantel an. Ein feines, eigentümliches Freundschaftsband. Alle sind auf geradezu mystische Weise miteinander verbunden. Kaum Make-up, nur wenig Hairstyling, kein Schnickschnack. Die Blicke sind ernst und intensiv. Peter macht tausende von Fotografien. Es ist grossartig, ihn zu beobachten. Er ist ganz und gar bei der Sache, trotzdem scherzt er auch immer wieder, nimmt seinen Modellen die Zurückhaltung. Er verströmt Sicherheit.

Shirana Shahbazi ist anfangs noch nervös, doch dann wird ihr Blick klar, deutlich, bleibt gleichzeitig fragend. Kerim Seiler agiert, als hätte er nie etwas anderes gemacht, tiefe Ruhe in seinem Gesicht. Sandra Knechts Kraft bündelt sich in ihren Augen. «Ich sehe dich», sagt ihr Blick. Cosima Gadient, Christa Bösch und Maya Rochat erscheinen fast entrückt, wie durch Gaze, und doch unbeschreiblich deutlich. Und die Augen von Stephan Eicher und Max Hubacher umarmen uns geradezu, leicht melancholisch nehmen sie uns mit auf eine unbestimmte Reise. Am Abend ist alles im Kasten. Ein Tag auf dem Muottas Muragl – und wir haben vier Jahreszeiten erlebt, Regen, Sonne, Nebel, Schnee und Hagel. Beda Achermann (mit dem wir das Shooting geplant haben) und ich sitzen still nebeneinander, als wir mit der Standseilbahn wieder runterfahren. Stilles, schönes Einvernehmen. Was für ein wunderbarer Tag.

Exklusive Rezepte von Sandra Knecht

Tonicsirup für den Gin Tonic

  • 3 Tassen Wasser
  • ¼ Tasse gehackte Chinarinde 28 Gramm
  • ¼ Tasse Zitronensäure 62 Gramm
  • 3 Limetten geschälte Zesten 11 Gramm
  • 3 Zitronen geschälte Zesten 14 Gramm
  • 2 Orangen geschälte Zests 14 Gramm
  • 3 Stiele Zitronengras zerschnitten 71 Gramm
  • 4 ganze Pimentbeeren
  • 3 ganze grüne Kardamomschoten
  • 1 Esslöffel Lavendel
  • ¼ Teelöffel reines Salz

Alle Zutaten außer dem Zuckersirup in einem sterilisierten Glas vermengen. 1 Woche in den Kühlschrank stellen, mindestens einmal pro Tag gut durchschütteln. Nach einer Woche die Flüssigkeit über ein sehr feines Tuch abseien. Danach das Tonic mit dem Zuckersirup vermischen und in eine Flasche abfüllen. Kühl lagern.

Zuckersirup

  • 3 Tassen Rohrohrzucker 600 Gramm
  • 1 1/2 Tassen Wasser 355 ml

Den Zucker im Wasser bei mittlerer Hitze erwärmen bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Abkühlen lassen. In einen Behälter umfüllen und im Kühlschrank lagern.

Vogelbeeren in Birnel

  • 500 Gramm Vogelbeeren
  • 500 Gramm Birnel
  • 3 Deziliter Wasser

Die Vogelbeeren zusammen mit dem Wasser aufkochen. 5 Minuten kochen lassen. Birnel dazu geben. Nochmal kurz aufkochen. Danach heiss in kleine sterilisierte Gläser abfüllen. Auf dem Kopf erkalten lassen.

Gepökelte Eigelbe

  • 300 Gramm reines Salz
  • 200 Gramm Zucker
  • 10 Eigelb
  • Verschliessbares Glas oder Plastikbehälter (Tuperware)

Salz mit dem Zucker mischen und zu 2/3 in das Tuperware geben. 10 Kuhlen in das Zuckersalzgemisch drücken. Das Eigelb vom Eiweiss sauber trennen. Ein Eigelb sehr sorgfältig, so dass es nicht verletzt wird, in je eine Kuhle geben. Mit dem restlichen Zucker-Salz-Gemisch bedecken. Gut verschliessen. Mindestens 4 Tage im Kühlschrank lagern, bis das Eigelb fest wird. Danach die Eigelbe herausnehmen, vom Zuckersalzgemisch befreien und bei 50 Grad im Backofen trocknen bis das Eigelb eine wachsartige Konsistenz hat.

Grünes Oel

  • 1 Bund frische Pfefferminze
  • 2 Bund frischer Koriander
  • 2 Bund Petersilie
  • 2 Bund frische Wildfenchelblüten
  • 500 ML Disteloel

Alles zusammen in den Thermomix geben und 10 Min. auf Stufe 10 mixen. Danach 5 Minuten stehen lassen. Durch ein sehr feines Sieb abseien. So dass ein durchsichtiges, sehr grünes Oel entsteht. In Flaschen abfüllen und im Kühlschrank lagern. Sehr gut zu Fisch, gegrilltem Gemüse oder einer weissen Gazpacho.

Gekeimter Buchweizen

  • 500 Gramm Buchweizen
  • 1 grosses Glas
  • 2 Liter Wasser
  • 1 Gummi
  • 1 Kleine Stoffwindel

Buchweizen gut waschen. Danach noch nass in das Glas geben. Wasser dazu schütten. Das Glas mit der Stoffwindel und dem Gummi verschliessen. Das Saatgut muss jetzt an einem dunkeln Ort 2 - 8 Std. quellen. Nach dem Quellen das übrige Wasser abschütten, und danach den Buchweizen nochmal waschen. Das Glas danach seitlich gekippt im Halbschatten in eine Schale stellen so dass das überschüssige Wasser über die Stoffwindel abtropfen kann. Jetzt beginnt der Keimprozess, der ca. 4 Tage dauert. In dieser Zeit muss der Buchweizen mindestens 2 Mal pro Tag gewässert werden, damit er einerseits abkühlen und andererseits befeuchtet werden kann. Sobald er gekeimt ist, kann man ihn entweder roh essen oder über Dampf garen.

Sie standen vor der Kamera

Eindringlich, wahrhaftig, lässig, intensiv – so sind die Songs des gefeierten Schweizer Rockmusikers und Chansonniers Stephan Eicher. Seine Stücke handeln immer wieder auch von Heimatlosigkeit und Identitätssuche. Nach vielen Jahren in Frankreich ist Eicher nun in die Schweiz zurückgekehrt; seit 1. August lebt er in Genf. Und natürlich hat er seine Musik im Gepäck, denn ohne die sei er, so sagte er einmal in einem Interview, unglücklich.
stephan-eicher.com

Die international bekannte Künstlerin Shirana Shahbazi zählt zu den wichtigsten in der Schweiz lebenden Kunstschaffenden. Im Frühjahr 2019 erhielt sie den Prix Meret Oppenheim und ist somit die jüngste Preisträgerin dieser renommierten Auszeichnung. Shahbazi ist mit eindrücklichen Fotografien in der Kunstsammlung der Mobiliar vertreten: 2017 machte sie eine Porträtserie von Mitarbeitenden des Unternehmens, die zugleich deren Kunstgeschmack widerspiegelt.
shiranashahbazi.com

Maya Rochat ist die diesjährige Preisträgerin des Prix Mobilière. Rochat arbeitet radikal assoziativ mit eige­nen und fremden Bildfragmenten und entwickelt daraus spektakuläre Rauminstallationen. An der Schwelle zwischen Fotografie und Malerei verzerrt, zerreisst, bemalt, zerstört, rekonstruiert und schichtet Rochat abstrakte Bildwelten über- und nebeneinander. Im diesjährigen «Locarno Garden la Mobiliare» im Castello Visconteo verwandelt sie den unteren Ausstellungsraum in eine Farborgie.
mayarochat.com

Ottolinger – das sind die Schweizer Designerinnen Christa Bösch und Cosima Gadient. Ihre Kollektionen sind unkonventionell, atemberaubend frisch und angriffslustig. Sie dekonstruieren bekannte Formen, gehen spielerisch mit Materialien um und ruhen sich nicht auf Bewährtem aus. «Uns geht es um eine Grenze zur Schönheit, die Platz für das Komische lässt und auf den ersten Blick etwas Ungewohntes hat», kommentieren sie ihre Arbeitsweise.
ottolinger.com

Seit 2015 arbeitet die Mobiliar intensiv mit dem international ausstellenden Schweizer Künstler Kerim Seiler zusammen: Er begleitet die Konzeption und Gestaltung der Arbeitsumgebung an den Direktionsstandorten in Bern, Nyon und Zürich Oerlikon aus künstlerischer Perspektive. Zudem entwickelte Seiler für die Mobiliar-Partnerschaft mit dem Locarno Filmfestival eine spektakuläre Pavillonskulptur (2017, 2018). Für den diesjährigen «Locarno Garden la Mobiliare» im Castello Visconteo entwickelte Seiler die Infrastruktur.
kerimseiler.com

Schon in Interviews spürt man seine Echtheit und Ehrlichkeit: Max Hubacher zählt zu den vielversprechendsten Schweizer Schauspielern der jungen Generation. Mit Präzision, Scharfsinn und Leidenschaft nähert er sich ganz unterschiedlichen Figuren und überzeugt in seinen Rollen das breite Publikum – sei es als Max im «Verdingbub» oder als homosexueller Fussballprofi in «Mario». Für beide Rollen wurde Hubacher mit dem Schweizer Filmpreis geehrt.

«Sandra Knecht kocht, um die Welt besser zu verstehen», schrieb erst kürzlich das Schweizer Gastronomiemagazin «Salz & Pfeffer»: Ein Essen von und mit der Künstlerin und Köchin Sandra Knecht ist ein unvergessliches Geschmacksfeuerwerk. Die Mobiliar hat die naturverbundene, auf Nachhaltigkeit bedachte Allrounderin eingeladen, im Rahmen des «Locarno Garden la Mobiliare» im Castello Visconteo ein spezielles Locarno-Menü zu kreieren.
sandraknecht.ch